Jorge Lorenzo will vor Marc Marquez ins Ziel kommen und seine Chancen wahren

MotoGP 2013

— 24.10.2013

Lorenzo vs. Marquez: In Motegi könnte die Entscheidung fallen

Marc Marquez kann in Japan Weltmeister werden, doch Jorge Lorenzo will seine Chancen nutzen - Die beiden Spanier sind optimistisch, obwohl Regen droht

Durch die Disqualifikation von Marc Marquez in Australien ist die WM weiterhin spannend. Der Honda-Pilot ist mit einem Vorsprung von 18 Punkten auf Jorge Lorenzo (Yamaha) zum vorletzten Saisonrennen nach Japan geflogen. Marquez hat alle Trümpfe in der Hand und kann am Sonntag als Weltmeister feststehen. Lorenzo hat nichts zu verlieren und kann attackieren. Ein spannendes Duell ist vorprogrammiert. Der Twin-Ring Motegi ist nicht nur im Besitz von Honda, sondern Honda gilt auch als Favorit, denn die Streckencharakteristik kommt der RC213V entgegen.

Es gibt mehrere harte Bremspunkte, gefolgt von engen Kurven und Beschleunigungsstücken. Zudem kann das Wetter eine große Rolle spielen. Es wird an allen drei Tagen Regen erwartet. Zudem bestand die Gefahr, dass Taifun "Francisco" die Strecke trifft. Mittlerweile konnten die Veranstalter Entwarnung geben. Regen ist dennoch wahrscheinlich und Marquez ist bisher noch kein richtig verregnetes Rennen gefahren, abgesehen von den Mischbedingungen in Le Mans.

"Motegi ist ein weiteres Rennen", sagt Marquez wie immer gut gelaunt und vor Freude strahlend. "Ich hoffe, dass es viel besser als zuletzt auf Phillip Island wird. Mein Selbstvertrauen ist groß, denn in Australien fühlte ich mich sehr gut. Ich bin auch ein gutes Rennen gefahren. Hier müssen wir abwarten, wie sich das Wetter entwickeln wird. Es sieht nicht so gut aus. Ich freue mich aber darauf, hier mit dem MotoGP-Bike zu fahren. Es gibt viele Beschleunigungsabschnitte und viele Bremspunkte. Es wird sicher schön."

Marquez kann vor den Honda-Bossen den WM-Titel in trockene Tücher bringen. Es wäre vor den Augen der Japaner ein wichtiger Prestigeerfolg. Somit würde er auch dem Druck beim Heimrennen in Valencia entgehen. Der Rookie sieht es aber locker: "Wir werden es sehen. Ich habe bereits auf Phillip Island gesagt, dass es egal ist wo ich den Titel gewinne. Hauptsache ich gewinne den Titel. Jorge ist durch sein gutes Rennen in Australien nähergekommen."

"Wir hatten einen schönen Kampf. Wir werden sehen, wie wir hier die Situation managen werden. Wir müssen angreifen. Es kommen noch zwei wichtige Rennen. Ich hoffe, dass ich um den Sieg oder einen Podestplatz kämpfen kann." Das Missgeschick von Australien ist mittlerweile abgehakt. "Wir sind Menschen und jeder kann Fehler machen. Die Motivation im Team ist größer als vorher. Ich fühle mich gut, was sehr wichtig ist."

Auch Lorenzo sieht die Situation entspannt, denn er kann nur gewinnen. "Vor dem Rennen auf Phillip Island war die WM praktisch vorbei. Durch den Fehler von Marc und seinem Team liegt die WM zwar nicht in unseren Händen, denn sie ist immer noch sehr schwierig zu gewinnen. Wir haben aber eine weitere Chance erhalten. Wir müssen unsere Karten so gut wie möglich ausspielen. Das Wetter kann in unsere Hände spielen, aber natürlich auch gegen uns. Wir haben eine neue Chance, aus der wir Profit ziehen müssen."

Lorenzo macht sich Sorgen um die Bremse

Lorenzo ist ein Kämpfer und gibt nie auf. Theoretisch stehen seine Chancen in Japan nicht gut, denn die Streckencharakteristik kommt der Yamaha M1 nicht entgegen. Schon in den vergangenen Wochen machte der amtierende Weltmeister die Stabilität auf der Bremse als größte Schwäche des Motorrades aus. In dieser Hinsicht ist Motegi eine besondere Veranstaltung. Ausnahmsweise sind aus Sicherheitsgründen größere Bremsscheiben erlaubt. Statt wie üblich 320 Millimeter hat die Scheibe beim Vorderrad 340 Millimeter Durchmesser.

"Normalerweise ist die Bremsphase nicht unsere Stärke, obwohl es auf manchen Strecken nicht so schlecht war. Wir haben aber einen guten Kurvenspeed und auch die Beschleunigung ist seit einigen Rennen nicht schlecht", betont Lorenzo die Stärken der M1. Speziell das Getriebe ohne Zugkraftunterbrechung hat Yamaha Fortschritte gebracht. "Ich habe schon in Motegi gewonnen, als damals das Qualifying gestrichen werden musste. Das Wetter hat mir damals am Sonntag in die Karten gespielt."

Das war im Jahr 2009, als heftiger Regen über Motegi fiel. "In den beiden Vorjahren wurde ich Zweiter. Es sollte zwar eine Honda-Strecke sein, aber wir sind auch nicht so schlecht." Sollte Lorenzo am Sonntag hinter Marquez Zweiter werden, dann wäre die Titelentscheidung vertagt. Marquez hätte 23 Punkte Vorsprung. Lorenzo will unbedingt vor Marquez ins Ziel kommen, um beim Saisonfinale weitere Chancen zu haben.

Um das zu schaffen, wartet auf den Spanier an den beiden Trainingstagen viel Arbeit. "In harten Bremszonen sind wir nicht so gut wie Honda. Das Problem wird größer, je heißer es ist. Ich glaube nicht, dass es an diesem Wochenende heiß wird. Zudem können wir für diese Strecke größere Bremsscheiben verwenden. In Sepang hatten viele Fahrer Probleme mit den Bremsen. Ich würde mir das in Zukunft für alle Strecken wünschen, denn das würde die Sicherheit erhöhen."

"Es stimmt, dass unser Motorrad derzeit nicht das Beste ist, um hart zu bremsen und enge Linien zu fahren. Auf dieser Strecke gibt es zum Glück auch einige schnelle Kurven und Beschleunigungsabschnitte. Wir müssen in diesen Bereichen einen Vorteil finden", so Lorenzo. Außer Acht lassen darf man auch nicht Honda-Pilot Dani Pedrosa. Er hat 34 Punkte Rückstand und damit rechnerisch ebenfalls noch WM-Chancen. Zudem gewann Pedrosa in den beiden Vorjahren in Motegi.

Fotoquelle: Yamaha

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