Die Hersteller wehren sich gegen Drehzahllimits und Einheitselektronik

MotoGP 2014

— 30.01.2014

Warum Renndirektor Webb gegen das Spritlimit ist

In der neuen Saison müssen die MSMA-Starter mit 20 Litern auskommen - Mike Webb spricht über das Spritlimit und nennt die Gründe für seine Abneigung

Das Thema Verbrauch wird in der neuen MotoGP-Saison wichtiger denn je sein. Durften sich die bissigen 500er-Zweitakter bis zur Saison 2002 noch 32 Liter genehmigen, müssen die deutliche schwereren 1.000er-Viertakter in der Saison 2014 mit 20 Litern über eine Renndistanz kommen. In den vergangenen Jahren hatte vor allem Yamaha immer wieder Probleme, schwerere Piloten ohne limitierende Mappings über die Distanz zu bringen. Valentino Rossi und Cal Crutchlow bestätigten das im Laufe der vergangenen Saison.

Ein Spritlimit als limitierenden Faktor einzuführen, war ein Vorschlag der Herstellervereinigung MSMA. Besonders Honda weigerte sich stur gegen die Einführung einer Maximaldrehzahl oder einer Einheits-ECU nach Formel-1-Vorbild und schlug den Kompromiss vor, die MSMA-Starter durch die Treibstoffmenge zu limitieren. 2014 müssen sich die Teams also entscheiden, ob sie eine eigene Software verwenden möchten und dafür in den Rennen mit 20 anstatt 24 Litern auskommen.

"Das Benzinlimit wurde uns vorgeschlagen, weil die Hersteller eine technische Herausforderung suchten und es die einzige Performance-Limitierung ist, die es gibt. Vermutlich ist es die teuerste Performance-Limitierung, die man sich vorstellen kann", analysiert Renndirektor Mike Webb im Gespräch mit den Kollegen von 'Cycle World'. "Deshalb mag ich diese Regel nicht."

"Ich würde viel lieber sehen, wenn die Maximaldrehzahlen begrenzt werden. Dadurch würde alles einfacher werden, man könnte die Kosten sofort und einfach senken und das Benzinlimit vergessen", vergleicht Webb kritisch. "Doch leider gibt es unterschiedliche Denkweisen. Sie - die großen Hersteller - möchten eine Forschungs-und-Entwicklungs-Aufgabe. Das benötigte Budget interessiert sie nicht, solange die Rennabteilungen genug Mittel erhalten. Deswegen ist ein einfaches Drehzahllimit nicht interessant."

Hondas Position bei den Verhandlungen um die Zukunft der MotoGP war klar: Sollte es zu einer vorgegebenen Maximaldrehzahl oder einer einheitlichen Software kommen, würde man die MotoGP verlassen. Ursprünglich drohte man mit einem Wechsel in die Superbike-WM, um der Dorna eins auszuwischen. Seitdem die Spanier auch die Superbike-WM promoten, kann Honda diesen Joker nicht mehr ausspielen.

Früher oder später werden sich die Hersteller nicht mehr gegen die Einführung einer einheitlichen Elektronik wehren können. Es ist angedacht, dass ab der Saison 2017 das jetzige Open-Format für alle Teams Vorschrift wird, um die Kosten zu senken und auch den privaten Teams Spitzenergebnisse zu ermöglichen. Traurige Wahrheit: Seit der Saison 2007 machten die Werksfahrer alle Siege unter sich aus.

Fotoquelle: Yamaha

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.