Valentino Rossi und Cal Crutchlow müssen meist auf andere Mappings wechseln

MotoGP 2013

— 02.10.2013

Rossi und Crutchlow: Spritlimit bereitet Sorgen

Die beiden Yamaha-Piloten verbrauchen verglichen mit den Spaniern durch ihr Mehrgewicht mehr Sprit und rätseln, wie sie das Problem 2014 in den Griff bekommen

Das Spritlimit von 21 Litern sorgt vor allem bei Yamaha für Sorgenfalten. Sowohl Valentino Rossi als auch Cal Crutchlow müssen regelmäßig Kompromisse eingehen, um die Zielflagge zu sehen. In der Einführungsrunde und auf dem Weg in die Startaufstellung müssen die beiden Yamaha-Piloten das Gas gut dosieren. Das sorgt für Nachteile beim Rennstart. In der kommenden Saison wird es für Rossi und Crutchlow nicht einfacher, über die Runden zu kommen. Ab 2014 dürfen die Werksmaschinen nur noch 20 Liter Sprit mitführen.

"Wir haben bereits mit 21 Litern Probleme. Ich kann mir noch nicht vorstellen, wie es mit 20 Litern wird", gesteht Rossi besorgt. Der "Doktor" macht vor allem seine Größe für den Mehrverbrauch verantwortlich: "Ich bin ein großer und schwerer Fahrer. Dadurch habe ich dann einen doppelten Nachteil im Vergleich zu den kleinen und leichten Piloten, weil ich mehr Sprit benötige. Deswegen habe ich mehr Probleme als die kleinen Fahrer."

Bei Tech-3-Pilot Bradley Smith verhält es sich anders: "Ich hatte nie Probleme mit dem Benzinverbrauch, nicht einmal auf den anspruchsvollsten Strecken", bemerkt der Brite. "Das liegt an meinem Fahrstil. Ich denke, dass ich runder fahre. Ich nutze die Traktionskontrolle nicht so sehr und verlasse mich weniger auf die Elektronik. Das ist vermutlich meine Schwäche, was das Tempo angeht, weil ich die Elektronik nicht richtig nutze. Ich habe am Ende meist noch ziemlich viel Sprit übrig."

Crutchlow: "Das ist unvorstellbar"

Teamkollege Crutchlow gilt als aggressiver Fahrer. Und auch die Größe macht dem Briten zu schaffen. "Der Benzinverbrauch ist unser größtes Problem", bestätigt er. "Valentino und ich sind am Limit. Das ist unvorstellbar. Bei einem Rennen geht mir der Sprit aus, ihm bei einem anderen. Es hängt vom Rennverlauf ab, ob man Windschatten hat oder nicht. Normalerweise würde uns immer der Sprit ausgehen. Wenn wir in dieser Saison nur 20 Liter hätten, wären wir bei lediglich zwei Rennen ins Ziel gekommen. Das zeigt, wie es in Zukunft aussehen wird."

Und nicht nur gegen Rennende werden die beiden Yamaha-Piloten durch sanftere Motor-Mappings eingebremst. "Dass wir in der ersten Runde so viel Zeit verlieren hängt laut Valentino und mir viel mit der Besichtigungsrunde zusammen", schildert Crutchlow und begründet: "Wir müssen mit 50 oder 30 km/h im sechsten Gang in die Startaufstellung fahren. Wir können den Reifen nicht anrauen. Dadurch haben wir noch den Glanz auf dem Reifen."

"Auf der Aufwärmrunde fehlt uns eine Runde. Jorge kann dann schon pushen. Er hat einen anderen Fahrstil und ist fünf Kilogramm leichter ist als Vale und ich. Zudem ist er aerodynamischer. Er kann pushen und den Reifen von Beginn an nutzen", erklärt der ehemalige Supersport-Weltmeister. "Doch ich muss festhalten: Wenn ich ausreichend Sprit hätte und so pushen würde, dann würde es mich auf den Mond schießen. Vale und ich können das Jorge nicht nachmachen. Sicher ist der Sprit ein Grund dafür, doch es liegt auch an ihm."

Kommt ein kombiniertes Gewichtslimit?

Im Zusammenhang mit dem Benzinlimit erhält die Diskussion um ein kombiniertes Gewichtslimit von Fahrer und Motorrad neuen Schwung. Schwere Fahrer haben ohnehin mehr Gewicht zu beschleunigen und müssen dieses Gewicht auch noch mit weniger Leistung antreiben, damit sie über die Runden kommen. Fliegengewichte wie Dani Pedrosa profitieren davon in der kommenden Saison noch mehr als sie es in der laufenden bereits tun. Doch Crutchlow winkt ab: "Ich möchte nicht sagen, dass wir ein kombiniertes Gewichtslimit brauchen."

Weltmeister Lorenzo hatte bisher keine Probleme mit der schluckfreudigen Yamaha. "Jorge fährt runder und geht von Kurve zu Kurve nicht so aggressiv ans Gas. Bei Vale ist es ähnlich, doch er ist schwerer", analysiert Crutchlow, von der Situation genervt ist. "Die Honda-Fahrer drehen ihre Maschinen in der Startaufstellung hoch und gehen mit Vollgas in die Aufwärmrunde. Wenn unser Motorrad schneller wäre, würde ich mich nicht beschweren, doch wir sind langsamer und verbrauchen trotzdem mehr Sprit."

Fotoquelle: Yamaha

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