Das Lab-Bike von Ducati war - was die Rundenzeiten angeht - kein großer Wurf

MotoGP 2013

— 04.12.2013

Ducati-Projektleiter: Mit dem Lab-Bike eine Menge gelernt

Paulo Ciabatti zieht eine ernüchternde Saisonbilanz, verteidigt die Arbeit mit dem Lab-Bike und erklärt, warum Yonny Hernandez 2014 eine Open-Ducati fährt

Auch in der MotoGP-Saison 2013 hat sich an der sportlich desolaten Situation bei Ducati nichts geändert. Das Team aus Bologna war auch in diesem Jahr mit deutlichem Abstand dritte Kraft der drei großen Hersteller. Anstatt mit den Yamaha- und Honda-Piloten zu kämpfen, trugen die Ducati-Fahrer meist im hinteren Bereich der Top10 ihr eigenes Privatduell aus. In der Herstellerwertung hatte Ducati am Ende der Saison nicht einmal halb so viele Punkte wie Honda oder Yamaha. Dementsprechend ernüchternd fällt die Saisonbilanz von MotoGP-Projektleiter Paulo Ciabatti aus.

"Zu Beginn der Saison hatten wir die Erwartung, die Lücke zur Spitze zu schließen und am Ende der Saison vielleicht um das Podium zu kämpfen. Das ist nicht passiert", stellt der Italiener gegenüber 'motogp.com' fest. Mangelnden Einsatz konnte man dem Team aus Bologna, das zuletzt in der Saison 2010 ein Rennen gewann, dabei nicht vorwerfen. Mit immer neuen Entwicklungen versuchte Ducati, das widerspenstige Fahrverhalten der GP13 zu verbessern, doch ohne Erfolg.

"Wir haben hart an der Weiterentwicklung des Motorrades gearbeitet, doch was immer wir auch Neues gebracht haben - unsere Rundenzeiten wurden nicht besser", so Ciabatti. Daran änderte auch der schier unermüdliche Einsatz von Testfahrer Michele Pirro nicht, der während des Sommers viele Runden auf dem sogenannten Lab-Bike fuhr, welches aber auch nicht der Stein der Weisen war.

Dall'Igna und Crutchlow sollen es richten

Die Leistungen seines Testpiloten, der zudem mehrmals als Ersatz für den verletzten Ben Spies bei Pramac einspringen musste, schätzt Ciabatti dennoch sehr hoch ein. "Michele hat großartige Arbeit geleistet. Er war viele Tage in Mugello und Misano und hat neue Teile am Motorrad getestet." Auch wenn das Lab-Bike das Team in dieser Saison nicht vorangebracht habe, sie die Arbeit damit dennoch wertvoll gewesen.

"Wir verfügen über eine Menge von Informationen, die wir über den Winter analysieren werden", erklärt Ciabatti. "Auch wenn es keinen großartigen Effekt auf das aktuelle Motorrad hatte, haben wir dank Michele und dem Entwicklungsteam eine Menge gelernt." 2014 sollen nun Cal Crutchlow und der von Aprilia abgeworbene neue General-Manager Gigi Dall'Igna Ducati voranbringen. Nachdem sich Crutchlow und Andrea Dovizioso schon in ihrer Zeit als Teamkollegen Tech 3 das ein oder andere heiße Duell geliefert haben, geht Ciabatti davon aus, dass dies auch im nächsten Jahr bei Ducati der Fall sein wird.

So lange die beiden Piloten dabei nicht über die Strenge schlagen, hat der Projektleiter kein Problem damit. "Wir mögen es, wenn unserer Fahrer manchmal gegeneinander kämpfen, aber natürlich nur, wenn sie dabei nicht wie Nicky und Dovi in Indy Fehler machen." Beim Rennen in Indianapolis waren Dovizioso und Hayden im Kampf um Platz acht in der letzten Kurve von der Linie abgekommen, wovon Bradley Smith profitieren konnte. "Wichtig ist jedoch, dass sie mit anderen Fahrern und näher an der Spitze kämpfen", so Ciabatti.

Einheitssoftware die Zukunft der MotoGP?

Neben der Weiterentwicklung der Werksmotorräder ergibt sich im kommenden Jahr für Ducati noch eine weitere Baustelle. Yonny Hernandez wird als zweiter Fahrer von Pramac eine Open-Ducati fahren. Diese wird im Gegensatz zu den Motorrädern von Crutchlow, Dovizioso und Andrea Iannone über eine Standard-Elektronik verfügen. Ciabatti glaubt, dass dies der Weg ist, den die MotoGP in der Zukunft einschlagen wird, weshalb es wichtig sei, diese Entwicklung von Anfang an zu verfolgen.

"Es sieht danach aus, als würde die Dorna in der Zukunft auf eine Einheitssoftware setzen. Wir hatten die Möglichkeit, dass der zweite Fahrer bei Pramac diese Entwicklung vorantreibt", so Ciabatti. "Honda macht das (mit der RCV1000R, Anm. d. Red.) und Yamaha mit Forward. Für uns ist es ein guter Weg, Erfahrung mit dieser Software zu sammeln."

Fotoquelle: Ducati

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