Marc Marquez wurde trotz seiner Leistungen immer wieder kritisiert

MotoGP 2013

— 23.11.2013

Crutchlow: "Marquez kümmert nicht, was Lorenzo sagt"

Laut Cal Crutchlow ist Weltmeister Marc Marquez ein harter Fahrer, der durch seine Manöver aber zu unrecht immer wieder im Fokus steht

Honda-Werkspilot Marc Marquez hat in seiner MotoGP-Debütsaison Leben in die Königsklasse gebracht. Der Vollblutracer mischte seit dem ersten Rennen in der Spitzengruppe mit und holte bereits beim zweiten Rennwochenende der Saison den ersten Sieg. Es folgten fünf weitere Siege. Am Ende setzte sich der Spanier gegen Landsmann Jorge Lorenzo durch und holte den Titel. Doch nicht nur die sportlichen Erfolge rückten Marquez in den Fokus. Wie in den vergangenen Jahren leistete sich der Ausnahmekönner auch in der Saison 2013 einige Kontroversen.

Beim ersten Heimspiel der Saison verärgerte der Rookie den amtierenden Weltmeister. In der letzten Kurve des Jerez-Rennens presste sich Marquez innen an Lorenzo vorbei und drängte den Yamaha-Pilot aggressiv von der Linie. Der Weltmeister von 2010 und 2012 war entsprechend verärgert. Diesen Gemütszustand nahm auch Honda-Werkspilot Dani Pedrosa nach dem Aragon-Rennen ein. Durch einen Kontakt der beiden Honda-Piloten wurde an Pedrosas RC213V ein Kabel durchtrennt, woraufhin der Vizeweltmeister von 2012 unverschuldet stürzte.

Marquez leistete sich in der Saison 2013 einige weitere Fehler, wie das Ignorieren der gelben Flaggen im Silverstone-Warmup oder die Fehler beim Anbremsen, als er die vor ihm fahrenden Motorräder nur knapp verfehlte. "Das ist sein Fahrstil", rechtfertigt Ex-Tech-3-Pilot Cal Crutchlow. Gegenüber 'Crash.net' verteidigt der Brite die Risikobereitschaft von Marquez. "Wenn man ihm in die Seite fahren würde und er dadurch stürzt, wäre er sicher nicht froh darüber, doch er würde aufstehen, dir die Hand geben und eine Stunde später wieder lachen."

"That's racing" wird zum Standardspruch

"Und das würde er auch von anderen Leuten erwarten. Wenn er dich runterfährt und mit dir im Kies landet, würde er dir die Hand geben und 'Entschuldigung' sagen. Damit wäre es für ihn erledigt", erklärt Crutchlow. "Er hört nicht auf die Medien oder irgendwelchen Mist, den jemand sagt. Es kümmert ihn nicht, was Jorge sagt. Er hat ein Lachen in seinem Gesicht, fährt Rennen, liebt seine Arbeit und war in diesem Jahr der schnellste Fahrer."

"Ja, Marc fährt hart. Kein Zweifel. Doch vor zehn Jahren hätte niemand etwas gesagt. Ich verstehe nicht, warum es jetzt anders ist", betont der ehemalige Supersport-Weltmeister und analysiert den Vorfall von Aragon: "Versteht mich nicht falsch. Wenn er mich berührt hätte und dabei mein Sensor wie bei Pedrosa kaputt gegangen wäre, hätte ich auch verärgert reagiert", schildert der Ducati-Werkspilot. "Doch man muss es als Rennunfall einstufen."

"Was wäre passiert, wenn Jorge beim letzten Saisonrennen bei einer Berührung Danis Kabel beschädigt hätte? Da hätte man nicht viel darüber geredet. Es lag nur daran, weil es Marc war und er die Leute durch sein Tempo gereizt hat. Das ist die Wahrheit", ist sich Crutchlow sicher, der ein sehr gutes Verhältnis zu Marquez hat und in der Saison 2013 immer wieder zu den Befürwortern des Spaniers zählte.

Crutchlow setzt sein Geld auf Marquez und gewinnt

Marquez' Erfolge brachten Crutchlow auch etwas: "Ich bin froh, in diesem Jahr viele Wetten gewonnen zu haben! Ich gewann eine Wette, bei der ich behauptete, er würde eines der ersten drei Rennen gewinnen. Durch ihn habe ich also ein bisschen Bargeld gewonnen. Zudem wettete ich, dass er den Titel holen würde. Und auch das hat er für mich geschafft", scherzt der ehemalige Yamaha-Pilot.

Die Leistungen des 20-Jährigen faszinieren Crutchlow. "Er ist unglaublich. Man kann sich nicht vorstellen, wie schnell diese Jungs sind und er kam und ließ bei einigen Rennen alle anderen Fahrer dumm aussehen. Einschließlich mir", bemerkt er und vergleicht Marquez mit Bradley Smith: "Man kann den Unterschied zwischen zwei Rookies sehen - Bradley und Marc. Bradley leistete in diesem Jahr fantastische Arbeit. Ich muss wirklich festhalten, dass er gute Arbeit geleistet hat. Er hatte einen schlechten Start in die Saison mit einigen Stürzen, doch dann lernte er, wie man das Motorrad fahren muss und hatte ein gutes Jahr."

"Doch dann schaut man auf Marc. Er gewann die Meisterschaft gegen Lorenzo, der in Topform war, und Dani. Das schmälert Bradleys Leistungen nicht, er leistete tolle Arbeit, aber Marc war unglaublich. Wie er das hinbekam", schwärmt Crutchlow, der davon ausgeht, dass Marquez in den kommenden Jahren als Favorit angesehen werden muss. "Er ist im kommenden Jahr mit Sicherheit der Fahrer, den es zu schlagen gilt."

Fotoquelle: FGlaenzel

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