Marc Marquez hat Jorge Lorenzo in Aragon und Sepang im direkten Duell besiegt

MotoGP 2013

— 17.10.2013

Lorenzo: "Marquez ist ein Phänomen"

Jorge Lorenzo erkennt das große Talent von Marc Marquez an, betont aber auch dessen gutes Umfeld - Marquez selbst hätte nicht mit diesen Erfolgen gerechnet

Nach dem Rücktritt von Casey Stoner bahnte sich ein WM-Duell zwischen Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa an, doch Rookie Marc Marquez stahl seinen beiden spanischen Landsleuten in dieser Saison die Show. Lorenzo und Pedrosa verletzten sich zwar im Frühjahr, doch Marquez hat seine Erfolge selbst herausgefahren. Mit Ausnahme von Mugello stand er in allen Rennen auf dem Podest. Alleine sechs Mal jubelte der 20-Jährige von der höchsten Stufe. Seit dem Sommer ist klar, dass der WM-Titel nur noch eine Frage der Zeit sein würde. Die MotoGP hat einen neuen Superstar gefunden, der den Sport über Jahre dominieren könnte.

Auch die Konkurrenz hat eingesehen, dass sie es mit einem Ausnahmetalent zu tun hat. "Wir sehen einen der unglaublichsten Fahrer, der neu in eine Klasse gekommen ist. Er ist talentiert, schnell, hat Ambitionen und ist mutig. Er wird nicht nur in diesem Jahr Weltmeister werden, sondern noch in vielen weiteren", sagt Lorenzo. Wenn Marquez am Sonntag in Australien acht Punkte mehr als Lorenzo holt, ist die Weltmeisterschaft entschieden.

"Man muss natürlich alle Karten in seinen Händen halten. Er ist natürlich in einem sehr guten Team, hat ein sehr gutes Motorrad und gute Sponsoren", so der fast entthronte Weltmeister. "Die Reifen sind einfacher als früher. Alles zusammen macht ihn so konkurrenzfähig. Er ist es, weil er ein Phänomen ist, aber er hat auch das beste Werkzeug zur Hand." Diese Möglichkeiten hat Dani Pedrosa seit dem Jahr 2006, doch der Spanier schaffte bisher nie den WM-Titel.

Marquez selbst ist überrascht von seinen Erfolgen, denn er hatte ursprünglich damit gerechnet, dass er um WM-Platz drei kämpfen wird. "Zu Beginn dachte ich, dass ich vielleicht meinen Fahrstil umstellen und mich an das große Motorrad anpassen muss. Seit Deutschland fühle ich mich mit dem Motorrad wie eine Einheit. Ich kann damit immer mehr spielen, anstatt dass es mit mir fährt", beschreibt der kommende Champion bei 'Crash.net'.

Der Umstieg auf die Königsklasse fiel ihm leicht. "Für mich war der Umstieg von der 125er auf die Moto2 schwieriger als von der Moto2 auf die MotoGP. Als ich das Motorrad zum ersten Mal gefahren bin, musste ich viele Dinge kontrollieren. Ich dachte, dass ich es nie lernen werde. Jetzt fühle ich mich auf dem Motorrad aber sehr gut." Viele Moto2-Fahrer haben in der MotoGP zu Beginn Mühe gehabt. Stefan Bradl schaffte es erst nach eineinhalb Jahren zum ersten Mal auf das Podest.

Marquez ist bisher auch der einzige Moto2-Fahrer, der einen Grand Prix gewonnen hat. Warum die anderen Fahrer mehr Schwierigkeiten haben, weiß er nicht. "Das kann ich ehrlich nicht sagen. Honda hat mir sehr gut geholfen. Ich habe auch viel gelernt. Wir gehen jedes Wochenende gleich an. Wir haben keinen Druck, wollen lernen und so viele Informationen wie möglich sammeln." Marquez lernt schnell. Man kann sich ausmalen, welches Feuerwerk er im kommenden Jahr abfeuern wird, wenn er zum zweiten Mal die Strecken mit der MotoGP-Maschine befährt.

Marquez wollte erst 2014 um die WM kämpfen

"Die Idee war ursprünglich, dass ich so viel wie möglich lerne, damit ich für 2014 bereit bin. Ein Jahr lang sollte ich mich auf das neue Motorrad einstellen und ab der zweiten Saisonhälfte versuchen auf das Podest zu kommen und vielleicht ein Rennen zu gewinnen." Diese Zielsetzung hatte er schon nach den ersten beiden Rennen erledigt. Abgesehen von seinen Erfolgen besticht Marquez auch durch seinen spektakulären Fahrstil, der ihm bei Zweikämpfen auch schon Kritik beschert hat.

Es ist der gleiche Fahrstil, den er schon in der Moto2 gepflegt hat. "Ich schätze, in der MotoGP sieht es übertriebener aus. Ich versuchte mich anzupassen, aber am Ende konnte ich es nicht. Es scheint aber zu funktionieren", sagt er mit einem Lächeln. Die Konkurrenz versucht sich teilweise etwas von seinem Stil abzuschauen. Es ist aber auch Resignation zu erkennen. Lorenzo kämpfte in den vergangenen Rennen wie ein Löwe, musste sich am Ende aber doch Marquez geschlagen geben.

"Abseits der Rennstrecke habe ich eigentlich keine Beziehung zu Jorge. Wenn wir uns an der Rennstrecke begegnen, dann sage ich 'Hallo' und wir schütteln uns die Hände. Mit Dani habe ich eine gute Partnerschaft. Ich habe von ihm sehr viel gelernt, auch auf der Strecke, wie man die Honda am besten Fahren kann", sagt Marquez über seine unmittelbare Konkurrenz. Gegen seinen Vorgänger im Honda-Team, Casey Stoner, ist er nie auf der Strecke angetreten. "Ich wäre gerne gegen Casey gefahren. Das wäre interessant, aber so ist das Leben. Vielleicht kommt er eines Tages zurück."

Fotoquelle: FGlaenzel

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