Jorge Lorenzo konnte im WM-Kampf das Blatt in Valencia nicht mehr wenden

MotoGP 2013

— 10.11.2013

Lorenzo Bummeltaktik geht nicht auf

Jorge Lorenzo griff in Valencia tief in die Trickkiste, doch trotz des achten Saisonsieges gelang es ihm nicht, Marc Marquez in der WM abzufangen

Fr Jorge Lorenzo war die Ausgangslage vor dem Groen Preis von Valencia, dem Saisonfinale der MotoGP-Saison 2013, ziemlich klar. Bei 13 Punkten Rckstand auf Spitzenreiter Marc Marquez konnte der Yamaha-Pilot seinen Titel aus eigener Kraft nicht mehr verteidigen, denn schon ein vierter Platz htte dem Honda-Piloten zum Titelgewinn ausgereicht. Hinzu kam, dass seine Mechaniker den eigentlich fr das Rennen vorgesehenen Motor austauschen mussten.

"Nach dem Warmup wurde klar, dass ich nicht den Motor einsetzen kann, mit dem ich gestern ins Qualifying gegangen war, da er defekt war", erklrt Lorenzo. Dies schmerzte den 26-Jhrigen, da es sich beim defekten Aggeragt um die neueste Ausbaustufe handelte. "Gegen Saisonende haben wir einen besseren, leistungsfhigeren Motor erhalten. Damit habe ich auf Phillip Island und Motegi gewonnen, aber daran ist gestern etwas kaputt gegangen. Wir mussten daher einen schwcheren Motor aus der ersten Saisonhlfte einbauen", so Lorenzo.

Dabei handelte es sich aber nicht um den Motor aus dem zweiten Motorrad, den Lorenzo gestern nach dem Qualifying als zu aggressiv beschrieben hatte. Dennoch schlechte Vorzeichen fr das WM-Finale. Daher berlegten sich Lorenzo und sein Team eine andere Taktik. "Wir haben bei einer Besprechung beschlossen, unsere Strategie zu ndern und das Rennen von Anfang an einzubremsen", sagt er.

Ziel des Ganzen war, die Spitzengruppe zusammenzuhalten und Marquez somit in Zweikmpfe zu verwickeln. Doch das ging nicht auf, vielmehr sah sich Lorenzo in der Anfangsphase entschlossenen Angriffen von Dani Pedrosa ausgesetzt. "Dani war zu stark und hat mich immer wieder berholt. Ich musste dann immer wieder an ihm vorbeikommen, was manchmal ziemlich riskant war, da er in einigen Kurven frher bremste, als ich erwartete. Daher habe ich ihn einige Male berhrt, so auch in Kurve zwei."

Nach dieser Berhrung kam Pedrosa von der Linie ab und fiel auf Platz fnf zurck, und Lorenzo musste Marquez ziehen lassen. "Marc hat mich dann berholt, wollte aber nicht mit mir kmpfen", sagt der Yamaha-Pilot. Doch dann erkannte er, dass seine Strategie endgltig fehlgeschlagen war. "Ich habe mich dann umgesehen und sah, dass Valentino und ein anderer Fahrer weit zurcklagen. Da wusste ich, dass diese Strategie heute nicht aufgeht. Anschlieend wollte ich das Rennen gewinnen und dann Marcs Resultat abwarten." Das Ergebnis ist bekannt, Marquez sicherte sich mit Platz drei die Meisterschaft.

Nach dem Rennen gibt Lorenzo zu, das geblufft hatte und die Bummeltaktik schon vor dem Rennwochenende in Erwgung gzogen hatte. "Ich war mir im Vorfeld ehrlich gesagt unschlssig. Ich habe vor der Presse zwar gesagt, dass ich vorne wegfahren mchte, aber da habe ich etwas geflunkert, um Marc meine Strategie nicht zu verraten." Gleichwohl wusste er, dass auch diese Taktik kein Patentrezept ist.

"Wir wussten, dass es schwierig werden wrde, das Rennen so lange einzubremsen. Ich wusste, dass Dani gewinnen wollte, und auerdem waren die anderen Fahrer zu langsam. Daher war die Strategie nicht erfolgreich." Unter dem Strich gewann Lorenzo in dieser Saison zwar zwei Rennen mehr als Marquez, doch die Konstanz gab letztlich den Ausschlag zugunsten des Rookies, der nun jngster MotoGP-Weltmeister aller Zeiten ist.

Fotoquelle: Yamaha

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