Aus Sicherheitsgründen wurde ein Kompromiss für das Rennen gefunden

MotoGP 2013

— 21.10.2013

Reifenprobleme: Lehren für die Zukunft

Das "Flag-to-Flag"-Format findet bei den Fahrern kaum Anklang - In Zukunft sollen Tests auf einer neu asphaltierten Strecke Probleme wie in Australien vermeiden

Die Reifen standen an diesem Wochenende auf Phillip Island im Vordergrund. Der neue Asphalt bot guten Grip und die meisten Bodenwellen waren verschwunden. Dadurch wurden die Rundenzeiten deutlich schneller, wodurch die Belastung für die Reifen höher wurde. Bridgestone, der Einheitsausrüster der MotoGP, und Dunlop, der Ausrüster für die Moto2 und die Moto3, wurden auf dem falschen Fuß erwischt. In der Moto3 gab es keinerlei Problem, denn das Gewicht der Motorräder ist niedrig und die Motorleistung verhältnismäßig gering.

In den schwereren Klassen musste die Rennleitung handeln. Das Moto2-Rennen wurde auf 13 Runden verkürzt und das MotoGP-Rennen auf 19. Zudem musste in der MotoGP das Motorrad gewechselt werden, denn der Hinterreifen hielt laut Bridgestone nicht länger als zehn Runden. Weder Dunlop noch Bridgestone hatten im Vorfeld Tests auf Phillip Island durchgeführt, obwohl bekannt war, dass der neue Asphalt in Summe die Reifen stärker belastet. Bereits im vergangenen Februar musste das Rennen der Supersport-WM verkürzt werden.

Auch bei den Läufen der Superbike-WM waren die Pirelli-Reifen am Limit, es gab aber keine Probleme. Mit dem "Flag-to-Flag"-Format konnte das Rennen noch gerettet werden. Alle Beteiligten hatten einen Kompromiss gefunden. Im Fahrerlager herrschte der Tenor, dass diese Situation in Zukunft schon im Vorfeld vermieden werden muss. "Bridgestone muss besser auf die gesamten Umstände achten", sagt Rennsieger Jorge Lorenzo, der kein Fan des "Flag-to-Flag"-Formats im Trockenen ist.

"In diesem Fall war es der Asphalt, der verändert wurde. Damit wollte man die Strecke verbessern, für die Reifen bot er aber zu viel Grip. Ein Test vor dem Rennen wäre daher eine gute Option. Unter trockenen Bedingungen ist ein solches Rennen zu gefährlich für die Fahrer." Als Bridgestone erkannte, dass es Probleme gab, analysierten sie die Situation genau. Am Samstag hieß es noch, dass der Grand Prix nur um eine Runde verkürzt wird. Am Sonntagvormittag sah die Situation wieder anders aus.

"Nach dem Warmup haben wir die Reifen analysiert, um zu sehen, wie sie sich nach den Longruns verhalten haben", sagt Bridgestone-Motorsportchef Shinji Aoki. "Es wurde klar, dass wir die maximale Anzahl der Runden für den Hinterreifen auf zehn beschränken mussten. Es gab anschließend Gespräche mit der FIM, der Dorna und der IRTA über diese Situation. Die Rennleitung entschied schließlich, dass ein 'Flag-to-Flag'-Rennen über 19 Runden die beste Option ist."

Das Rennen ging dadurch nur über eine Distanz von 84,5 Kilometern. Trotzdem wurde viel Action geboten. "Am TV sah es letztlich sicherlich cool und aufregend aus, aber für die Teams und alle Beteiligten war es ein kleiner Albtraum", merkt Honda-Pilot Dani Pedrosa kritisch an. "Außerdem stehen wir etwas beschämt da, denn solche Vorfälle sind nicht gut für das Image. Zukünftig sollte allen Verantwortlichen klar sein, dass man auf einer neuen Oberfläche ein oder zwei Tage testen muss."

Rossi nimmt Bridgestone in die Pflicht

Es fanden in diesem Jahr bereits Testfahrten auf dem neuen Kurs in Argentinien statt, wo der Grand-Prix-Zirkus im kommenden Jahr Station macht. Um Phillip Island wurde ein Bogen gemacht, obwohl im Winter zwei Mal in Sepang getestet wurde. Es gab Vorschläge, einen dieser Tests in Australien durchzuführen. Superstar Valentino Rossi, dessen Meinung im Fahrerlager Gewicht hat, spricht sich klar dafür aus, dass die Situation im Reglement verankert werden muss.

"Wenn eine Strecke einen neuen Asphaltbelag erhält, sollte ein Test obligatorisch sein. Man sollte ein oder zwei Tage mit schnellen Fahrern testen, sonst ist es nutzlos." Zudem spricht Rossi ein Thema an, dass seit Saisonbeginn alle Fahrer kritisieren: "Bridgestone muss größere Anstrengungen investieren, um den anderen (harten) Reifen zu verbessern."

"Der andere Reifen hat bei niemandem irgendwo funktioniert. Alle mussten in den Rennen den weichen Reifen verwenden, auch wenn es nicht die beste Option war. Aber der harte Reifen hat nicht funktioniert. Das ist für mich das Schlimmste. Bridgestone sollte allen Fahrern zwei wirkliche Optionen für das Rennen bieten, damit sie zwei Reifen haben, die gut funktionieren. Das war in diesem Jahr nie der Fall."

Bridgestone hat bereits Nachbesserung versprochen. Die Reifen von Phillip Island werden einer genauen Analyse unterzogen. "Die Reifen von diesem Wochenende werden sofort in unser Technikzentrum in Japan gebracht. Dort werden sie genau analysiert. Das ist der erste Schritt für die Entwicklung neuer Reifen für Phillip Island", so Aoki. Betroffen war nur der Hinterreifen, obwohl Bridgestone eine spezielle hitzeresistente Konstruktion für die schnelle Zielkurve vorbereitet hatte.

Im Rennen mussten die Prototypen mit der harten Mischung fahren, für die CRT-Piloten war die Mischung medium vorgeschrieben. Es handelte sich am asymmetrische Konstruktionen. Die härteren Mischungen waren in der linken Flanke verbaut. Rechts entsprachen alle Reifen der weichsten Mischung von Bridgestone: super-soft. Beim Vorderreifen stand den Fahrern die Wahl für das Rennen offen. Elf der 23 Starter entschieden sich für die Mischung extra-soft beim Vorderreifen, der Rest für soft. Die Prototypen fuhren mit Ausnahme der beiden Yamaha-Werksfahrer mit soft.

Fotoquelle: FGlaenzel

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