Das Manöver in der Corkscrew war nach dem Rennen das bestimmende Thema

MotoGP 2013

— 23.07.2013

Schauplatz Corkscrew: Marquez wie einst Rossi

Marc Marquez schreibt mit seinem Überholmanöver Geschichte - Valentino Rossi wünscht sich auch in Zukunft keine Strafen und rechnet mit Livio Suppo ab

Dass Marc Marquez einige Eigenschaften mit Valentino Rossi teilt, ist nichts Neues. Sein Manöver beim Rennen in Laguna Seca erwarteten dennoch sicher nur die Wenigsten. Die Szenen erinnerten an Rossis Manöver gegen Casey Stoner, das als eines der besten Überholmanöver in die MotoGP-Geschichte einging. Marquez machte es wie sein Vorbild in der Saison 2008 und überholte in der Corkscrew neben der Strecke.

"Ich habe schon zu ihm gesagt, dass ich für die Urheberrechte bezahlen werde", scherzte der 20-jährige Marquez nach dem Rennen. "Als ich mir das Video von 2008 angesehen habe, dachte ich mir, dass es unmöglich ist. Ich habe die Bremse etwas gelöst und ihn an der gleichen Stelle überholt. Die Leute wollen eine Show sehen. Sein Überholmanöver war aber viel beeindruckender."

Die Stimmung bei der Pressekonferenz war mit der vor fünf Jahren nicht zu vergleichen. Stoner kritisierte damals die Fahrweise von Rossi, verwehrte ihm den Handschlag und war der Meinung, Rossis Manöver im Rennen waren zu hart. Der Sieger hingegen betonte, seinen Konkurrenten nie berührt zu haben. Am Ende durfte Rossi den Sieg feiern, während Stoner die WM in der Saison 2008 verlor und bis 2011 auf seinen zweiten MotoGP-Titel warten musste.

Deutlich andere Reaktionen als 2008

"Im Vergleich zu Stoner gehen wir anders an ein Rennen heran", unterstreicht Rossi, der in diesem Jahr den Kürzeren zog. Am Ende fuhr der "Doktor" als Dritter ins Ziel. Enttäuschung oder Verärgerung konnte man in seinem Gesicht nicht sehen. Rossi akzeptierte das Überholmanöver von Marquez und verteidigt die Entscheidung, solche Vorfälle nicht zu bestrafen, auch wenn zwischenzeitlich die Rennstrecke verlassen wird.

"Wenn man so etwas macht, muss man etwas riskieren. Vielleicht entspricht es nicht ganz den Regeln. Diese Kurve ist sehr knifflig, denn man sieht nie den Kurvenausgang. Ich finde sein Manöver in Ordnung. In den nächsten Rennen muss ich gegen ihn so ein Überholmanöver machen", kündigt Rossi freudig an und lobt den momentanen WM-Leader: "Marc macht einige unglaubliche Dinge."

"Er hat das Potenzial, dass er der größte Fahrer aller Zeiten wird, größer als ich. Er ist ein unglaubliches Talent und er ist auch noch sehr jung. Es ist aber noch zu früh zu sagen. Er hat aber alle Möglichkeiten", schätzt der neunmalige Weltmeister ein. Marquez fühlte sich von soviel Lob geschmeichelt: "Valentino ist einer meiner Helden und einer der wichtigsten Fahrer im Motorradsport. Es ist beeindruckend, solche Worte von ihm zu hören."

Rossi rechnet mit Suppo ab

Die Stimmung zwischen Rossi und Marquez ist mit der zwischen Stoner und Rossi nicht zu vergleichen. "Ich komme gut mit Marc aus. Ich bin derzeit nicht der Weltmeister und er kann mir deshalb die Nummer eins nicht wegnehmen, wenn er mich schlägt. Ich komme von zwei schwierigen Jahren und bin sehr froh, dass ich wieder vorne dabei bin. Ich habe schon ein gewisses Alter erreicht", bemerkt Rossi.

"Ich habe viele Rennen und Weltmeistertitel gewonnen. Für mich ist es toll, wenn ich gegen ihn und die Jungs kämpfen kann. Mit jedem Rennen merke ich, dass ich vorne dabei sein und es genießen kann. Darüber bin ich sehr glücklich", so der Yamaha-Pilot. Ganz vergessen hat er die vielen Diskussionen über das Rennen in der Saison 2008 nicht. Honda-Teamchef Livio Suppo war damals noch für Ducati tätig und schoss gegen Rossi.

In der Pressekonferenz rechnete Rossi ab: "Du hast mich mit Stoner zwei oder drei Jahre lang fertig gemacht wegen diesem Manöver, weil ich den Randstein überfuhr", erklärt er und scherzt: "Er sollte also disqualifiziert werden, oder?" Suppo war die persönliche Nachfrage seines Landsmannes sicher unangenehm. Der Honda-Teamchef flüchtete ins Italienische, entschuldigte sich aber später und kommentierte: "Ich danke Marc, weil wir nach vielen Jahren zurückschlagen konnten."

Fotoquelle: Repsol

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