Dani Pedrosa stand 2013 meist im Schatten von Marc Marquez

MotoGP 2013

— 04.12.2013

Honda-Duo: Ein Strahlemann und ein Pechvogel

Honda-Teamchef Livio Suppo bewundert seinen Überflieger Marc Marquez und leidet mit Dani Pedrosa, der wieder am großen Ziel Weltmeisterschaft scheiterte

Nach dem Rücktritt von Casey Stoner war Dani Pedrosa im Werksteam von Honda als klare Nummer eins in die MotoGP-Saison 2013 gegangen. Der Spanier sollte um die Weltmeisterschaft fahren, sein junger Landsmann Marc Marquez nach seinem Aufstieg aus der Moto2 zunächst einmal lernen. So war zumindest der Plan. Doch Rookie Marquez lernte schneller, als er, sein Team und alle Beobachter erwartet hatten und fuhr gleich im ersten Jahr zum WM-Titel, während Pedrosa wider einmal in die Röhre schaute.

Trotz des Sieges in Fahrer-, Team- und Konstrukteursmeisterschaft fällt die Bilanz von HRC-Teamchef Livio Suppo daher etwas gemischt aus. "Natürlich war Marcs Saison schier unglaublich. Wir sind stolz darauf, dass er praktisch alle Rekorde in diesem Sport gebrochen hat", so Suppo gegenüber 'motogp.com'. "Andererseits tut es mir für Dani leid. Wieder einmal wurde er durch Umstände, an denen er nicht Schuld war, um die Chance gebracht, bis zum Ende der Saison um die Meisterschaft zu kämpfen. Er lag in der Meisterschaft nur 34 Punkte hinter Marc, aber wären der Sachsenring und Aragon nicht gewesen, wäre er vielleicht auch dort."

Am Sachsenring hatte Pedrosa nach einem Sturz im Training das Rennen wegen einer Schulterverletzung verpasst, beim Rennen in Alcaniz wurde bei einer leichten Berührung zwischen im und Marquez ein Kabel des Sensors der Traktionskontrolle des Motorrads durchtrennt, worauf hin Pedrosa per Highsider von der Maschine geworfen wurde. In diesen Situationen habe sich aber laut Suppo auch die mentale Stärke des 28-Jährigen gezeigt. "Rückschläge wie am Sachsenring oder in Aragon wegzustecken, ist nicht einfach", meint Suppo.

Doch das Pech des Routiniers wird vom Erfolg und der jugendlichen Unbekümmertheit von Marquez überstrahlt. "Er ist frisch und neu, lächelt ständig und hat einen wundervollen Charakter. Das in Kombination mit seinem Talent ist sein größtes Plus", lobt Suppo seinen Weltmeister. Dieser wird in der nächsten Saison ein verändertes Umfeld im Team vorfinden, denn 2014 wird seine Crew aus der Moto2 sein Motorrad vorbereiten.

Für Suppo ist dies ein völlig normaler und nachvollziehbarer Wechsel. "Letztendlich sind Techniker eng mit ihren Fahrern verbunden. Fast alle, mit denen Marc in dieser Saison zusammengearbeitet hat, sind wegen Casey (Stoner) zu HRC gekommen", sagt Suppo. Für die bisherigen Marquez-Mechaniker habe das Team jedoch schon eine Verwendung gefunden. Die Nestwärme durch die ihm vertrauten Mechaniker und Techniker sei gerade für einen Fahrer wie Marquez besonders wichtig.

"Ich bin schon seit vielen, vielen Jahren ein Teil dieser Welt, aber ich habe noch nie einen Fahrer gesehen, der sich so eng mit dem Team verbunden fühlt. Er isst immer am Sonntag mit seinen Mechanikern in der Hospitality zu Abend und braucht diese Familie um sich herum", so Suppo. "In Phillip Island wäre es ein leichtes für ihn gewesen, wegen dieses Fehlers nervös oder enttäuscht über das Team zu sein, aber tatsächlich war er derjenigen, der dem Team den Rücken gestärkt und es motiviert hat."

Fotoquelle: Repsol

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