Cal Crutchlow steht zum zweiten Mal in seiner Karriere auf Startplatz eins

MotoGP 2013

— 24.08.2013

Qualifying: Crutchlow blamiert die Werksfahrer

Cal Crutchlow sichert sich in Brünn vor Alvaro Bautista und Marc Marquez die Pole-Position - Stefan Bradl mit etwa einer Sekunde Rückstand nur Achter

Bei bedecktem Himmel kämpften die MotoGP-Piloten am Samstagnachmittag in Brünn die Pole-Position aus. Tech-3-Pilot Cal Crutchlow (Yamaha) setzte sich am Ende deutlich gegen die Konkurrenz durch und stellte mit einer Zeit von 1:55.527 Minuten einen neuen Pole-Position-Rekord auf. Der Brite war mehr als zwei Zehntelsekunden schneller als Gresini-Honda-Pilot Alvaro Bautista, der sich bei seiner schnellsten Runde von Marc Marquez (Honda) ziehen ließ.

Doch der Reihe nach: Crutchlow hinterließ bei seinem ersten Versuch bereits eine erste Duftmarke und kratzte an einer 1:55er-Zeit. Doch es war Bautista, der sich durch Marquez' Hinterrad ziehen ließ. Der Gresini-Pilot umrundete den bei den Fahrern beliebten Kurs in 1:55.754 Minuten, knackte damit den bestehenden Pole-Position-Rekord von Jorge Lorenzo und setzte sich nach der Halbzeit vor Marquez des Q2 an die Spitze.

Beim zweiten Versuch scheiterte Bautista an einer Verbesserung. Doch Crutchlow packte den Hammer aus und fuhr die Bestzeit. Am Vortag haderte der Brite noch mit dem Setup seiner Satelliten-Yamaha. Doch im Qualifying war von Setupschwierigkeiten keine Spur. "Es war gute Teamarbeit und haben uns in jeder Session gesteigert", bemerkt der Brite. "Es ist schön, eine richtige Pole geholt zu haben, Assen war keine richtige, weil Jorge nicht dabei war."

Zwei Satelliten-Fahrer vorne

"Die beste Yamaha zu sein, ist richtig toll", freut sich Tech-3-Pilot Crutchlow, der auch in der Qualifying-Wertung von Sponsor BMW gut im Rennen liegt. "Die Jungs sind scharf auf das Auto", scherzt er. "Ich gebe also mein Bestes. Mit dem zweiten Reifensatz war es ein bisschen grenzwertig. Ich musste pushen, weil ich sonst den Hinterreifen nicht auf Temperatur gebracht hätte."

Gresini-Honda-Pilot Bautista wies ebenfalls auf die Verbesserungen an seinem Arbeitsgerät hin. Gleichzeitig dankte er Markenkollege Marquez für dessen unfreiwillige Hilfe: "Ich hatte übers Wochenende Probleme mit der Traktion. Ich muss Marc danken, weil ich hinter ihm fahren konnte. Wir müssen abwarten, wie das Wetter wird. Ich hoffe auf einen guten Start."

Marquez selbst gestand, dass er mit der Pole-Position rechnete, aber am Ende durch schlechtes Timing keine Verbesserung mehr erzielen konnte. "Das Motorrad fühlt sich gut an. Der Rhythmus und das Tempo stimmen", bemerkt Marquez. "Ich bin ein bisschen enttäuscht, weil ich dachte, dass ich um die Pole kämpfen konnte. Ich hatte einfach zu viel Verkehr bei meinem zweiten Versuch. Dennoch bin ich nicht ganz unzufrieden"

Pedrosa und Lorenzo nur in Startreihe zwei

Honda-Werkspilot Dani Pedrosa scheiterte knapp an der ersten Reihe. Der Spanier war fünf Tausendstelsekunden langsamer als Landsmann Marquez. Weltmeister Jorge Lorenzo konnte seine starke Form aus den Trainings nicht in einen guten Startplatz umsetzen. Der Spanier muss das Rennen aus der zweiten Startreihe in Angriff nehmen. Etwas mehr als vier Zehntelsekunden trennten Lorenzo von Crutchlows Bestzeit.

Überraschend stark präsentierte sich Rookie Bradley Smith. Der Brite war nur 0,065 Sekunden langsamer als Lorenzo und holte sich Startplatz sechs. Enttäuscht dürfte Yamaha-Werkspilot Valentino Rossi sein. Der Italiener scheiterte an der zweiten Startreihe und war damit langsamster Yamaha-Pilot. Ebenfalls enttäuschend das Ergebnis von Stefan Bradl: Der Deutsche war nur minimal schneller als bei seiner Freitags-Bestzeit und holte sich mit 0,950 Sekunden Rückstand Startplatz acht.

Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso teilt sich mit Rossi und Bradl die dritte Startreihe. Auch im Qualifying war es "Dovi" nicht möglich, die Hondas und Yamahas zu ärgern. Der Rückstand war mit 1,298 Sekunden groß. Auch Teamkollege Nicky Hayden konnte nichts ausrichten. Mit knapp eineinhalb Sekunden sicherte sich der ehemalige Weltmeister Startplatz zehn und wird mit Markenkollege Andrea Iannone und Forward-Pilot Colin Edwards die vierte Startreihe bilden.

Espargaro scheidet in Q1 aus

Pramac-Pilot Iannone warf seine Ducati Desmosedici im ersten Qualifying-Abschnitt in den tschechischen Kies. Er verschätzte sich in Kurve eins und musste die Strecke verlassen. Im Kiesbett verlor er die Kontrolle über seine Maschine und wurde von den Helfern im Rettungsweg angeschoben. Währenddessen versuchten seine Mechaniker, die Ersatzmaschine bereit zu machen. Auch Hiroshi Aoyama war kurz nach Beginn des Q1 auf die Hilfe der Streckenposten angewiesen.

Bei Aspar lief das Q1 ebenfalls nicht nach Plan. Durch Aleix Espargaros Sturz im vierten Freien Training arbeiteten die Mechaniker lange an der ART. Der Spanier ging mit der reparierten Maschine auf die Strecke, signalisierte seinen Leuten aber, dass etwas nicht stimmt. Espargaro kam wieder in die Box und schilderte, was das Problem ist. Das Ersatzmotorrad wollte der sonst so dominante CRT-Pilot nicht einsetzen.

Inzwischen stürmte FTR-Kawasaki-Pilot Edwards mit einer Zeit von 1:58.169 Minuten an die Spitze. Auch Pramac-Ersatzpilot Michele Pirro hatte gute Chancen, den Einzug ins Q2 zu schaffen. Aspar-Pilot Randy de Puniet konnte die Chance nicht nutzen und kam nicht an die begehrten Aufstiegsplätze heran. Iannone und Aoyama kamen gerade rechtzeitig an ihre Boxen zurück, um noch einen Versuch zu starten.

Espargaro konnte die Zeit von Edwards nicht erreichen und setzte sich auf Position zwei. Das reichte aber nicht für Q2, denn Iannone setzte seine einzige gezeitete Runde um und fuhr in 1:58.134 Minuten die beste Zeit im Q1. Dadurch schied Espargaro aus. Espargaro muss das Rennen von Startplatz 13 aus in Angriff nehmen. Auch Pramac-Pilot Michele Pirro verpasste den Einzug ins Q2 und wird als 14. starten. De Puniet kam nicht über Startplatz 15 hinaus. Martin Bauer konnte bei seinem ersten MotoGP-Qualifying keinen Konkurrenten schlagen. Der Österreicher war mit einer Zeit von 2:01.135 Minuten deutlich langsamer als die Piloten vor ihm.

Fotoquelle: Andy Glänzel

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