Das Tech-3-Team von Herve Poncharal kann auf einen potenten Sponsor zählen

MotoGP 2013

— 07.12.2013

Poncharal: Kostenreduktion auf gutem Weg

IRTA-Präsident und Tech-3-Teamchef Herve Poncharal sieht die Kostenreduktion in der MotoGP auf einem guten Weg - Zusammenarbeit mit der Dorna funktioniert gut

Die akuten Finanzprobleme einiger Formel-1-Rennställe hat dieses schwierige Thema erneut an die Öffentlichkeit gebracht. Die Formel 1 ist die Spitze des Motorsports. Alle anderen Serien müssen sich ebenfalls mit den Kosten auseinandersetzen. In der MotoGP wird seit einigen Jahren versucht die Kosten zu reduzieren, gleichzeitig aber ein besseres Spektakel zu generieren. Die drei Hersteller Honda, Yamaha und Ducati haben finanziellen Rückhalt. Für die zahlreichen Privatteams stellt sich die Situation anders dar.

"Die Gesamtkosten eines Teams können in die technischen Kosten, die Logistik und das Gehalt der Fahrer geteilt werden", erläutert Tech-3-Teamchef Herve Poncharal bei 'Crash.net'. "Die besten vier oder fünf Fahrer werden immer sehr, sehr teuer sein." Der Fahrer spielt im Motorradsport eine größere Rolle über Sieg oder Niederlage als im Automobilsport. Hersteller lassen sich ihre Topfahrer deshalb einiges kosten. "Es ist egal was für ein Motorrad du hast. Wenn du den richtigen Kerl hast, dann kannst du es normalerweise schaffen", glaubt Poncharal.

Abgesehen von den Werksfahrern sind die Gehälter für die restlichen Fahrer in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. "Ein durchschnittlich guter MotoGP-Fahrer, der vor fünf bis sechs Jahren eineinhalb Millionen Euro verdient hat, verdient jetzt nur noch rund eine halbe Million. Diese Säule wurde gekürzt und man sieht die freie Marktwirtschaft in Aktion. In diesem Punkt hat der Markt geholfen die Kosten zu reduzieren. Das ist für alle drei Klassen gut", meint Poncharal, der auch Präsident der Teamvereinigung IRTA ist.

Neue technische Regeln machen MotoGP billiger

Auch bei den Motorrädern wurde in den vergangenen Jahren angesetzt. Die CRT-Bikes waren deutlich billiger als geleaste Prototypen. Auch die neuen "Open"-Regeln sind ein Schritt in die richtige Richtung, denn für preiswertes Geld wird ein konkurrenzfähiges Paket angeboten. Außerdem gibt es für einige Komponenten Preisobergrenzen, die von der Dorna vorgegeben werden. "Das neue Format der 'Open'-Klasse wird uns helfen, die Kosten weiter signifikant zu senken. Außerdem haben wir die Anzahl der Testfahrten reduziert."

"Auf der anderen Seite helfen uns zusätzliche Rennen, denn wir Teams erhalten von der Meisterschaft ein Einkommen, wenn wir Rennen fahren", so Poncharal. "Wenn wir also gleich viel im Jahr fahren, aber einige Tests gegen Rennen tauschen, dann ist das viel besser. Es ist aber schwierig, die Logistik-Kosten noch weiter zu senken. Ich glaube, dass jedes Team bei den Kosten sehr sorgfältig ist."

Die Teammitglieder reisen oft gemeinsam und teilen sich Mietautos. Außerdem fliegen die meisten Fahrer ganz normale Economy-Klasse. Wenn man als Fan am Mittwoch zu einem Rennen fliegt, ist die Chance groß, die diversen Fahrer am nächstgelegenen Flughafen zu treffen. Trotz der diversen Maßnahmen ist auch die MotoGP eine teure Angelegenheit. "Top-Motorsport wird immer teuer sein. Es wird aber nur dann zu teuer, wenn dein Einkommen geringer als deine Kosten ist."

"Dann gibt es ein Problem. Wenn dein Einkommen deine Kosten aufwiegt, dann ist es korrekt balanciert", so Poncharal. Speziell in den vergangenen zehn Jahren hat sich das Finanzierungsmodell im Motorsport geändert. "Als es noch Tabaksponsoring gab, entsprach dieses Sponsoring 100 Prozent deines Einkommens. Von der Meisterschaft gab es kaum finanzielle Unterstützung."

"Heute ist es fast unmöglich die Kosten durch Sponsoreinnahmen alleine zu decken. Um eine Balance zu finden, müssen wir die Kosten reduzieren. Gleichzeitig muss unser Budget von der Meisterschaft und von Teamsponsoren kommen. Damit mehr Geld von der Meisterschaft kommen kann, müssen wir verstehen wie wir ihnen helfen können, damit sie in eine Position kommen, uns mehr zu helfen."

Promoter Dorna generiert Geld in erster Linie aus dem Verkauf der Fernsehrechte, der Streckenwerbung und von den nationalen Rennveranstaltern. Für Poncharal funktioniert die Zusammenarbeit derzeit sehr gut. "Wir können uns nicht gegenseitig bekämpfen. Mit der Dorna haben wir einen sehr offenen Promoter, der immer zuhört und helfen will. Natürlich wollen sie uns helfen, dann damit helfen sie sich wieder selber, aber das ist Teil des Lebens."

Fotoquelle: Tech 3

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