Jorge Lorenzo hält mit dem Sieg in Motegi seine WM-Chance am Leben

MotoGP 2013

— 27.10.2013

WM-Entscheidung nach Motegi-Sieg von Lorenzo vertagt

Die WM-Entscheidung in der MotoGP fällt erst beim Saisonfinale in Valencia - Jorge Lorenzo siegt in Motegi vor Marc Marquez, Stefan Bradl starker Fünfter

WM-Entscheidung vertragt: Jorge Lorenzo feiert einen Start-Ziel-Sieg beim Grand Prix von Japan in Motegi. Der Yamaha-Pilot fuhr ein perfektes Rennen, hielt dem Druck von Marc Marquez (Honda) stand und feierte seinen siebten Saisonsieg. Marquez kam auf der Honda-Hausstrecke als Zweiter ins Ziel und büßte fünf Punkte seines WM-Vorsprungs ein. Die Weltmeisterschaft wird beim Saisonfinale in Valencia entschieden. Marquez ist weiterhin der Favorit, denn er hat ein Polster von 13 Punkte auf Lorenzo. Dani Pedrosa (Honda) komplettierte als Dritter das Podest. Stefan Bradl (LCR-Honda) kam als Fünfter ins Ziel.

"Hier beim Heimrennen von Honda denn 200. Yamaha-Sieg zu holen, und dass nach einer solch riskanten Reifenwahl - denn ich hatte den weichen gewählt - ist eine große Freude", strahlt Lorenzo nach seiner Meisterleistung. "Ich wollte diesen Sieg unbedingt haben." Marquez konnte noch nicht den WM-Titel feiern. Es war eine knappe Niederlage. "Es war ein schwieriges Rennen für mich. Ich bin hier zum ersten Mal (mit der MotoGP, Anm. d. Red.) gefahren und hatte daher vor allem auf der Bremse Probleme."

"Gegen Rennmitte sah es so aus, als seien wir stärker, aber am Ende hat Jorge härter gepusht. Ich spürte, dass ich zu sehr am Limit war und wollte die 20 Punkte für die Meisterschaft mitnehmen", sagt Marquez im Ziel über sein Rennen. Lorenzo startete wieder einmal perfekt von der Pole-Position und ging beim Rennen über 24 Runden sofort in Führung. Dahinter übernahm sein Teamkollege Valentino Rossi Platz zwei.

Marquez kam von der Linie nicht perfekt weg, sortierte sich in der ersten Kurve aber als Dritter ein. Pedrosa folgte als Vierter und Bradl auf Position fünf. Dagegen verlor Nicky Hayden (Ducati), der auf Startplatz drei stand, in der ersten Runde viele Positionen und beendete den ersten Umlauf nur als Zehnter. Lorenzo legte gleich wieder explosiv los und setzte sich in der ersten Runde um eine Sekunde vom Rest ab.

Rossi behauptete zunächst Platz zwei, doch in der zweiten Runde verbremste sich der Italiener in Kurve elf und beide Honda-Werksfahrer schlüpften durch. Lorenzo legte weiter ein Höllentempo vor und fuhr in der zweiten Runde die schnellste Zeit des bisherigen Wochenendes. Marquez und Pedrosa nahmen die Verfolgung auf. Rossi hatte dagegen Probleme. Eine Runde später verbremste er sich erneut in Kurve elf und kam diesmal von der Strecke ab. Er pflügte durch das Kiesbett und sortierte sich als Elfter wieder ein.

Die drei Spanier waren damit wieder alleine an der Spitze. Auf Reifenseite fuhren Lorenzo, Marquez und Pedrosa vorne mit der Mischung medium. Beim Hinterreifen hatte sich Lorenzo für die Bridgestone-Mischung extra-soft entschieden. Die beiden Honda-Fahrer fuhren hinten mit medium. Lorenzo konnte sich nach seinem explosiven Start nicht lösen. Nach fünf Runden hingen ihm Marquez und Pedrosa am Hinterrad. Lorenzo behauptete in der Anfangsphase dennoch die Führung.

Bradl führte nach dem ersten Renndrittel die Verfolger an und wurde von Alvaro Bautista (Gresini-Honda) in ein Duell um Rang vier verwickelt. Einige Sekunden dahinter lieferte sich das Tech-3-Duo Bradley Smith und Cal Crutchlow ein Privatduell. Rossi kämpfte mit den beiden Ducati-Werksfahrern um Rang acht. Aleix Espargaro (Aspar) führte als Zwölfter das CRT-Feld an.

Lorenzo fährt perfekt und lässt Marquez keine Chance

Lorenzo kam bei Rennhalbzeit unter Druck des Honda-Duos. Marquez studierte die Yamaha, wartete aber mit einem Angriff. Lorenzo spulte fehlerlos seine Runden auf einem hohen Niveau ab. Marquez unterlief einmal auf der Bremse in Kurve elf ein kleiner Fehler, wodurch er einige Meter verlor. Lorenzo hielt das Tempo mit schnellsten Runden hoch, während Marquez acht Runden vor Schluss mit Mühe den Anschluss hielt. Pedrosa hatte zu diesem Zeitpunkt etwas mehr als eine Sekunde verloren.

Marquez versuchte auf der Bremse die entscheidenden Meter gutzumachen, doch er kam dabei mehrmals ein wenig von der Ideallinie ab. Mit seiner perfekten Fahrweise erzwang Lorenzo die Entscheidung. Er ließ keinen Angriff von Marquez zu und feierte einen Start-Ziel-Sieg. Pedrosa konnte das Tempo in der zweiten Rennhälfte nicht halten und kam 4,5 Sekunden nach Lorenzo als Dritter ins Ziel.

Damit hat Pedrosa auch rechnerisch keine Chance auf den WM-Titel: Sein Rückstand auf Marquez wuchs auf 38 Punkte an. "Das war heute nicht mein bestes Rennen", seufzt Pedrosa, der in den beiden Vorjahren in Motegi gewonnen hatte. "Ich habe alles gegen, hatte aber am Kurvenausgang Probleme mit den beiden mitzuhalten. Ich konnte nicht die Leistung abrufen, die ich von mir erwartet hatte."

Nachdem sich Bautista gegen Bradl durchgesetzt hatte, fuhr der Spanier den vierten Platz nach Hause. Der Deutsche hielt in der zweiten Rennhälfte Rossi auf Distanz und sah die karierte Flagge als Fünfter. Beim ersten Rennen seit seinem Knöchelbruch von Australien kam Bradl problemlos über die Distanz. Rossi brachte seine Aufholjagd nach dem Ausritt noch auf Position sechs. Das Tech-3-Yamaha-Duo Crutchlow und Bradley Smith belegte nach dem enttäuschenden Qualifying die Plätze sieben und acht.

Im Ducati-Duell behielt Hayden im Zielsprint als Neunter die Oberhand vor Dovizioso, der direkt dahinter die Ziellinie kreuzte. Einsamer Elfter wurde Yamaha-Testfahrer Katsuyuki Nakasuga, der mit einer Wildcard am Start war und die versammelten CRT-Fahrer in Schach hielt. Bester CRT-Vertreter war im Ziel Routinier Colin Edwards (Forward) als Zwölfter. Espargaro war gegen Rennhalbzeit in der harten Bremszone für Kurve elf gestürzt. Hinter Edwards sammelten noch Randy de Puniet (Aspar) und das Pramac-Ducati-Duo Andrea Iannone und Yonny Hernandez die letzten WM-Punkte. Das Saisonfinale findet in zwei Wochen in Valencia statt.

Fotoquelle: Yamaha

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