Bradley Smith zeigte in den vergangenen Wochen eine aufsteigende Form

MotoGP 2013

— 05.09.2013

Smith: "Habe die 93 aus meinen Gedanken gestrichen"

Im Rookie-Duell hat Bradley Smith keine Probleme mit den Leistungen von Marc Marquez - Der Brite blickt auf die nächstjährigen Rookies Redding und Espargaro

Auf dem Papier kämpfen in diesem Jahr Bradley Smith und Marc Marquez um den Titel Rookie des Jahres, in der Praxis ist klar, wer dieses Duell für sich entschieden hat. Smith hat als Neuling in der MotoGP einen schweren Stand gegen Marquez, doch das haben alle Fahrer im Feld. Smith macht sich deshalb keine Sorgen und sieht sich für die nahe Zukunft gut gerüstet, wenn sein britischer Landsmann Scott Redding und Pol Espargaro im nächsten Jahr in die MotoGP kommen. Dann hat Smith schon ein Jahr Erfahrung in der Königsklasse gesammelt.

Dass er klar im Schatten von Marquez steht, kümmert ihn nicht. "Für mich ist es kein Problem. Ich habe nie erwartet, dass ich ihn schlagen werde", sieht es der Tech-3-Pilot realistisch. "Es ist für die anderen Fahrer frustrierender. Sie sind seit einigen Jahren in dieser Klasse und ärgern sich sicher mehr als ich. Marc war vom ersten Tag an ein Level über den anderen Fahrern. Er war sofort schnell. Wir kämpfen natürlich um den Titel Rookie des Jahres, aber schon beim ersten Test war mir klar, dass das nicht der Fall sein wird."

"Ich habe zu diesem Zeitpunkt die 93 aus meinen Gedanken gestrichen. Die anderen Fahrer müssen sich mehr Sorgen machen. Wir brauchen solche Fahrer, die das Level des Sports heben. Er ist auch zu einem Zeitpunkt gekommen, als Honda die Entwicklung forcierte, um wieder die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Sie haben also einen guten Fahrer und ein gutes Entwicklungsprogramm. Sie haben das Level wieder erhöht und Yamaha muss nachziehen."

"Das sorgt für guten Rennsport und Entwicklung im Fahrerlager", sieht Smith die allgemeine Situation positiv. "Ich glaube, dass wir in den kommenden zwölf Monaten viel Arbeit und Entwicklung von Fahrerseite, aber auch bei den Teams und Motorrädern sehen werden. Aus meiner Sicht kommen aufregende Zeiten auf uns zu." Aufregend wird auch die kommende Saison, wenn Redding bei Gresini-Honda den neuen Production-Racer fahren wird. Espargaro wird bei Tech-3-Yamaha Teamkollege von Smith sein.

"Ich freue mich mehr darauf, dass wir Briten einen Weltmeister haben könnten", blickt Smith auf die aktuellen Moto2-Erfolge von Redding. "Ich hoffe, dass er seine Sache so fortsetzt und wir am Jahresende einen Moto2-Weltmeister haben. Das wäre großartig. Ich werde der Erste sein, der ein WM-T-Shirt anhaben wird und unter dem Podest feiert." Mit Crutchlow, Smith und Redding werden im kommenden Jahr drei Briten in der MotoGP vertreten sein.

Die große Frage ist, wie gut der Production-Racer von Honda sein wird. "Seine Situation beim MotoGP-Aufstieg ist anders, vor allem weil er mit einem Production-Racer fahren wird. Ich muss mit meinem Prototypen vor ihm sein. Es ist aber toll, dass ein weiterer Fahrer der MotoGP-Akademie kommt. Das zeigt, dass dieses Projekt erfolgreich war." Redding hat mit dem Einstieg einen kleinen Vorteil, denn von ihm erwartet niemand, dass er mit dem Production-Racer gewinnen oder auf das Podest fahren wird.

Er kann sich in seinem ersten Jahr in Ruhe an die Königsklasse herantasten. Das sieht auch HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto so: "Redding ist ein guter Fahrer. Das Production-Bike wird ein gutes Paket sein, damit er sein Potenzial im nächsten Jahr zeigen kann. Normalerweise braucht es etwas Zeit, bis man sich auf die MotoGP eingestellt hat. Marc ist natürlich eine Ausnahme davon. Dieses eine Jahr auf dem Production-Racer bedeutet für Scott weniger Druck", so der Japaner bei 'Motor Cycle News'. "Es wird interessant sein, wie er sich schlägt."

Smith: Anderes Verhältnis zu Espargaro

Für Redding ist geplant, dass er 2015 dann den reinrassigen Honda-Prototypen bekommt. Espargaro wird sofort mit dem Yamaha-Prototypen beginnen. "Pol ist ein anderer Fahrer. Wir werden sicher nicht die gleiche Partnerschaft haben, wie ich sie zu Cal habe", meint Smith über seinen nächstjährigen Teamkollegen. "Ich fahre seit 2005 gegen ihn. Es ist schön, dass zwei junge Fahrer in einem Team fahren. Herve (Poncharal, Tech-3-Teamchef; Anm. d. Red.) wollte zu einem Zeitpunkt immer mit zwei jungen Fahrern arbeiten und quasi das Yamaha-Juniorteam sein."

"Das wird im nächsten Jahr erstmals der Fall sein. Ich freue mich darauf. Was ich von der Moto2 und der 125er-Klasse weiß, gibt es keinen Grund, warum ich ihn nicht schlagen kann. Ich habe auch keinen Grund ihm zu helfen. Er war Vizeweltmeister und hat Rennen in der Moto2 und der 125er-Klasse gewonnen. Ich muss ihm nichts beibringen. Ich muss meinen Job machen und meine Erfahrung als Vorteil ausnutzen, denn ich muss vor ihm bleiben."

Smith selbst zeigte in den vergangenen Wochen eine aufsteigende Form. Er wird auch im kommenden Jahr bei Tech 3 bleiben, für 2015 ist alles offen. Der Brite macht sich derzeit keine Sorgen um seinen Verbleib in der MotoGP: "Das Feedback, das ich in Brünn erhalten habe, war interessant. Wenn ich meine Leistung in den nächsten zwölf Monaten weiterhin bringe, dann werden wir sehen. Ich muss mich konzentrieren und Ergebnisse bringen."

"Am Ende der nächsten Saison laufen viele Verträge aus. Die meisten davon werden spätestens im nächsten Jahr in der Sommerpause geklärt sein. Die nächsten zwölf Monate werden deshalb für meine Karriere sehr wichtig werden. Ich glaube, dass es 2015 auch viele konkurrenzfähige Motorräder geben wird. Es gibt viele offene Optionen. Ich muss mit diesem Team mein Bestes geben. Wenn mir das gelingt, wird sich alles von selbst klären."

Fotoquelle: Tech 3

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