Ben Spies hat seine Motivation nach acht schwierigen Monaten wiedergefunden

MotoGP 2013

— 24.07.2013

Spies sieht Chance im Ducati-Werksteam

Pramac-Ducati-Pilot Ben Spies ist fest entschlossen, es seinen Kritikern zu zeigen - Für die MotoGP-Saison 2014 schließt er das Werksteam nicht aus

Die Leidensgeschichte des Ben Spies ist hinlänglich bekannt. Als der bei Pramac-Ducati unter Vertrag stehende US-Amerikaner am vergangenen Wochenende das MotoGP-Rennen in Laguna Seca besuchte, wirkte er zum ersten Mal seit Monaten aufgeräumt und glücklich. Die Gedanken an die Seuchensaison 2012 im Yamaha-Werksteam und die zum Großteil verpasste erste Hälfte der Saison 2013 möchte der 29-jährige Texaner soll schnell wie möglich hinter sich lassen.

"Es war bisher ein schwieriges Jahr. Viele Leute wissen gar nicht, wie schlimm es war, denn sie sind keine Ärzte und auch ich bin keiner", gibt Spies im Gespräch mit 'Superbikeplanet.com' Einblick in seine körperlichen Leiden anno 2013. Der schwere Crash beim Grand Prix von Malaysia 2012 und die damit einhergehenden Schmerzen in der Schulter, die sich am Austin-Wochenende im April dieses Jahres auch auf andere Körperteile ausdehnten, haben die Belastbarkeit des Superbike-Weltmeisters von 2009 auf eine harte Probe gestellt.

"Ich dachte, ich könnte schneller zurückkommen, aber wenn man sich mit einem Arzt unterhält, dann weiß man, dass meine Verletzung extrem weitreichend war. Das habe ich aber immer heruntergespielt und gesagt 'Ja, ich werde bald wieder zurück sein'", bekennt Spies und offenbart: "Sowohl physisch als auch mental waren es die schwierigsten acht Monate, die ich je durchgemacht habe."

Kopfschütteln angesichts zahlreicher Gerüchte

Nun aber fühlt sich der dauerverletzte US-Amerikaner "körperlich sehr gut" und denkt an nichts anderes als an seine Rückkehr auf die MotoGP-Maschine. Das Comeback auf der Pramac-Ducati ist für den anstehenden Grand Prix von Indianapolis (18. August) vorgesehen. Auf dieses freut sich "Elbowz", wie Spies aufgrund seines körperbetonten Fahrstils genannt wird, schon sehr: "Ich kann nun mit dem Gedanken antreten, wie ich das Bike fahren muss, um auf Tempo zu kommen, anstatt mir Gedanken darüber zu machen, ob meine Schulter stark genug ist oder wie sehr ich aufgrund der Schulter angreifen kann."

Für den Umstand, dass er nach seiner missratenen Yamaha-Saison 2012 von einigen Leuten bereits abgestempelt wurde, hat Spies nur ein Lächeln übrig. "In meinem ersten Jahr stand ich beim dritten oder vierten Rennen auf dem Podest", spricht er seinen dritten Platz für Tech-3-Yamaha in Silverstone 2010 an und rätselt: "Ich habe in dieser Meisterschaft wirklich gute Leistungen gezeigt. Es war nur dieses eine Jahr, das fürchterlich war. Das war eine Saison, aber das ist alles, wovon die Leute reden. Sie verlieren komplett das Vertrauen und setzen Gerüchte in die Welt."

So habe er Dinge gehört wie "dass ich verheiratet wäre, dass ich zurückgetreten wäre, dass ich in die Superbike-WM zurückkehren würde, dass ich einfach zu Hause bleiben würde, weil ich einfach zu Hause bleiben wolle und die Verletzung nur erfunden wäre", schüttelt Spies den Kopf und meint: "Es ist schon seltsam, was man zu hören bekommt. Wenn ich in Indy zurückkomme und, sagen wir mal, das Rennen gewinne, dann wären plötzlich alle ruhig und hätten das vergangene Jahr vergessen. Das ist die traurige Seite des Rennsports. Du bist immer nur so gut wie dein letztes Rennen."

Für 2014 Chance im Werksteam?

Für die MotoGP-Saison 2014 besitzt Spies einen gültigen Vertrag mit Ducati. Ein zweites Jahr im Pramac-Team wäre logisch, um in diesem dann die beiderseitig erwarteten Ergebnisse einfahren zu können. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass Nicky Hayden das Ducati-Werksteam Ende der laufenden Saison verlassen muss, schließt Spies bei entsprechender eigener Performance aber auch eine Nachfolge seines US-amerikanischen Landsmannes nicht aus.

"Natürlich. Ich habe einen Zweijahresvertrag mit Ducati. Das könnte klappen und ich könnte sogar noch weitere Gerüchte in die Welt setzen: Es könnte die AMA werden. Es könnte die Superbike-WM werden. Es könnte das Werksteam werden. Es könnte ein Satellitenteam werden", lacht Spies und fügt in aller Ernsthaftigkeit hinzu: "Ich bin glücklich. Pramac steht von Beginn an hinter mir. Es ist ein großartiges Team. Ich konnte bisher nicht das zeigen, was ich zeigen wollte, aber Ducati steht hinter mir."

"Ich weiß, dass sie im Moment Gespräche führen und bin mir sicher, dass sie sich mit Crutchlow unterhalten. Er spricht im Moment mit vielen Leuten", hält Spies in Bezug auf den bei Tech-3-Yamaha überzeugenden Briten, der als möglicher neuer Dovizioso-Teamkollege bei Ducati gilt, fest. Aber: "Sollte er nicht bei Ducati unterschreiben, dann könnte ich dort fahren. Wie auch immer. Ganz gleich, ob ich im nächsten Jahr für Pramac oder für das Werksteam fahre, ich werde zufrieden sein. Ich weiß, dass ich auf den besten Motorrädern, die sie haben, sitzen werde. Warten wir einfach ab", so Spies abschließend.

Fotoquelle: FGlaenzel

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