Routinier Valentino Rossi würde auf einige Fahrhilfen gerne verzichten

MotoGP 2013

— 02.10.2013

Rossi stimmt Stoners Elektronik-Kritik zu

Laut Valentino Rossi und Casey Stoner sollte die Elektronik in der MotoGP stark limitiert werden - Jorge Lorenzo betont, wie wichtig die elektronischen Hilfen sind

Seit der Einführung der Viertakter hat sich besonders auf dem Gebiet der Elektronik viel getan. Hatten die Ingenieure bei den Zweitaktern praktisch keine Möglichkeiten, Traktionskontrollen oder andere Hilfen zu verwenden, gab es bei den neuen Motorräder zahlreiche Optionen, die Leistungsabgabe durch sensorgesteuerte Programme zu modifizieren. Dadurch wurde die Fahrbarkeit der Maschinen wesentlich verbessert. Kritiker behaupten jedoch, dass die Rennen an Spannung verloren haben und die Fahrer weniger Können benötigen, um das Potenzial der Motorräder auszuschöpfen.

Ex-Racer Casey Stoner ist ein bekennender Gegner elektronischer Hilfen. Zu seiner aktiven Zeit ließ der Australier keine Gelegenheit aus, um über die MotoGP-Motorräder und deren Technologien zu schimpfen. Der Ausnahmekönner wünscht sich deutlich weniger Hilfen. Dafür aber könnten die jetzt schon mehr als 250 PS starken Maschinen noch eine Leistungsspritze vertragen. Stoner strebt 300 PS an - ohne Fahrhilfen.

Bezüglich der Leistungssteigerung stimmt Erzfeind Valentino Rossi nicht mit Stoners Meinung überein: "Es ist momentan schon schwierig, die Leistung zu nutzen. Wir verwenden deutlich weniger als wir zur Verfügung haben." Wenn es um die elektronischen Hilfen geht, liegen die Meinungen von Stoner und Rossi aber gar nicht so weit auseinander: "Ich stimme Stoner zu, was die Elektronik angeht. Die Elektronik hat ein Niveau erreicht, wo es zu sehr um die Performance geht und nicht nur ein Sicherheitsaspekt ist."

"Meiner Meinung nach sollte ein bestimmter Grad an Elektronik erhalten bleiben. Das ist wichtig für die Sicherheit, auch die der Serienmaschinen auf der Straße. Doch man sollte elektronische Hilfen verbieten, durch die Fortschritte bei der Performance erzielt werden und das Fahren erleichtert wird", schildert der neunmalige Weltmeister und begründet: "Dadurch sind die Rennen meiner Meinung nach langweiliger."

Rossis Teamkollege Jorge Lorenzo hat eine andere Sicht der Dinge und erinnert sich an eine Situation aus der vorletzten Saison: "Als ich in einer Kurve auf die Traktionskontrolle verzichtete, flog ich bis auf den Mond. Das war 2011 in Laguna Seca. Ich halte es also für keine gute Idee. Das denke ich auch, wenn es um eine Leistung von 300 PS geht", bemerkt der Spanier. "Ich würde es begrüßen, wenn Casey zurückkommt, doch ich bin gegen ein Motorrad mit 300 PS und ohne Elektronik."

Eine Rückkehr des medienscheuen Australiers würde auch WM-Leader Marc Marquez begrüßen: "Es wäre eine gute Nachricht, wenn er zurückkommt, weil er einer der schnellsten Piloten der Welt ist. Es wäre gut für die Show und für die MotoGP", erklärt der amtierende Moto2-Weltmeister. "Die Motorräder müssen nicht mehr Leistung haben. Weniger Elektronik? Warum nicht?"

Fotoquelle: FGlaenzel

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