Die Werkspiloten haben seit 2007 alle Siege unter sich ausgemacht

MotoGP 2014

— 01.02.2014

Vermeulen: Schlechtere Reifen und weniger Elektronik

Grand-Prix-Sieger Chris Vermeulen hat klare Vorstellungen von der MotoGP-Zukunft, weiß aber auch, dass die Hersteller nicht einfach zu überzeugen sind

Ab der neuen Saison können private Teams unter dem neuen Open-Format an den Start gehen, das aus Performance-Sicht ein klarer Fortschritt im Vergleich zur abgeschafften CRT-Regel ist. Mit Kunden-Maschinen von Honda oder Leasing-Motoren von Yamaha, vier Litern mehr Treibstoff, vermutlich weicheren Pneus und mehr Motoren pro Saison halten die Piloten, die unter dem Open-Reglement starten, einige Trümpfe in den Händen.

Die Dorna möchte in Zukunft auch die Werksteams zum Open-Format zwingen und dadurch die Kosten auf ein erträgliches Niveau bringen. Noch wehren sich die Hersteller, doch wie lange können sie ihren Widerstand noch aufrechterhalten? Die Fans wünschen sich spannende Rennen. Ob die Werksmaschinen die finale Zehntelsekunde finden, interessiert sicher die wenigsten Zuschauer. Doch spannende Duelle sind nur möglich, wenn die Chancengleichheit verbessert wird und die Satellitenfahrer wieder die Chance haben, Rennen zu gewinnen.

"Die MotoGP ist nicht so aufregend, weil es wie in der Formel 1 ist, wo es um Technologien und Entwicklungen geht", analysiert Ex-Racer Chris Vermeulen im Gespräch mit 'Crash.net'. "Ich bevorzuge es dennoch, weil ich diesen Aspekt interessant finde. Zudem habe ich viele Freunde im Fahrerlager. Dadurch habe ich einen tieferen Einblick und verstehe besser, was auf der Strecke passiert."

"Ich denke, dass die Dorna den Sport stärker limitieren möchte. Die Einheitsreifen waren der erste Schritt. Ich denke, dass sie am liebsten auch die Haftung der äußersten Reifenflanke reduzieren würden, um den Reifen berechenbarer zu machen. Im Moment werden die Motorräder für die Reifen entwickelt", erklärt der Australier. "Ich erinnere mich an die Zeit bei Suzuki, als der Einheitsreifen kam und unser Motorrad damit nicht zurechtkam. Wir mussten das Chassis neu konstruieren, um den Vorderreifen richtig zu nutzen."

"Die Einheits-ECU ist ein weiterer Schritt bei der Philosophie, Dinge zu limitieren. Die Elektronik ist in der MotoGP sehr wichtig und kann ein Motorrad komplett verändern. Ich denke, dass Hondas Vorteil gegenüber Yamaha nur auf die Elektronik zurückzuführen ist. Honda und Yamaha geben mehr Geld als alle anderen aus und haben dadurch Zugang zu besseren Elektronik-Lösungen. Aus diesem Grund liegen sie vor den restlichen Mitbewerbern", erläutert Vermeulen.

"Aus Sicht des Fahrers würde ich es begrüßen, alle Elektronikhilfen auszuschalten und dann auf die Strecke zu gehen, weil es ein besseres Gefühl ist, die Leistung über den Gasgriff zu steuern. Ich denke, dass die Fahrer vom alten Schlag gern weniger Elektronik verwenden würden, doch man muss bedenken, dass die Motorräder ohne Elektronikhilfen unfahrbar wären", schildert der ehemalige Suzuki-Werkspilot und verteidigt die Elektronikhilfen: "Sie sind für die Sicherheit nötig."

"Wenn es nach mir gehen würde, gäbe es Reifen mit weniger Haftung. Bei der Elektronik ist es aber nicht so einfach, eine Änderung zu vollziehen. Man muss die Hersteller überzeugen. Es ist einfach, zu sagen, dass die Dorna dies und das vorschreiben soll, doch die Hersteller sollten bei den Entscheidungen einbezogen werden. Sie haben eigene Vorstellungen, ob die Entwicklung für die Serienproduktion von Bedeutung ist oder nur dazu dient, die Erfolge für die Werbung zu nutzen", so Vermeulen.

Fotoquelle: FGlaenzel

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