Jorge Lorenzo setzt seit zwei Rennen auf das neue Seamless-Getriebe

MotoGP 2013

— 01.10.2013

Sollten Seamless-Getriebe verboten werden?

Die Frage nach dem Sinn: Bei Honda und Yamaha wurden viele Millionen investiert, um ein Getriebe zu bauen, das es vermutlich nie in die Serie schaffen wird

Honda setzt seit der Saison 2011 auf ein sogenanntes Seamless-Getriebe, das sanftere und schnellere Gangwechsel als ein konventionelles Getriebe erlaubt. Yamaha zog im Laufe der Saison 2013 nach und stattet seit Misano die beiden Werks-Piloten mit den neuen Getrieben aus. Somit können insgesamt zehn Fahrer im Feld die Vorteile der Seamless-Getriebe nutzen. Lediglich die Tech-3-Piloten müssen noch mit den alten Getrieben fahren.

Der Aufwand, der für die Entwicklung betrieben wurde, ist immens. Zudem herrscht höchste Geheimhaltung. Die Getriebe werden bei Störungen komplett gewechselt. Die Mechaniker der Teams dürfen die hochkomplexen Schaltboxen nicht öffnen. Dieses Recht haben nur die Mitarbeiter der Hersteller. Ein Einsatz in der Serie ist momentan nicht vorstellbar. Deshalb stellen sich vor allem die kleineren Teams einige Fragen: Lohnt dieser Aufwand? Oder hätte man diese Entwicklung bereits stoppen sollen?

"Man stellt sich bei solchen Sachen immer diese Frage", beruhigt Yamaha-Rennleiter Lin Jarvis. "Man könnte auch fragen, ob es richtig war, von den 1.000ern zu den 800ern und dann wieder zu den 1.000ern zu wechseln. Das ist meiner Meinung nach eine weitere große Frage. Wir müssen die Dinge so handhaben, wie es uns die Regeln vorgeben. Wenn Honda nicht so viel Geld investiert hätte, um ein Seamless-Getriebe zu entwickeln, dann hätten wir es auch nicht gemacht. Das ist die Natur des Wettbewerbs."

"Man muss reagieren, wenn man mithalten und gewinnen möchte. Wir sind als Unternehmen immer bestrebt, die Technologie zu verbessern", stellt Jarvis klar, der nicht ausschließt, dass diese Getriebe irgendwann den Weg in die Serie schaffen. "Heute sagen wir, dass ein Seamless-Getriebe vermutlich nie bei einem Straßen-Motorrad verfügbar sein wird. Doch ist das in 15 oder in zehn Jahren auch so? Vielleicht wird es irgendwann den Weg in die Serie schaffen. Ich bin aber kein Ingenieur und kann das nicht genau beurteilen."

HRC-Teamchef Livio Suppo sieht die Seamless-Getriebe ebenfalls nicht so kritisch. "In der Serie gibt es viele Sportmotorräder mit elektronischen Federelementen. In der MotoGP ist es nicht erlaubt. Manchmal ist es gut, Regeln zu haben, die eine enge Verbindung zu der Serien-Produktion anstreben. Manchmal ist es aber genau andersherum. Das ist schwierig zu beurteilen. Man muss einen Kompromiss finden", bemerkt der Italiener.

Tech-3-Pilot Cal Crutchlow ist einer der Piloten, die bisher noch mit dem konventionellen Getriebe fahren müssen. "Die drei Jungs vorne fahren alle mit dem Seamless-Getriebe. Ich habe keins, aber wir fahren alle auf den gleichen Reifen. Das sollte in den Regeln festgelegt sein. Wenn einer ein Seamless-Getriebe fährt, sollten es alle haben", fordert der Brite, der zudem auf das fehlende Mindestgewicht in der MotoGP aufmerksam macht: "Ich wiege 20 Kilogramm mehr als Dani, was beim Beschleunigen ein Vorteil ist. Er hat zwar Probleme, das Motorrad beim Beschleunigen zu kontrollieren, daher ist es vielleicht kein großer Vorteil, aber er muss auch 20 Kilogramm weniger abbremsen."

Fotoquelle: Honda

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