Cal Crutchlows Karriere wurde zu Beginn von Vater Derek finanziert

MotoGP 2014

— 01.01.2014

Crutchlow: Karrierestart mit Hindernissen

Der Ducati-Werkspilot spricht über seinen ungewöhnlichen Karriereverlauf und erklärt, warum er so spät zum Motorradfahren kam

Heutzutage verlaufen die Karrieren der Spitzenpiloten meist ziemlich ähnlich. Im Kindesalter sitzen die jungen Talente erstmals auf Minibikes, gehen wenig später bei regionalen Rennen an den Start und sind als Teenies Stammpiloten in der Spanischen Meisterschaft. Mit 16 Jahren folgt dann meist der Wechsel in die Weltmeisterschaft, in der man sich von der Moto3 über die Moto2 bis in die MotoGP hochkämpft.

Ducati-Werkspilot Cal Crutchlow ging nicht diesen Weg. Der Brite interessierte sich anfangs nicht für motorisierte Zweiräder und bevorzugte es, Fußball zu spielen. Da Vater Derek aber vom Motorsport-Virus infiziert war, schwappte die Begeisterung schlussendlich doch noch über. "Als ich meine erste Runde auf einer Strecke drehte, stürzte ich. Mein Vater meinte, 'das ist nichts für dich'. Ich bat um eine weitere Chance und nahm am Tag danach an den Rennen teil. Ich wurde einmal Erster und einmal Zweiter in meiner Altersgruppe", erinnert sich Crutchlow im Gespräch mit 'MotoMatters'.

Der Brite war zwölf Jahre alt, als er sich für Motorräder begeisterte. "Wenn man sich Lorenzo ansieht - er fuhr bereits im Alter von einem oder zwei Jahren. Bei Pedrosa und Marquez war es nicht anders. Sie waren sehr jung. Ich war es nicht. Ich spielte Fußball und begleitete später meinen Vater. Ich fuhr eine kleine 50er", blickt der spätere Supersport-Weltmeister zurück, der von Jahr zu Jahr kämpfen musste, um einen Platz in einem Team zu bekommen.

Finanziert wurde Crutchlows Karriere anfangs durch die Familienkasse. "Ich hatte Glück. Da wir keine Millionäre waren, arbeitete mein Vater hart für sein Geld und bezahlte den Rennsport immer aus der eigenen Tasche. Er war ein Privatier und das galt auch für uns. Mein Vater finanzierte zu Beginn meiner Karriere den Rennsport", bemerkt der ehemalige Tech-3-Yamaha-Pilot. "Über die Jahre wurde ich besser und konnte einige Sponsoren an Land ziehen. Doch man muss erst einmal den Charakter haben, Sponsoren zu akquirieren. Mein Vater meinte immer, dass er so was nicht kann. Ich konnte es aber."

"Ich war damals 15 Jahre alt oder so, pflegte die Beziehungen zu den Sponsoren und sagte ihnen: 'Könnt ihr meine Reifen-Rechnung begleichen?'. Oder Sprit oder was auch immer. Sicher musste mein Vater aber noch immer etwas dazusteuern", berichtet Crutchlow. "Es war nie einfach. Zum Glück war ich gut genug, um einige gute Plätze zu bekommen. Dann führte der Weg in die Britische Meisterschaft und ich ging in der Junior-Superstock-Klasse an den Start."

"Ich schlug mich ganz gut, hatte am Ende des Jahres aber nichts. Alle anderen Fahrer wechselten in die Supersport-Meisterschaft und ich musste im R6-Cup fahren. Und ich bin fest davon überzeugt, dass es das Beste war, was mir jemals passiert ist, diese Meisterschaft nie gewinnen zu können. Der Meister musste für Rob Mac in der Britischen Superbike-Meisterschaft fahren. Da ich nur Zweiter wurde, konnte ich in die Supersport-Serie wechseln. Dort lernte ich mein Handwerk und gewann die Meisterschaft", so Crutchlow.

Für den Wechsel von Tech 3 zu Ducati erntete Crutchlow viel Kritik. Dem WM-Fünften von 2013 wurde vorgeworfen, nur des Geldes wegen zu Ducati gewechselt zu haben. "Ich habe bereits angemerkt, dass ich nicht Motorrad fahre, um bekannt zu sein werden. Ich fahre auch nicht, um viel Geld zu verdienen", kontert der Brite. "Es ist meine Arbeit und ich erhalte ein Gehalt dafür, doch ich mache es, weil ich es liebe. Ich würde auch an einem Sonntag bei einem Trackday fahren, wenn ich dafür bezahlen müsste."

Fotoquelle: Tech 3

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