Jorge Lorenzo, Dani Pedrosa und Cal Cruchtlow sind gegen Streichergebnisse

MotoGP 2013

— 01.08.2013

Fahrer sind gegen Streichergebnisse

Die MotoGP-Piloten wägen Vor- und Nachteile von Streichergebnissen ab und sind der Meinung, dass am bestehenden System nichts geändert werden sollte

Jorge Lorenzo zeigte am Rennwochenende in Assen eine beachtliche Leistung. Nach dem Sturz im zweiten Freien Training am Donnerstag ließ sich der Spanier nach Barcelona fliegen, um sich noch in der Nacht einer Operation zu unterziehen. Bereits am Freitag flog der Yamaha-Werkspilot wieder nach Assen und fuhr am Samstag einen starken fünften Platz ein. Für die WM-Punkte ging Lorenzo aber ein sehr hohes Risiko ein.

Dass die MotoGP-Piloten trotz schwerer Verletzungen wieder aufs Motorrad steigen, ist besorgniserregend und faszinierend zugleich. "Die MotoGP-Piloten sind die Gladiatoren der Neuzeit", unterstreicht Sport1-Experte Alex Hofmann im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Die Burschen sind aus einem anderen Holz geschnitzt und nicht mit Formel-1- oder DTM-Fahrern zu vergleichen."

"Das ist ein Teil der Faszination. Wer sich im Motorsport auskennt, der versteht, was die Piloten hier leisten", betont Hofmann, der in seiner aktiven Laufbahn auch mit der einen oder anderen Verletzung an den Start ging. "Mit Schmerzen fahren alle. Jeder hat irgendeine Narbe und Schmerzen. Das gehört zu diesem Sport dazu." Dennoch ist das Risiko groß. Streichergebnisse würden den Fahrern den Druck nehmen, unbedingt zu fahren.

Führen Streichergebnisse zu mehr Risikobereitschaft?

Doch bei den Fahrern kommt diese Idee nicht gut an. "Das würde das Risiko der Fahrer erhöhen", ist sich Weltmeister Lorenzo sicher. "Ich denke, dass es gut ist, wie es ist. Man muss auf dem Motorrad sitzen bleiben. Das ist das ideale Rezept, um Verletzungen zu vermeiden. Wenn man stürzen kann, geht man mehr Risiko ein und verletzt sich öfters. Das wäre nicht der richtige Weg."

Auch WM-Rivale Dani Pedrosa möchte das bestehende System nicht ändern. "Sicher wäre es in einigen Situationen gut. Doch die Meisterschaft geht über 18 Rennen und man muss 18 Mal dabei sein. Dann wird man Weltmeister oder eben nicht", stellt der Honda-Werkspilot klar. "Zudem ist es deutlich einfacher, wenn man sich den Stand in der Meisterschaft ansieht. Es gäbe immer zwei Meisterschaftsstände."

"Ich bin schon einmal unter solch einer Regel gefahren", blickt Tech-3-Pilot Cal Crutchlow zurück. "Das war in der Britischen Meisterschaft. Da gab es zwei Streichresultate. Ich weiß nicht. Ich würde die Meisterschaft gerne als Meisterschaft ansehen. Es sind 18 Rennen und man muss 18 Mal bestmöglich ins Ziel kommen. Dann gehen die Fahrer aber verletzt an den Start. Wenn man mit einem Motorrad stürzt, dann ist steht man nicht einfach auf und macht weiter. Meistens ist man irgendwie verletzt."

Rossi wägt Vor- und Nachteile ab

Routinier Valentino Rossi musste in der Saison 2010 einige Rennen auslassen. Dennoch ist der Italiener überzeugt, dass es besser ist, die Meisterschaft ohne Streichergebnisse auszutragen. "Es gibt Vor- und Nachteile. Wenn man sich in einer Situation befindet, wie es bei Jorge in Assen der Fall war, dann könnte man sich dazu entscheiden, nicht zu fahren. Dann ist es gut", schildert der "Doctor".

"Es wäre auch gut für die Kämpfe in den letzten Runden. Dann würden die Fahrer vermutlich mehr Risiko eingehen, um zu gewinnen", grübelt Rossi. "Doch unterm Strich bevorzuge ich die konventionelle Regel. Es ist für alle Beteiligten eindeutiger. Man muss sein Maximum geben, darf aber gleichzeitig nicht zu viel riskieren und keine Fehler machen. Ich denke also, dass es besser ist, wenn es so bleibt."

Fotoquelle: Yamaha

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