Jorge Lorenzo fuhr mit der harten Reifenmischung konstant schnelle Zeiten

MotoGP 2013

— 09.11.2013

Reifenfrage: Die MotoGP mag's plötzlich hart

In Valencia bietet Bridgestone den MotoGP-Piloten zwei funktionierende Reifenmischungen, und prompt rätseln die Fahrer über die bessere Alternative

In den Rennen der MotoGP haben die Fahrer die Wahl zwischen der harten und der weichen Reifenmischung. So zumindest die Theorie, denn die Praxis sah während der Saison beim Hinterreifen meist etwas anders aus. "Zu Beginn des Jahres war es vor dem Rennen recht klar, welchen Reifen man wählen sollte", sagt Honda-Pilot Dani Pedrosa. Durch die Bank entschieden sich die Fahrer im Rennen für den weichen Hinterreifen, weil der harte nicht genügend Haftung bot. Doch pünktlich zum Saisonfinale hat Bridgestone dieses Problem offenbar in den Griff bekommen.

"Es scheint das erste Rennen zu sein, in dem man mit beiden Reifen schnell und konstant ist", sagt WM-Spitzenreiter Marc Marquez. Und auch Ducati-Pilot Nicky Hayden bestätigt: "Im Vergleich zu anderen Strecken, wo die härtere Mischung praktisch nicht funktioniert hat, funktioniert es hier gut", sagt der US-Amerikaner und lobt: "Bridgestone hat gute Arbeit geleistet."

Bei den Logruns im vierten Freien Training setzten viele Fahrer den harten Hinterreifen ein. Vor allem Jorge Lorenzo zeigte damit ein konstantes Tempo, fuhr reihenweise tiefe 1:31er-Rundenzeiten und sagte anschließend. "Der harte Reifen könnte eine gute Wahl sein." Andrea Dovizioso zeigte sich von der härteren Reifenmischung ebenfalls überzeugt: "Ich glaube, dass ich mit hart fahren werde, aber wir müssen die Temperaturen abwarten", so der Ducati-Pilot. "Mit der harten Mischung kann ich gute Rundenzeiten von 1:32,6 fahren. Ich glaube, dass ist für das Rennen okay."

Einige seiner Kollegen sind sich bei der Wahl des Reifens noch weit weniger schlüssig. "Ich denke, es wird vom Motorrad und Fahrer abhängen", sagt Pedrosa. "Dies ist eine Strecke, wo die Räder oft durchdrehen. Das könnte im Rennen der Schlüssel sein, denn es sind viele Runden. Ich habe mich noch nicht entschieden." Genau so ergeht es seinem Teamkollegen. "Ich weiß noch nicht, welchen Reifen ich wählen werde. Ich fühle mich auf beiden Reifen gut und bin konstant", sagt Marquez, der jedoch denkt: "Lorenzo wird mit dem harten Reifen fahren." Der will sich aber auch erst nach dem Warmup entscheiden.

Möglicherweise könnte auch das Wetter über die Reifenwahl entscheiden. Sollte es morgen ähnlich warm wie heute sein, sind die Fahrer unter Umständen dazu gezwungen, den harten Reifen zu wählen. "Ich bin mit dem weichen Reifen schneller und bevorzuge ihn, aber über 30 Runden wird es sehr schwierig", sagt Valentino Rossi. "Wir wissen nicht, ob man über 30 Runden damit schneller fahren kann." Landsmann Dovizioso hat auch hier eine klare Meinung: "Der weiche Reifen ist auf der rechten Seite zu weich. Die linke Flanke war im Training okay, aber im Rennen über 30 Runden ist die Belastung viel größer. Man weiß nicht, ob der Reifen in den letzten zehn Runden noch okay ist."

Teamkollege Hayden ist da weniger pessimistisch: "Am Freitagvormittag hatten wir damit etwas Graining. Das kann aber normal sein, wenn eine Strecke noch schmutzig ist. Jetzt mit viel Gummiabrieb funktioniert die Mischung gut", meint der US-Amerikaner. Grundsätzlich herrschte bei den Fahrern aber Wohlwollen über die Tatsache, dass die Reifenwahl nun am Saisonende auch tatsächlich eine Alternative bietet.

"Wir haben zwei funktionierende Mischungen verlangt. Es ist ein Schritt vorwärts. Die Mischung funktioniert auf zwei unterschiedlichen Strecken, was ein gutes Zeichen ist", sagt Hayden stellvertretend. Auch Pedrosa freut sich über die Fortschritte mit dem harten Reifen, meint aber, dass diese reichlich spät kommen: "Ich denke schon, denn das ist der Sinn dahinter, wenn man zwei unterschiedliche Reifen hat. Aber das war nicht der Fall."

Fotoquelle: FGlaenzel

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