Kann Jorge Lorenzo durch das neue Getriebe seinen Titel verteidigen?

MotoGP 2013

— 12.09.2013

Yamaha bringt das Seamless-Getriebe nach Misano

Jorge Lorenzo und Valentino Rossi sind hocherfreut, ab dem Rennen in Misano mit dem neuen Getriebe zu fahren - Verliert Honda dadurch die Vormachtstellung?

Das Warten hat ein Ende: Yamaha wird in Misano das neue Seamless-Getriebe einsetzen, das bereits in der Sommerpause in Brünn getestet wurde. Weltmeister Jorge Lorenzo freut sich besonders, hatte er zuletzt viel riskieren müssen, um die Honda-Werkspiloten in Silverstone zu bezwingen. Durch das neue Getriebe dürften die WM-Chancen des Spaniers einen Schub erhalten. Und auch Teamkollege Valentino Rossi freut sich über die Nachricht.

Bei der Pressekonferenz vor dem Rennwochenende in Misano verkündete Lorenzo die frohe Botschaft: "Wir werden es an diesem Wochenende zur Verfügung haben", erklärt er. "Wir haben es in Brünn getestet und ich hatte direkt ein Lachen im Gesicht. Es war ein tolles Gefühl. Man hatte nicht mehr diese Unterbrechung der Leistung. Das fühlt man mit dem Seamless-Getriebe nicht mehr. Es erinnert an das Fahren mit einem Roller oder einem Automatik-Motorrad."

"Die größten Vorteile spürt man, wenn man in Schräglage hochschaltet. Wenn man das mit einem konventionellen Getriebe macht, bewegt sich das Motorrad. Dadurch fordert man die Reifen nicht so sehr und hat eine bessere Kontrolle", analysiert Lorenzo, der in den beiden vergangenen Jahren in Misano gewann. "Misano ist ein guter Kurs für mich. Ich war hier bei all meinen MotoGP-Rennen Erster oder Zweiter. Es ist ein Kurs, den ich mag. Wir befinden uns in einer guten Form."

Rossi: Getriebe ist im Rennen ein Vorteil

Teamkollege Rossi konnte seine Freude über die Premiere des neuen Getriebes ebenfalls nicht verbergen. Der Italiener strahlte bei der Pressekonferenz, obwohl er seit dem Ende der Sommerpause nicht mehr auf dem Podium stehen konnte: "Wir arbeiten ab Freitag mit dem neuen Getriebe. Wir sind sehr froh darüber. Es ist wichtig für uns Fahrer und stellt eine große Hilfe dar. In Misano muss man sehr oft das Getriebe benutzen. Ich hoffe, dass es ein Vorteil sein wird, um mit den Hondas zu kämpfen."

"Wir müssen versuchen, die Ergebnisse der drei vergangenen Rennen zu verbessern und mit den drei besten Fahrern zu kämpfen", bemerkt Rossi, der zuletzt drei Mal Vierter wurde. Und auch beim Kart-Rennen im Rahmen des Grand Prix in Misano wurde Rossi Vierter. Gelingt es Yamaha, mit dem neuen Getriebe die Dominanz der Honda-Piloten in der Fahrerwertung zu kippen?

"Als wir das Getriebe in Brünn getestet haben, wurde klar, dass das neue Getriebe vor allem das Fahren erleichtert. Das überwiegt die Vorteile bei der Performance. Ich denke nicht, dass wir dadurch eine halbe Sekunde schneller sind. Doch ich denke, dass es auf die Renndistanz ein großer Vorteil ist und man besser ans Limit gehen kann, ohne Fehler zu machen. Doch ich kann noch nicht genau sagen, wie viel es ausmacht. Das wird das Wochenende zeigen", berichtet Rossi.

Um auf Tempo zu kommen, muss Yamaha noch Setupänderungen vornehmen. "Ich denke nicht, dass man beim Seamless-Getriebe das Setup unverändert lassen kann", erklärt Routinier Rossi. "Auch wenn die Rundenzeiten ziemlich ähnlich sind, fällt es einfacher, diese Zeiten zu fahren. Man kann sich besser konzentrieren, die perfekte Linie zu treffen oder das Motorrad in den Bremszonen und Beschleunigungszonen zu stabilisieren."

Yamaha sagt Honda den Kampf an

Yamaha-Rennleiter Lin Jarvis begrüßt die Renn-Premiere des neuen Getriebes ebenfalls: "Es ist sehr wichtig für uns. Wir haben verglichen mit Honda einen Rückstand. Wir müssen bei den ausstehenden sechs Rennen unser Bestes geben", unterstreicht er. Bisher war unklar, ob das neue Getriebe durch eine eventuell andere Bauweise die Nominierung des letzten neuen Motors nötig macht. Jarvis gibt Entwarnung: "Es ist nicht notwendig. Unser Seamless-Getriebe passt in das bestehende Kurbelgehäuse."

Dass Yamaha mit der Einführung des Seamless-Getriebes drei Rennen lang gewartet hat, kann Jarvis gut begründen: "Das Getriebe ist komplett neu und wurde von Yamaha konstruiert. Nachdem wir die Vorteile festgestellt haben, konnten wir auch einige Dinge verbessern", so der Yamaha-Rennleiter. Bei der Konkurrenz von Honda hat man die Nachricht sicher mit weniger Freude aufgenommen.

Das in der WM-Wertung momentan führende Honda-Team kommt technisch unverändert nach Misano. "Wir haben nichts Neues an diesem Wochenende dabei. Am Montag testen wir die 2014er-Maschine. Wir haben die Messlatte höher gelegt und Yamaha holt auf. So ist es in einem Wettbewerb", bemerkt Honda-Teamchef Livio Suppo. "Wir sind gespannt, wie deren Maschinen mit den neuen Getrieben funktionieren."

Fotoquelle: Yamaha

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