Cal Crutchlow war mit seinem ersten Tag als Ducati-Pilot sehr zufrieden

MotoGP 2013

— 12.11.2013

Crutchlow: Bremsverhalten und Leistung der Ducati begeistern

Zufriedenheit nach erstem Rollout: Ducati-Neuzugang Cal Crutchlow ist überzeugt, die Desmosedici in Zukunft wieder an die Spitze bringen zu können

Mit Spannung wurde der erste Test von Ducati-Neuzugang Cal Crutchlow beim Nachsaisontest in Valencia erwartet. Reiht sich der Brite in die Liste der gescheiterten Superstars ein oder kann er die Desmosedici zurück an die Spitze bringen? Diese Frage gilt es 2014 zu beantworten. Beim ersten Test hinterließ Crutchlow einen positiven Eindruck. Mit einer Zeit von 1:32.054 Minuten verpasste er die Vorgabe von Jorge Lorenzo nur um acht Zehntelsekunden. Valentino Rossi erlebte Ende 2010 einen deutlich schlechteren Einstand.

"Wir hatten einen guten ersten Tag. Es ist schön, nun mit dem Ducati-Team zu arbeiten", bemerkt Crutchlow. "Wir probierten ein paar Dinge mit dem Motorrad und arbeiteten zum Beispiel an meiner Sitzposition. Es ging darum, eine neue Herausforderung anzunehmen. Es gab viele positive Eindrücke. An den beiden kommenden Tagen möchte ich eine andere Sitzposition ausprobieren."

"Zudem möchte ich andere Setups probieren. Wir sind mit den Einstellungen gefahren, die übers Rennwochenende verwendet wurden. So ist Nicky (Hayden; Anm. d. Red.) hier gefahren. Wir haben 40 Runden gedreht, haben einige Dinge verändert und ein paar Sachen kennengelernt", berichtet der ehemalige Tech-3-Yamaha-Pilot, der die Desmosedici nicht mit der für ihn gewohnten M1 vergleichen kann und das auch nicht möchte.

Ungewohntes Gefühl

"Es fühlt sich anders an. Ich bin drei Jahre lang ein anderes Motorrad gefahren. Selbst als wir von den 800ern zur 1.000er wechselten, fühlte es sich ähnlich an. Doch jetzt muss ich mich an etwas vollkommen anderes gewöhnen. Dazu ist Zeit nötig", stellt der ehemalige Supersport-Weltmeister klar. "Man kann nicht erwarten, dass man sich sofort wohlfühlt und damit zufrieden ist."

"Es gibt einige positive Sachen beim Motorrad. Wir versuchen, die beiden Motorräder nicht allzu sehr miteinander zu vergleichen, weil wir nicht einen anderen Hersteller nachahmen möchten. Ich fahre für Ducati", betont Crutchlow. Ex-Ducati-Pilot Rossi machte nach seinem Weggang klar, dass er bereits nach den ersten Runden beim Test daran zweifelte, ob er mit der Desmosedici jemals Rennen gewinnen kann. Diese Zweifel hat Crutchlow nach dem ersten Rollout mit der GP13 nicht.

"Auf meinen ersten Runden habe ich lediglich ein paar Wheelies gemacht und bin herumgefahren. Ich hatte meinen Spaß. Ich denke, dass alles möglich ist. Es ist nichts unmöglich. Ich bin motiviert und glaube an mich. Ich sehe keinen Grund, warum wir es nicht schaffen sollten", unterstreicht Crutchlow, der das Fahren genoss. "Das ist sehr wichtig. Wie ich bereits sagte: 'Ein glücklicher Fahrer ist ein schneller Fahrer.' Es hat Spaß gemacht."

Crutchlow voller Optimismus

"Es ist toll, hier zu sein und mit den Jungs zu arbeiten. Es gibt viele Namen, an die man sich gewöhnen muss. Sie hören zu und sind interessiert, was ich zu sagen habe", freut sich der Brite, der einige Charaktereigenschaften der Ducati durchaus mag: "Das Motorrad ist beim Anbremsen sehr stabil. Das gefällt mir. Die Beschleunigung ist gut. Auch das Getriebe ist anders als das, was ich gewöhnt bin."

"Ich habe kritisiert, dass das Motorrad beim Gangwechsel eine unerwartete Bewegung macht. Doch sie meinten, das liegt am Seamless-Getriebe. Ich wusste nicht, wie es sich verhält. Es war keine Beschwerde, ich wusste einfach nicht, dass es sich so verhält. Es gibt einige sehr gute Punkte am Motorrad, doch auch einige nicht so gute. Daran müssen wir zusammen als Team arbeiten. Ich kann nur Informationen geben und sagen, wie ich es empfinde", erklärt Crutchlow.

"Ich denke nicht, dass es besser oder schlechter war, als ich es erwartete. Es war einfach anders. Ich kann nicht kommentieren, ob es besser oder schlechter war. Ich muss es noch besser kennenlernen. Es ist ein komplett anderes Motorrad. Die Bremse fühlte sich anders an, die Kupplung fühlte sich anders an, alles war anders, auch wenn es sich an der gleichen Stelle befand", schildert der Ducati-Werkspilot.

Rundenzeiten sind uninteressant

Die Testzeit wurde von Crutchlow nicht komplett ausgenutzt. "Wir wollten nicht den kompletten Nachmittag auf der Strecke verbringen. Wir haben an den zweieinhalb Tagen genug zu tun. Am Montag ging es darum, mit den Jungs in der Box vertraut zu werden und uns an das Motorrad zu gewöhnen", erklärt Crutchlow. "Es hat ein anderes Anzeigeninstrument und viele weitere Dinge, mit denen man vertraut werden muss."

"Man kann nicht einfach aufs Motorrad steigen und sagen, was besser oder schlechter ist. Ich habe bei jeder Einfahrt in die Boxengasse den Speed-Limiter verpasst. Es gibt so viele Dinge, an die man sich gewöhnen muss", hält der Mann von der Isle of Man fest. In der Zeitenliste tauchte Crutchlow auf Position sechs auf. Zu Teamkollege Andrea Dovizioso fehlte nicht viel. "Momentan schaue ich nicht auf das Tempo oder die Position. Es geht darum, das Motorrad zu fahren und Feedbacks zu geben", kommentiert er.

"Zudem wollte ich mit Dovi ein paar Dinge besprechen. Mein Empfinden deckt sich mit seinen Aussagen. Das ist gut fürs Team, weil sie von zwei komplett unterschiedlichen Fahrern ähnliche Feedbacks erhalten. Das schenkt dem Team Zuversicht. Wir schlagen den gleichen Weg ein", bemerkt Crutchlow, der auch am Dienstag und am Mittwoch nicht auf die Rundenzeiten schauen möchte: "Ich habe kein Ziel, was die Rundenzeiten angeht. Je mehr Runden man dreht, desto besser lernt man das Motorrad kennen."

Einlenkverhalten muss verbessert werden

Schlussendlich gesteht Crutchlow dann doch, dass die Desmosedici gravierende Nachteile hat. Wie die anderen Ducati-Piloten kritisiert auch Crutchlow das Untersteuern: "Ich will ehrlich sein: Das Motorrad lässt sich nicht wie die Yamaha umlegen. Auf der Bremse ist es aber stärker als die Yamaha. Ich möchte die Motorräder nicht zu sehr miteinander vergleichen", stellt Crutchlow klar.

"Sicher lässt sich das Motorrad nicht so umlegen, wie ich es gewöhnt bin. Doch das kann am Setup oder an der Position der Lenkerstummel liegen. Ich habe noch nicht das nötige Vertrauen auf dem Motorrad. Das Motorrad macht einige Dinge, die es nicht machen sollte. Doch das kann man nicht in 40 Runden aussortieren", berichtet er. Ein Vorteil ist, dass Crutchlow seinen Crewchief mit zu Ducati bringen konnte.

Daniele Romagnoli stellt sich somit auch einer neuen Herausforderung. "Ich bin mir sicher, dass er die Teamkleidung mag. Er sieht gut darin aus. Er sieht ein bisschen wie der Weihnachtsmann aus", scherzt Crutchlow. "Er muss auch viel lernen. Er arbeitete in der Vergangenheit bei Yamaha mit vielen tollen Fahrern zusammen. Ich denke, dass ich davon der schwächste Fahrer war. Ihn und seine Erfahrung mitzubringen ist gut."

"Der Data-Ingenieur hat ihm viel gezeigt. Es scheint, als ob sie sehr eng miteinander arbeiten werden. Daniele war erst der Data-Ingenieur für Jorge (Lorenzo; Anm. d. Red.) und später der Crewchief. Später war er der Teammanager. Er hat Erfahrung in allen Bereichen. Noch haben wir das Motorrad-Setup nicht angerührt. Ich denke, er wird noch mehr lernen müssen als ich", so Crutchlow.

Fotoquelle: Ducati

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