Valentino Rossi mag es gar nicht, wenn ihm andere Piloten hinterherfahren

MotoGP 2013

— 29.08.2013

Qualifying: Rossi schimpft, Crutchlow wünscht sich Superpole

Der MotoGP-Qualifying-Modus sorgt bei Valentino Rossi für Frust - Cal Crutchlow wünscht sich Qualifyier und das Superpole-Format

Selten war ein schnelles Hinterrad in der MotoGP so wertvoll wie in den seit der laufenden Saison nur noch 15 Minuten langen Qualifyings. Hector Barbera erntete im Vorjahr den Zorn seiner Kollegen. Damals wartete "Hectic Hector" regelmäßig auf einen schnellen Piloten und kam dadurch auf erstaunlich gute Rundenzeiten. So schaffte er es mit der unterlegenen Pramac-Ducati in Mugello in die erste Startreihe.

LCR-Pilot Stefan Bradl war damals einer der Kritiker. Der Deutsche beschwerte sich öffentlich über Barberas Strategie. In diesem Jahr sah man Bradl im Qualifying mehrfach in der Verfolgerposition. Doch der ehemalige Moto2-Weltmeister ist nicht der einzige Pilot im Feld, der sich diese Taktik bei Barbera abschaute. Ducati-Werkspilot Nicky Hayden und auch Gresini-Pilot Alvaro Bautista gehören ebenfalls zu diesem Kreis.

"Dieses System mit den 15 Minuten ist nicht sehr fair, weil einige Fahrer den Windschatten nutzen können und sich damit stark verbessern", schimpft Yamaha-Werkspilot Valentino Rossi. "Sie haben dann einen Platz, den sie normalerweise im Training nicht haben. Es geht darum, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist." Zuletzt sorgte das Qualifying in Brünn für Aufregung. Bautista gelang es, hinter Marc Marquez zur vorläufigen Bestzeit zu fahren. Am Ende reichte seine Zeit für Startplatz zwei.

Bautista profitiert in Brünn

Besagter Bautista ist ein Befürworter des neuen Qualifying-Formats. "Ich konnte hinter Marc eine gute Runde fahren. Es hängt viel davon ab, wer vor einem fährt. Doch ich bevorzuge dieses Format", schildert der Spanier. "Ich bevorzuge dieses Format. Man kann sich besser darauf konzentrieren, eine gute Rundenzeit zu fahren. Es geht am Ende nur ums Qualifying. Man erledigt in den Freien Trainings die Arbeit und gibt dann in 15 Minuten sein Bestes. Es ist nicht viel Zeit. Man hat nur zwei Chancen und viele Fahrer befinden sich zur gleichen Zeit auf der Strecke."

Obwohl Marquez in Brünn einer der Leidtragenden war, hat er keine Probleme mit dem Quali-Modus: "Ich mag dieses Format", bestätigt der Honda-Werkspilot. "Doch in Brünn war unsere Strategie nicht optimal. Man muss einen genauen Plan haben und eine bestimmte Strategie verfolgen. Dani (Pedrosa; Anm. d. Red.) und Jorge (Lorenzo; Anm. d. Red.) gelang das. Sie fahren immer alleine ihre Runden. Diese Strategie müssen wir kopieren."

"Wenn man hier einem anderen Fahrer folgt, ist es viel einfacher", hält Marquez fest, der in Brünn seinen zweiten Versuch abbrechen musste, um seinen Gegnern nicht eine Einladung zu servieren: "Ich wollte alleine fahren, weil besonders Stefan das hätte ausnutzen können, um eine sehr gute Rundenzeit zu fahren. Doch es war nicht möglich, alleine zu fahren. Ich war einige Kurven lang im ersten Gang. Dadurch kühlte der Reifen zu stark ab. Ich dachte mir, dass es zu gefährlich ist und ging vom Gas. Das Risiko war zu groß."

Crutchlow will die Superpole und Qualifyier

Eine ganz eigene Meinung hat Tech-3-Pilot Cal Crutchlow zum Quali-Modus. Der Brite gilt als einer der besten Qualifyier der MotoGP und braucht kein schnelles Hinterrad. "Ich bin meine Runde wie immer alleine gefahren. Ich mag es nicht, wenn mir andere Fahrer folgen. Doch ich mag es auch nicht, anderen Fahrern hinterherzufahren. Der einzige Weg, es fair zu gestalten, ist eine Superpole. Das wäre unterhaltsam und würde Spaß bereiten", stellt er klar.

"Andere Fahrer bauen ihr Tempo kontinuierlich auf. Ich bevorzuge es, unmittelbar eine Runde zu fahren. Ich würde es also gerne auf eine Runde reduzieren", fügt Crutchlow hinzu. Dass es Piloten gibt, die sich verbessern, weil sie anderen hinterherfahren, verurteilt Crutchlow nicht. "Es gehört dazu. Im Rennen fährt man auch anderen Fahrern hinterher. Man kann nicht böse auf Leute sein, die einem im Qualifying folgen. Doch ich hasse das", bemerkt er. "Ich möchte meine Runde alleine fahren und würde es bevorzugen, wenn das die anderen Fahrer auch so machen."

"Ich wünsche mir, dass es nur noch eine Runde gibt", schildert der Yamaha-Pilot. "Wenn wir in der kommenden Saison Qualifying-Reifen bekommen, können wir das machen. Einige Fahrer haben sich diese Reifen gewünscht, weil sie im Qualifying Probleme haben." Bisher wurde allerdings noch nicht bestätigt, dass Bridgestone besondere Qualifying-Spezifikationen entwickelt.

Fotoquelle: Yamaha

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