Die 500er-Zweitaktmaschine von Wayne Rainey hatte keine Fahrhilfen

MotoGP 2013

— 06.10.2013

Rainey spricht über Fahrhilfen und sein Schicksal

Der seit seinem schweren Sturz auf einen Rollstuhl angewiesene Ex-Champ kritisiert die elektronischen Fahrhilfen, lobt aber auch das geringere Highsider-Risiko

Wie groß der Einfluss der Elektronik in der MotoGP ist wurde zuletzt beim Grand Prix in Aragon deutlich, als Honda-Werkspilot Dani Pedrosa wenige Sekunden nach dem Aussetzen seiner Traktionskontrolle per Highsider von seiner RC213V abflog. Ohne die elektronischen Fahrhilfen wären die mehr als 250 PS starken MotoGP-Maschinen kaum zu bändigen. Die Sicherheit der Fahrer wurde durch die komplexen Systeme deutlich verbessert.

Dennoch gibt es viele Kritiker. Casey Stoner machte nie ein Geheimnis daraus, mit der Entwicklung in der MotoGP nicht einverstanden zu sein. Und auch Valentino Rossi schimpfte zuletzt über die Elektronik, die seiner Meinung nach limitiert werden sollte, um spannendere Rennen zu ermöglichen. Die meisten Ex-Racer wie Kevin Schwantz oder auch Wayne Rainey sind sowieso der Meinung, die Fahrhilfen machen es den Fahrern zu leicht.

"Wir hatten keine Fahrhilfen. Es war nicht so künstlich", bemerkt Ex-Weltmeister Rainey im Gespräch mit 'MotoGP.com. "Die Motorräder waren körperlich sehr anspruchsvoll, was auch an der Charakteristik der Zweitaktmotoren lag, die eine merkwürdige Leistungsabgabe hatten. Die Fahrer heute haben Hilfsmittel. Doch die Motorräder sind noch immer sehr schwierig zu fahren. Ich finde aber, dass man einige Hilfen weglassen sollte. Es gibt jetzt zu viele davon."

Rainey gewann zwischen 1990 und 1992 drei Mal in Folge die 500er-Klasse. Beim Grand Prix von Misano stürzte der US-Amerikaner in der Saison 1993 schwer und musste seine Karriere daraufhin beenden. "Es gibt keine Zweifel: Die Elektronik hat die Gefahr eines Highsiders verringert. Die meisten meiner Stürze wurden durch das Gas verursacht", blickt der seit seinem Sturz auf einen Rollstuhl angewiesene Rainey zurück.

"Ich freue mich jedes Mal, wenn ein Fahrer am Ende seiner Karriere gesund ist. Es ist ein ziemlich brutaler Sport", bedauert Rainey, der mit der Arbeit von Reifenlieferant Bridgestone nicht zweifellos zufrieden ist: "Die Reifenmischungen scheinen durch die Einheitsreifenregel ziemlich hart zu sein. Da sollte es ein bisschen mehr Entwicklung geben, damit sich auch das Aufwärmverhalten verbessert. Es ist sehr gefährlich, wenn die Fahrer stürzen, obwohl sie in dem Moment kein Gas geben."

Yamaha-Botschafter Rainey hat trotz seines Schicksals die Liebe zum Sport nicht verloren. Man sieht den 1960 in Kalifornien geborenen Ex-Champ immer wieder bei Rennen. Die Gefahren des Sports waren ihm immer bewusst. Doch auf dem Motorrad blieb keine Zeit für Zweifel: "Ich wusste, dass so etwas passieren kann. Aber ich verdrängte solche Gedanken. Anders geht es nicht, wenn man Rennen fährt", betont Rainey.

"Man kann nicht daran denken, in einem Rollstuhl zu landen, wenn man stürzt. Ich lebe meinen Alptraum. Doch so ist mein Leben. Wenn ich aufwache ist der Rollstuhl das Erste, was ich sehe. Ich habe mich bestmöglich an mein Leben angepasst. Doch es gibt nach wie vor Tage, die sehr schwierig sind. Manchmal bin ich sauer", gesteht der ehemalige 500er-Weltmeister. "In meinem Leben fehlt mir die Unabhängigkeit, ein Mann zu sein und nicht um Dinge zu fragen."

Fotoquelle: Yamaha

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