Der Spanier Marc Marquez ist MotoGP-Weltmeister 2013

MotoGP 2013

— 10.11.2013

Lorenzo gewinnt in Valencia, aber Marquez ist Weltmeister

Jorge Lorenzo gewinnt das Saisonfinale in Valencia, doch Marc Marquez reicht der dritte Platz zum WM-Titel - Der 20-Jährige ist der jüngste Weltmeister der Geschichte

Der Rookie schlägt die alten Hasen! Marc Marquez (Honda) ist am Ziel, mit Platz drei beim Großen Preis von Valencia, dem Saisonfinale der MotoGP-Weltmeisterschaft 2013 sicherte sich der 20-Jährige den Titel. WM-Rivale Jorge Lorenzo (Yamaha) gewann zwar das letzte Rennen der Saison, doch das reichte nicht aus, um Marquez abzufangen. Der ist damit der jüngste Weltmeister in der größten Klasse der Motorrad-WM und nach Kenny Roberts im Jahr 1978 der erste Fahrer, dem der Titelgewinn in seiner ersten Saison gelingt. Zweiter wurde im Rennen von Valencia Marquez' Teamkollege Dani Pedrosa.

Nach der Zieldurchfahrt brachen bei Marquez alle Dämme. Der 20-Jährige feierte ausgelassen mit den Streckenposten und den 104.441 Zuschauern, die ihn schon vor dem Start frenetisch bejubelt hatten. Der neue Weltmeister zündete Böller und feuerte seine Handschuhe ins Publikum, während sich in der Boxengasse sein Team in den Armen lag und hastig Weltmeister-T-Shirts verteilte.

"Das kommt vielleicht ein wenig zu früh, das hatte ich in der ersten Saison in der MotoGP nicht erwartet", sagt Marquez nach dem Rennen. "Ich kann meine Gefühle nicht in Worte fassen. Ich möchte Honda und meinem Team danken, die immer für mich da sind. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, aber es fühlt sich einfach gut an."

Lorenzo verschleppt das Tempo

Die Ausgangslage vor dem Saisonfinale, bei dem zum ersten Mal seit 2006 wieder die Titelentscheidung fiel, war klar. Bei 13 Punkten Vorsprung auf Lorenzo hätte Marquez auch ein Vierter Platz ausgereicht, um in seiner Rookie-Saison Weltmeister zu werden. Lorenzo wusste also, dass er nichts zu verlieren hat und ging das Rennen dementsprechend entschlossen an. Von Startplatz zwei aus gelang ihm bei bestem Rennwetter wieder einmal ein guter Start, mit dem er die Führung übernahm.

Hinter ihm bogen Pedrosa und Marquez in die erste Kurve ein. Was dann folgte, wurde den Erwartungen an das Saisonfinale mehr als gerecht. Lorenzo war darauf bedacht, die Spitzengruppe, zu der neben ihm Pedrosa und Marquez auch Valentino Rossi (Yamaha) und Alvaro Bautista (Gresini-Honda) gehörten, zusammenzuhalten. Denn nur ein fünfter Platz von Marquez hätte ihm seinen dritten WM-Titel in der MotoGP beschert.

"Heute morgen hatten wir eine Besprechung, bei dem wir entschieden haben, unsere Strategie zu ändern und das Rennen in den ersten Runden etwas einzubremsen", erklärt Lorenzo. "Wir haben es versucht, aber die Fahrer hinter uns dreien waren zu langsam, um an der Gruppe dran zu bleiben."

Lorenzo hatte die Rechnung jedoch ohne Pedrosa gemacht, der sich nach eine wechselhaften Saison beim Saisonfinale von einer ungewöhnlich kämpferischen Seite zeigte. Der Honda-Pilot lieferte sich einen packenden und zeitweise aggressiven Zweikampf mit Lorenzo, bei dem die Führung mitunter in jeder Kurve wechselte und bei dem beide auch nicht vor Körperkontakt zurückschreckten. "Ich versuchte das Rennen einzubremsen, aber das war sehr riskant, vor allem mit Dani", so Lorenzo.

Aggressiver Zweikampf Lorenzo-Pedrosa

"Ich sah, dass Jorge am Anfang nicht allzu schnell fahren wollte. Ich habe versucht, ihn zu überholen, aber immer wenn ich ihn überholt hatte, konterte er", kommentiert Pedrosa sein Rennen. "Es war ein starker Kampf. Ich habe versucht, meine Bremspunkte zu verlagern, um es ihm schwerer zu machen. Er fand aber immer wieder einen Weg vorbei uns hat mich manchmal etwas herausgedrückt."

In der neunten Runde eskalierte das Duell der beiden Spanier dann. Lorenzo bremste sich in Kurve zwei innen neben Pedrosa und stieß dabei mit ihm zusammen. Pedrosa musste das Motorrad aufrichten und kam von der Linie ab, wodurch er auf Platz fünf zurückfiel. "Beim letzten Mal wäre ich in Kurve zwei fast gestürzt", sagt Pedrosa. Auch Lorenzo kam ein wenig aus dem Takt und musste die Führung kurzzeitig an Marquez abgeben. Der Vorfall wird nach dem Rennen von der Rennleitung untersucht.

Lorenzo eroberte anschließend rasch die Führung zurück und setzte sich dann von Marquez. Seine Boxenmannschaft signalisierte ihm in der Folge, langsamer zu fahren und die Spitzengruppe wieder zusammenzuführen, doch offenbar war Lorenzo der Meinung, das diese Taktikspielchen nichts bringen. "Als ich dann sah, dass die anderen zu weit zurück lagen, wollte ich das Rennen gewinnen", sagt der Yamaha-Pilot. So fuhr er an der Spitze letztlich ungefährdet zu seinem achten Saisonsieg und fand sich damit ab, dass sein Titel an Marquez geht. "Wir haben alles versucht und können uns keine Vorwürfe machen. Marc ist heute der große Sieger und hat es verdient", sagt Lorenzo.

Hayden verabschiedet sich mit Rang acht von Ducati

Vierter wurde im letzten Saisonrennen Rossi, der Bautista erfolgreich hinter sich halten konnte. Stefan Bradl (LCR-Honda) beendete seine zweite MotoGP-Saison mit einem sechsten Platz und Rang sieben in der Gesamtwertung. Der 23-Jährige fuhr ein einsames Rennen und nahm erneut zum Abschluss des Rennjahres zum 14. Mal in dieser Saison WM-Punkte mit. Hinter Bradl kam Tech-3-Rookie Bradley Smith (Yamaha) auf einem guten siebten Rang ins Ziel. Dessen Teamkollege Cal Crutchlow verabschiedete sich wenig glorreich von Tech 3 in Richtung Ducati. In Runde neun war sein Rennen nach einem Sturz frühzeitig zu Ende.

Nicky Hayden gelang in seinem letzten Rennen für Ducati ein kleiner Prestigeerfolg. Der Weltmeister von 2006, der im nächsten Jahr bei Aspar eine Production-Honda fahren wird, kam als Achter vor seinem Teamkollegen Andrea Dovizioso ins Ziel. Ducati-Testfahrer Michele Pirro, der in Valencia mit einer Wild-Card auf einer dritten GP13 des Werksteams im Einsatz war, komplettierte die Top 10.

Bauer überrundet, aber im Ziel

Der Sieg in der CRT-Klasse ging zum Saisonabschluss einmal mehr an Aleix Espargaro (ART), der sich mit Gesamtrang elf von Aspar in Richtung Forward verabschiedet. Der Spanier setzte sich in der "zweiten Liga" gegen Hector Barbera (FTR) und Claudi Corti (FTR-Kawasaki) durch. Claudio Corti (Idoa-Suter) und Colin Edwards (FTR-Kawasaki) nahmen als 14. und 15. ebenfalls WM-Punkte mit.

Am Ende des Feldes gelang es Martin Bauer (Remus-Racing-Team) bei seinem zweiten Einsatz in dieser Saison nicht, eine Überrundung zu vermeiden. Der Österreicher beendete jedoch im Gegensatz zu Rivalen wie Lukas Pesek (Ioda-Suter) und Damien Cudlin (PBM) das Rennen und kam auf Position 20 ins Ziel. Zu dem Ausfällen beim letzten Saisonrennen gehörten auch Randy de Puniet (ART) sowie die beiden Pramac-Ducati-Piloten Andrea Iannone und Yonny Hernandez.

Marquez beendet eine äußerst spannende MotoGP-Saison mit einem Vorsprung von vier Punkten auf Lorenzo, Pedrosa ist WM-Dritter, gefolgt von Rossi und Crutchlow. Durch den zweiten Platz von Pedrosa sicherte sich Honda auch den Herstellertitel, das Honda-Werksteam stand schon vor dem Saisonfinale als Team-Weltmeister fest. Die MotoGP-Saison 2014 beginnt am 23. März 2014 mit dem Großen Preis von Katar.

Fotoquelle: FGlaenzel

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