Pol Espargaro muss sich bei Yamaha hinter Lorenzo und Rossi anstellen

MotoGP 2013

— 02.10.2013

Espargaro bis 2017 ohne Yamaha-Werksmaterial?

Yamaha strebt an, Jorge Lorenzo und Valentino Rossi bis 2016 im Werksteam zu halten - Wie viel Geduld bringt Tech-3-Neuzugang Pol Espargaro mit?

Ende der Saison wird Moto2-Spitzenpilot Pol Espargaro seine Pons-Kalex gegen eine Yamaha M1 eintauschen und im Team von Herve Poncharal die Nachfolge von Cal Crutchlow antreten. Espargaro hat einen Vertrag mit Yamaha unterzeichnet und wird solange bei Tech 3 geparkt, bis ein Platz im Werksteam frei wird. Sollten Jorge Lorenzo und Valentino Rossi ihre Verträge aber verlängern, wie es seitens Yamaha momentan angestrebt wird, dann wird Espargaros Geduld auf eine harte Probe gestellt.

"Pol saß noch nicht auf einer MotoGP-Maschine. Wir bieten ihm eine tolle Chance, eine M1 in Werks-Spezifikation zu fahren, mit der man gut dabei sein kann, wie Cal bewies", beruhigt Yamaha-Rennleiter Lin Jarvis gegenüber 'Motor Cycle News'. "Ob er direkt konkurrenzfähig sein wird? Vielleicht, doch das wissen wir nicht, weil es nicht so einfach ist. Ein junger Fahrer benötigt etwas Geduld."

In der laufenden Saison sind die beiden Tech-3-Yamahas nicht identisch. Crutchlows M1 ist deutlich näher an der Werks-Spezifikation dran als das Motorrad von Rookie Bradley Smith. In der kommenden Saison soll sich das ändern. Dann werden Smith und Espargaro mit identischem Material auf die Strecke gehen. Wie weit die Tech-3-Maschinen von den Werks-Bikes entfernt sein werden, ist noch offen. Teamchef Poncharal hofft auf geringe Unterschiede, dann wäre es auch nicht so tragisch, wenn Espargaro mit dem Aufstieg ins Werksteam warten muss.

"Wenn er die gleiche Spezifikation erhält, dann spielt es keine Rolle ob das Motorrad blau oder schwarz ist", stellt Poncharal klar. "Ich vermute, dass sie das mit Pol besprochen haben und er mit der Situation zufrieden ist. Er weiß, dass Valentino und Jorge auch für 2015 unterschreiben könnten und er bei Tech 3 bleiben muss. Doch wenn man Cal oder Bradley fragt, dann ist das keine schlechte Wahl."

Smith begrüßt die Entscheidung, dass im Team in Zukunft keine Unterschiede gemacht werden und erinnert an die Vergangenheit: "Selbst als Colin (Edwards; Anm. d. Red.) oder Ben (Spies; Anm. d. Red.) im Team waren, hatten die Fahrer das gleiche Material. In diesem Jahr gibt es einen Unterschied. Cal hat ein anderes Motorrad als ich", erklärt der junge Brite, der sich nocht beschwert: "Cal konnte zu Beginn der Saison um Siege kämpfen, holte zwei Pole-Positions und einige Podestplätze. Sie mussten ihm besseres Material geben."

"Es ist gut, dass wir in der kommenden Saison das gleiche Material haben werden. Wenn es das Misano-Motorrad sein wird, dann können wir richtig froh sein. Doch wir müssen abwarten, ob das so sein wird", schildert Smith. Yamaha brachte neben dem Seamless-Getriebe weitere Detailverbesserungen mit nach Misano, die Lorenzos Titelchancen verbessern sollten.

Die Werks-M1 hat seit Misano eine bessere Traktion und Bremsstabilität. "Sie verfolgen bei der Entwicklung den richtigen Weg und arbeiten genau an den Dingen, die ich mir wünsche", lobt Smith und kritisiert die Arbeit der Vergangenheit: "In den vergangenen Jahren gab es bei Yamaha nicht besonders viele Entwicklungen. Das ist mein Eindruck. Was sie nach Misano gebracht haben, war aber gute Arbeit. Derjenige, der sich um die Entwicklung gekümmert hat, leistete tolle Arbeit."

Fotoquelle: FGlaenzel

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