Jeremy Burgess und Valentino Rossi haben die MotoGP jahrelang bestimmt

MotoGP 2013

— 12.11.2013

Burgess/Rossi: Ende einer bemerkenswerten Ära

14 Jahre haben Valentino Rossi und Jeremy Burgess in der Motorrad-WM zusammengearbeitet - Am Sonntag endete diese Ära überraschend

Seit der Saison 2000 beobachtete Jeremy Burgess am Kommandostand ganz genau, was Valentino Rossi auf der Strecke fabriziert. Als Rossi in die Königsklasse aufstieg, kümmerte sich Burgess um das Wohl des Italieners. Als Crewchief war der Australier 14 Jahre für Rossi tätig. Am vergangenen Sonntag endete die Zusammenarbeit überraschend. Der "Doktor" wird ab der kommenden Saison auf die Dienste von Silvano Galbusera setzen, der bisher vor allem in der Superbike-WM tätig war.

"Es war meine Entscheidung", stellt Rossi im Rahmen des Saisonfinales klar. "Wir haben mit dem Team bereits über die kommende Saison geredet. Jeremy signalisierte, dass er weitermachen möchte. Er hatte aber auch ein paar Fragen, die es zu klären galt. Ich wollte natürlich weitermachen und weiß, dass die Zukunft von den ersten Rennen in der neuen Saison abhängen wird."

"Wir haben am Donnerstag zusammen geredet. Ich erklärte ihm, dass ich etwas ändern möchte und einen neuen Schub Motivation benötige. Deshalb haben wir diese Entscheidung getroffen", erklärt Rossi. "Ich traf diese Entscheidung vor einer Woche. Ich wollte nicht ein Wochenende mit Jeremy verbringen und diese Erkenntnis im Hinterkopf haben, ohne ihm Bescheid zu sagen. Das wäre nicht möglich gewesen. Ich musste es ihm sofort sagen, als ich ihn traf."

Rossi will die Spanier ärgern

In der Saison 2013 war Rossi meist nur vierte Kraft - zu stark waren die drei Spanier an der Spitze. Doch das reicht Rossi nicht. 2014 möchte der neunmalige Weltmeister wieder regelmäßiger um Siege kämpfen. "Ich habe keine speziellen Probleme mit der Arbeitsweise in meinem Team und besonders mit Jeremy. Doch ich weiß, dass es ein Schlüsselmoment ist. Ich möchte es noch einmal probieren", schildert Rossi, der am restlichen Team keine Änderungen vornehmen möchte.

"Ich weiß noch nicht, ob alle weitermachen möchten, oder ob jemand wegen Jeremy nicht mehr dabei sein möchte. Wenn alle weitermachen, bin ich froh", so Rossi. Ein Abschiedsgeschenk hat Rossi seinem langjährigen Crewchief nicht gemacht. "Wir haben uns genug Geschenke gemacht. Nein, ich habe kein Abschiedsgeschenk für ihn", bemerkt der Italiener, der bereits am Montag mit seinem neuen Crewchief zusammenarbeitete.

Burgess' Karriere in der MotoGP scheint vorbei zu sein. Ob sich der 60-Jährige noch einmal neu orientieren wird, darf bezweifelt werden. "Ich bin enttäuscht, doch ich kann verstehen, dass eine Änderung nötig war. Die Geschichte wird zeigen, welche Ergebnisse diese Änderung ermöglicht. Natürlich wird alles versucht, um das Gesamtpaket für Valentino zu verbessern. Wenn das umgesetzt wird, dann ist es ein Erfolg", kommentiert Burgess.

Burgess wollte weitermachen

Der langjährige Crewchief war überrascht, als Rossi am Donnerstag die Bombe platzen ließ. "Ich erwartete es ehrlich gesagt nicht. Doch als mich Valentino in seinen Anhänger bat, war mir bewusst, dass wir nicht über das Weihnachtsgeld reden werden", bemerkt der Australier gefasst. "Ich habe noch keine Pläne für die Zukunft. Ich plante ja ursprünglich, in der kommenden Saison weiterzumachen."

"Wir machen die Verträge von Jahr zu Jahr. In den vergangenen vier Jahren sind wir unseren Träumen hinterhergejagt und haben nichts Zählbares erreicht. Vier Jahre sind eine lange Zeit im Rennsport. Es wurde schwieriger und schwieriger", fasst Burgess zusammen. "Ich habe viele Sportbiographien gelesen. In vielen Fällen war es so, dass der Spitzensportler seinen Caddy oder seinen Trainer wechselte, als sich die Karriere dem Ende zuneigte. Es ist ein Schritt, um Valentino wieder an die Spitze zu bringen."

Neuer Crewchief hat kaum MotoGP-Erfahrung

Galbusera nahm beim Nachsaisontest die Arbeit in der Box von Rossi auf. Als Rossi bekanntgab, nicht mehr mit Burgess weiterzumachen, war noch offen, wer die Nachfolge antreten wird. "Silvano war einer der Kandidaten. Ich hatte bereits mit ihm gearbeitet", bemerkt "Vale", der bei einem Superbike-Test Bekanntschaft mit dem Ingenieur machte. "Die Arbeitsweise hat sich natürlich verändert. Doch es ist zu zeitig, um ein Urteil abzugeben."

"Ich hoffe, dass wir konkurrenzfähiger sein können. Es war ein guter erster Tag. Ich bin sehr zufrieden. Ich war schnell. Die Bedingungen waren perfekt. Ich habe mit beiden Motorrädern gepusht", erklärt Rossi, der am Montag nur 93 Tausendstelsekunden langsamer war als Teamkollege Jorge Lorenzo. Galbusera hat im Vergleich zu Burgess nur wenig Grand-Prix-Erfahrung. Vor allem die komplexen Reifen von Bridgestone muss der neue Mann an Rossis Seite noch kennenlernen.

"Ich denke nicht, dass es ein großes Problem ist. Ich habe mich für Silvano entschieden, weil ich denke, dass es kein großes Problem ist", bewertet Rossi die fehlende MotoGP-Erfahrung. "Was er lernen muss, ist das Verhalten der Reifen. Die Reifen sind heutzutage der Schlüssel zum Erfolg. Die Bridgestone-Reifen unterscheiden sich stark von den Pirelli-Reifen bei den Superbikes."

Fotoquelle: Yamaha

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