Stillstand statt Fortschritt: Die Ducati-Fahrer schieben Frust

MotoGP 2013

— 01.10.2013

Hayden und Dovizioso kritisieren Stillstand bei Ducati

Nicky Hayden und Andrea Dovizioso kritisieren die Entwicklungsarbeit von Ducati: "Die Leute, welche die Probleme beheben sollen, haben das nicht geschafft"

In dieser MotoGP-Saison knnte man Starterfeld leistungsmig in drei Gruppen einteilen. Es gibt die CRTs, es gibt die Prototypen und es gibt die Ducati. Die sportliche Krise der Italiener, die seit der Saison 2010 auf einen Sieg warten, hlt auch 2013 unvermindert an. Andrea Dovizioso und Nicky Hayden fahren der Konkurrenz von Honda und Yamaha in der Regel deutlich hinterher und mssen sich mit CRT-Ass Aleix Espargaro herumschlagen. Seit Jahren versucht Ducati die Lcke zu schlieen, doch ohne Erfolg.

Die Entwicklungen der Rennabteilung brachten das Team nicht voran. Sind die Probleme bei Ducati also hausgemacht? "Ich mchte keine schmutzige Wsche waschen", sagt Hayden. "Allerdings muss man feststellen: Das Lab-Bike, was wir nach Jerez getestet haben, und von dem sie dachten, es sei viel besser, war nicht besser." In der Tat war bei dem neuen Motorrad, welches von Testfahrer Michele Pirro bei einigen Rennen eingesetzt wurde, kein Fortschritt zu erkennen. "Sie haben viel daran gearbeitet und getestet, haben aber nie einen Schritt nach vorne gemacht", so Hayden.

Allerdings war Hayden, der Ducati am Saisonende nach fnf Jahren verlassen wird, zuletzt auch nicht mehr aktiv in die Entwicklung eingebunden. "Ich bin nach Misano entgegen der ursprnglichen Planung aber nicht die aktuelle Version gefahren. Daher bin vorsichtig, mit dem was ich sage." Die kurzfristige Absage des Tests der neuesten Entwicklungsstufe der Desmosedici, die Ducati mit "Materialproblemen" omins begrndet hatte, stt Hayden immer noch sauer auf. "Ich war nicht glcklich damit, wie das gehandhabt wurde."

Nach erfolglosen Versuchen mit dem Lab-Bike stellte Ducati die Arbeit daran ein und konzentrierte sich wieder auf die Weiterentwicklung der bestehenden GP13. Fr die Ducati-Piloten ist dieser Fehlschlag fast schon symptomatisch. "Wenn man die Probleme nicht in den Griff bekommt, muss man sich hinterfragen. Liegt es am Personal? Sind es Fehler?", so Hayden, whrend Teamkollege Dovizioso freimtig erklrt: "Die Leute, welche die Probleme beheben sollen, haben das nicht geschafft."

Das will Hayden allerdings nicht so stehen lassen. "Es gibt eine Menge guter Leute, das ist sicherlich nicht das einzige Problem", sagt der US-Amerikaner, der dem Team trotzdem ein schlechtes Zeugnis ausstellt. "Sie mssen alle Bereiche untersuchen, denn in diesem Jahr wurde die Lcke nicht einmal kleiner. Ich habe im Laufe der Saison leider eher das Gefhl, dass wir weiter zurckfallen." Dovizioso ist angesichts der Misere ratlos und wei auch nicht, wo er uns sein Team ansetzen sollen: "Es gibt nicht das eine groe Problem. Wir haben zwar Schwierigkeiten beim Einlenken, aber das alleine ist nicht der Grund fr den groen Rckstand auf die Spitze."

Hayden ist bei der Suche nach den Grnden fr die Erfolglosigkeit in dieser Saison hingegen fndig geworden. Der Weltmeister von 2006 sieht in der Entmachtung des Entwicklungschefs Filippo Preziosi einen Grund fr die aktuelle Misere. "Es gab einen groen Aufschrei, als er gegangen ist, denn er war so tief mit dem Motorrad vertraut. Das hat eine groe Lcke hinterlassen", sagt Hayden.

Preziosi war Ende 2012 von seinem Posten als General Manager der Rennabteilung entbunden worden und wurde nach Ansicht von Hayden nicht adquat ersetzt. "Es gab zwar Leute, die seine Position eingenommen haben, aber vielleicht war das nicht die beste Lsung. Filippo war ein guter Anfhrer, die Leute haben auf ihn gehrt. Wir wussten, wer verantwortlich war und bekamen eine klare Antwort auf alle Fragen", trauert der US-Amerikaner seinem langjhrigem Chef hinterher. "Daher ist es schade, dass er nicht mehr da ist."

Fotoquelle: Ducati

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