Honda-Werkspilot Marc Marquez ist momentan nicht zu schlagen

MotoGP 2013

— 25.08.2013

Marquez gewinnt und holt vierten Sieg in Folge

Jorge Lorenzo führt in Brünn viele Runden, muss Marc Marquez und Dani Pedrosa aber am Ende ziehen lassen - Valentino Rossi Vierter, Stefan Bradl Sechster

Marc Marquez (Honda) setzte seine Erfolgsserie fort und gewann auch den Grand Prix von Tschechien in Brünn. Der Ausnahmekönner setzte sich im Dreikampf gegen Weltmeister Jorge Lorenzo (Yamaha) und Dani Pedrosa (Honda) durch und zeigte einmal mehr, welch großes Talent er ist. Der Rookie baute mit seinem vierten Sieg in Serie seine WM-Führung auf 26 Punkte aus. Lorenzo versuchte alles gegen Marquez, aber Honda war auch in Brünn stärker. Kurz vor Rennende zog auch Pedrosa an Lorenzo vorbei und wurde Zweiter. Lorenzo kletterte als Dritter auf das Podest.

Beim Start überraschte Lorenzo, der aus der zweiten Reihe startete und in Führung ging. Der Yamaha-Pilot versuchte, dem Feld zu entkommen. Er fuhr bereits in den ersten Kurven eine kleine Lücke heraus. Dahinter kämpften Marquez und Pedrosa und wollten den Anschluss halten. Tech-3-Pilot Cal Crutchlow (Yamaha) konnte seine Pole-Position nicht nutzen. Der Brite fiel auf Position vier zurück und musste sich gegen Alvaro Bautista (Gresini-Honda) und Valentino Rossi (Yamaha) wehren.

Bradley Smith (Yamaha) und Stefan Bradl (Honda) beendeten die erste Runde auf den Positionen sieben und acht und lagen vor den beiden Werks-Ducatis von Andrea Dovizioso und Nicky Hayden. Während Lorenzos Vorsprung größer wurde, duellierten sich die beiden Honda-Werkspiloten. Pedrosa schien schneller zu sein als WM-Leader Marquez, kam aber nicht am amtierenden Moto2-Weltmeister vorbei.

Crutchlow stürzt in Runde neun

Weiter hinten im Feld kam es zu einem heftigen Unfall zwischen Avintia-Pilot Hector Barbera (FTR-Kawasaki) und Forward-Pilot Claudio Corti (FTR-Kawasaki). Barbera traf seinen Markenkollegen beim Anbremsen am Hinterrad und fuhr den Italiener vom Motorrad. Beide landeten im Kies und waren aus dem Rennen. Wenig später fand sich auch Ioda-Pilot Lukas Pesek im Kies wieder. Damit verpasste der Tscheche auch beim Heimrennen ein gutes Ergebnis. Es ist anzunehmen, dass es der vorerst letzte MotoGP-Start von Pesek war. Sein Platz im Team wackelte bereits vor dem Rennen in Brünn.

Tech-3-Pilot Smith sorgte für einen weiteren Sturz. Der Brite verpasste damit ein Top-8-Ergebnis beim Tschechien Grand Prix. An der Spitze erhöhte Marc Marquez das Tempo und fuhr einen neuen Rundenrekord. Damit wurde Lorenzos Vorsprung geringer. Hinter dem Führungstrio konnte sich Bautista an Crutchlow vorbeischieben, der aber nicht aufgab und konterte. In Runde neun ging der Brite zu Boden. In der Schikane vor dem Bergaufstück verlor Crutchlow die Kontrolle über seine Tech-3-Yamaha. Er versuchte später, das Rennen fortzusetzen. Auf Position 20 hatte er aber einen großen Rückstand auf die Punkteränge.

Die Abstände an der Spitze bewegten sich mittlerweile im Zehntelbereich. Einige Sekunden hinter den drei führenden Spaniern duellierten sich Bautista und Rossi. Für zusätzliche Spannung sorgte das Wetter in Brünn: In Runde 14 wurden die weißen Flaggen geschwenkt. An einigen Stellen der Strecke tröpfelte es leicht. Doch das Tempo an der Spitze war weiterhin hoch. An den Boxen wurden bereits die Ersatzmaschinen auf Temperatur gebracht.

Marquez geht in Führung

In Runde 16 wagte Marquez erstmals einen Versuch, die Führung zu übernehmen. Der Honda-Pilot setzte sich in Kurve drei neben Lorenzo, der aber gab nicht nach und konterte. Eine halbe Runde später startete Marquez einen zweiten Versuch. In der Schikane vor der Bergaufgeraden hatte der Rookie Erfolg und ging in Führung. In der Verfolgergruppe setzte sich Bautista gegen Rossi durch, der zwischenzeitlich den vierten Platz innehatte.

Fünf Runden vor Schluss übernahm Lorenzo wieder die Führung. Der amtierende Weltmeister gab nicht auf, doch Marquez konterte. Pedrosa sah sich die Kämpfe seiner beiden Landsmänner aus der Verfolgerposition an und wartete ab. Lorenzo konnte Marquez' Tempo nicht mehr mitgehen und wurde von Pedrosa immer mehr unter Druck gesetzt. Drei Runden vor Rennende ging Pedrosa am WM-Dritten vorbei. In der Verfolgergruppe reduzierte Rossi den Rückstand, der zwischenzeitlich auf knapp eineinhalb Sekunden anwuchs. In der letzten Runde ging der "Doktor" schließlich an Bautista vorbei und sicherte sich Platz vier.

An der Spitze änderte sich nichts mehr. Marquez holte sich seinen vierten Sieg in Folge und baute damit die WM-Führung auf 26 Punkte aus. "Ich habe es sehr genossen", bemerkt er. "Ich genieße den Sieg, aber auch das Duell gegen Jorge. Dani war auch dabei. Ich habe den Sieg nicht erwartet. Yamaha hat hier getestet und Dani hat im Vorjahr gewonnen. Deshalb habe ich den Sieg nicht erwartet, sondern nur einen Podestplatz. Ich freue mich sehr über diesen Kampf, diesen Sieg und die 25 Punkte."

Lorenzo geknickt

Teamkollege Pedrosa konnte Marquez' Sieg nicht gefährden. "Ich versuchte, dem Zug zu folgen. Das Tempo war das gesamte Rennen sehr hoch. Ich konnte kein Überholmanöver machen. Auf der Bremse und am Kurvenausgang war ich nicht stark. Am Kurvenausgang habe ich immer den Anschluss verloren", bedauert der Vizeweltmeister von 2012. "Ich war nicht nahe genug dran, um zu Überholen. Mein Überholmanöver kam eine Runde zu spät, weil mir am Ende eine Runde gefehlt hat."

"Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, aber auch etwas enttäuscht, weil ich glaube, dass ich eine gute Siegchance hatte", analysiert Pedrosa. Enttäuschung machte sich bei Lorenzo nach dem dritten Platz breit. "Ich bin etwas enttäuscht, denn ich fühle mich in meiner Karriere in Bestform. Ich hatte einen super Start, aber ich konnte meine Position gegen Honda nicht verteidigen. Es war ein toller Kampf gegen Marc. Ich versuchte es bis zum Ende und gab mein Bestes", so der Weltmeister von 2010 und 2012.

LCR-Pilot Bradl überquerte die Ziellinie nach einem einsamen Rennen als Sechster. Im Ziel hatte der Honda-Pilot knapp 20 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Markenkollege Bautista war im Rennen mehr als neun Sekunden schneller als der Deutsche. Nach hinten hatte Bradl einen komfortablen Vorsprung. Das Ducati-Duo Andrea Dovizioso und Nicky Hayden kam mit mehr als 35 Sekunden Rückstand ins Ziel. Zwischen "Dovi" und dem "Kentucky Kid" wurde es auch in Tschechien eng. Zwei Zehntelsekunden trennten die beiden Ducati-Piloten.

Pramac-Ducati-Pilot Andrea Iannone und Aspar-Pilot Aleix Espargaro (ART) komplettierten die Top 10. Espargargo war damit erneut bester CRT-Pilot. Forward-Pilot Colin Edwards (FTR-Kawasaki) kam etwa eine Sekunde hinter dem Spanier ins Ziel und wurde guter Elfter. Michele Pirro (Pramac-Ducati), Danilo Petrucci (Suter-BMW), Hiroshi Aoyama (FTR-Kawasaki) und Randy de Puniet (ART) holten ebenfalls Punkte. Nicht ganz nach Plan lief das Rennen von Remus-Pilot Martin Bauer (Suter-BMW). Der Wildcard-Pilot kam als 21. und Letzter ins Ziel und wurde zeitig überrundet.

Fotoquelle: Honda

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