Jorge Lorenzo ist nach seinem Sieg wieder im Rennen um den WM-Titel

MotoGP 2013

— 20.10.2013

Phillip Island: Lorenzo siegt - Marquez disqualifiziert

Jorge Lorenzo siegt in einem denkwürdigen MotoGP-Rennen auf Phillip Island und sorgt für Spannung in der WM - Marc Marquez disqualifiziert

Yamaha-Werksfahrer Jorge Lorenzo hat den Grand Prix von Australien gewonnen und Spannung in die WM gebracht. Titelfavorit Marc Marquez (Honda) wurde disqualifiziert, weil er eine Runde zu spät zum vorgeschriebenen Motorradwechsel an die Box abgebogen war. Null Punkte für Marquez, 25 für Lorenzo: Die WM ist zwei Rennen vor Saisonende wieder völlig offen, denn der Vorsprung von Marquez ist auf 18 Punkte geschrumpft. Dani Pedrosa (Honda) wurde hinter Lorenzo Zweiter und hat mit 34 Punkten Rückstand ebenfalls noch rechnerische Titelchancen. Valentino Rossi (Yamaha) setzte sich im Fotofinish bei den Verfolgern durch und kletterte als Dritter auf das Podest.

Da Reifenlieferant Bridgestone aufgrund des neuen Asphaltbelags auf der Strecke von Phillip Island die Sicherheit der Hinterreifen nur für maximal zehn Runden garantieren konnte, wurde das Rennen von 27 auf 19 Runden verkürzt. Zudem wurde nach dem "Flag-to-Flag"-Modus gefahren. Es musste das Motorrad gewechselt werden. Die Fahrer durften maximal zehn Runden mit einem Hinterreifen fahren. Außerdem waren die harten Hinterreifen vorgeschrieben.

Beim Start nutzte Lorenzo seine Pole-Position perfekt und ging sofort in Führung. An seine Fersen hefteten sich die beiden Honda-Piloten. Marquez, Pedrosa und Lorenzo lieferten sich gleich in der ersten Runde einen großen Kampf. Rookie Bradley Smith (Tech-3-Yamaha) folgte als Vierter. Am Ende der ersten Runde führte Lorenzo eine halbe Sekunde vor Marquez und Pedrosa. Rossi hatte sich bei den Verfolgern durchgesetzt und lag vor Smith und Alvaro Bautista (Gresini-Honda) auf Rang vier. Lorenzo versuchte den Honda-Fahrern zu entwischen, doch Marquez hielt den Anschluss.

Vor dem Motorradwechsel schob sich die Spitze zusammen. Pedrosa legte zu und fuhr direkt hinter Lorenzo und Marquez. Pedrosa bog in der neunten Runde als Erster in die Box ab, während Lorenzo und Marquez draußen blieben. Eine Runde später kam Lorenzo an die Box, während Marquez noch eine weitere Runde auf der Strecke blieb. Lorenzo kehrte vor Pedrosa auf die Strecke zurück. Als Marquez auf die Strecke zurückkehrte, beschleunigte er langsam Richtung Ideallinie, während Lorenzo und Pedrosa in vollem Tempo auf Kurve eins zufuhren.

Marquez wird disqualifiziert

Marquez zog etwas nach innen, Lorenzo blieb auf der Ideallinie und stach innen hinein. Es kam zu einer leichten Berührung, doch alles ging gut. "Ich kam gemeinsam mit Marc zur ersten Kurve", berichtet Lorenzo die brenzlige Situation. "Ich habe zu stark gebremst und fuhr zu schnell in die Kurve. Er hat nicht darauf geachtet, wer kam und ich war außerdem zu schnell. Deshalb haben wir uns berührt."

Pedrosa schlüpfte ebenfalls durch und somit führte nach den Motorradwechseln Lorenzo vor Pedrosa und Marquez. Pedrosa musste sich zudem um eine Position zurückfallen lassen, weil er in der Boxeneinfahrt die weiße Linie überfahren hatte. Pedrosa ließ Marquez vorbei, doch für Marquez kam es bitter: Er war eine Runde zu spät an die Box gekommen und wurde deswegen disqualifiziert. Der Youngster stellte sein Motorrad an der Box ab und die Titelentscheidung war vertagt.

Honda-Teamchef Livio Suppo stellte sich schützend vor seinen Fahrer und erklärte, dass es ein Teamfehler bei der Anzeige der Boxentafel war. Die beiden Lokalmatadoren Bryan Staring und Damian Cudlin wurden ebenfalls aus dem gleichen Grund disqualifiziert. Im CRT-Feld musste sich Hiroshi Aoyama (Avintia) so wie Pedrosa um eine Position zurückfallen lassen. Als sich alles sortiert hatte, führte Lorenzo knapp eine Sekunde vor Pedrosa. Lorenzo wurde der Ausfall von Marquez signalisiert. Die WM-Türe öffnete sich wieder.

Lorenzo gewinnt souverän

Lorenzo fuhr die letzten Runden souverän und holte sich den Sieg. Als er jubelnd die karierte Flagge sah, fing es stellenweise leicht zu regnen an. "Es war heute ein verrücktes Rennen, völlig anders als sonst mit dem Wechsel der Motorräder. Wir haben den Motorradwechsel vor dem Rennen trainiert und konnte uns dabei steigern. Das war einer der Schlüssel, denn wir haben kaum Zeit verloren", so der Weltmeister über das aufreibende Rennen. Es war sein erster MotoGP-Sieg auf Phillip Island.

Pedrosa ging am Ende vom Gas und hatte im Ziel knapp sieben Sekunden Rückstand. "Ich kann mich gar nicht mehr an alles erinnern, denn es ging so schnell. Ich habe bei der ersten Gelegenheit gestoppt. Mein Wechsel war schnell und meine erste Runde war nicht zu langsam. Ich hatte auf dem zweiten Motorrad aber nicht das gleiche Gefühl und konnte nicht das gleiche Tempo fahren." Deswegen konnte Pedrosa Lorenzo den Sieg nicht streitig machen.

Bis zum Zielstrich ging es spannend im Dreikampf um Platz drei zu. Rossi gewann den Zielsprint und holte sich seinen sechsten Podestplatz in dieser Saison. Crutchlow und Bautista fuhren Zentimeter hinter Rossi über die Linie. Der Zeitmonitor ergab, dass Crutchlow Vierter war, gefolgt von Bautista. Routinier Rossi freute sich auf dem Podest. "Es war ein sehr seltsames Rennen, das aber Spaß gemacht hat."

"Im ersten Teil des Rennens war ich nicht stark genug und bin viel gerutscht. Zusammen mit dem Team haben wir in der Box einen guten Job gemacht. Ich überholte dann Cal und Bautista und übernahm die vierte Position. Im zweiten Teil des Rennens war ich etwas schneller und hatte einen tollen Kampf mit Cal", sagt Rossi mit leuchtenden Augen. Die Entscheidung für das "Flag-to-Flag"-Format begrüßte er.

Smith fuhr ein einsames Rennen auf dem sechsten Platz. Anschließend folgte eine größere Gruppe mit den Ducati-Fahrern und dem Aspar-Duo. Nach dem Motorradwechsel zog sich diese Gruppe in der zweiten Rennhälfte auseinander. Schließlich kam Nicky Hayden als Achter ins Ziel. Andrea Iannone (Pramac) gewann das Duell gegen Andrea Dovizioso und eroberte Platz neun.

Bester CRT-Fahrer war in Australien Randy de Puniet, der vor Aleix Espargaro Position zehn belegte. Damit sicherte sich Espargaro erneut den inoffiziellen Titel des CRT-Champions. Routinier Colin Edwards (Forward) wurde Zwölfter, während Yonny Hernandez (Pramac-Ducati), Hector Barbera (Avintia) und Danilo Petrucci (Ioda) die letzten WM-Punkte mitnahmen. Fünf weitere Fahrer kamen ins Ziel, gingen aber leer aus. Die WM geht schon am kommenden Wochenende in Motegi (Japan) weiter.

Fotoquelle: Yamaha

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