Yamaha-Pilot Jorge Lorenzo wirkte 2013 deutlich entschlossener

MotoGP 2014

— 03.02.2014

Führt Frust bei Lorenzo zu mehr Aggressivität?

Gegen Ende der vergangenen Saison ging Jorge Lorenzo deutlich entschlossener zu Werke als gewohnt: Provoziert die Rennleitung Lorenzo mit ihren Entscheidungen?

In der vergangenen Saison trafen in der MotoGP zwei komplett unterschiedliche Charaktere aufeinander: Jorge Lorenzo, der mit seinem sanften und bedachten Fahrstil sicher nicht zu den spektakulärsten Piloten im Feld gehört, traf auf Marc Marquez, einen ambitionierten Rookie, der auf der Strecke nicht immer mit guten Manieren glänzt, dafür aber zweifellos über eine Menge Talent verfügt.

Beim Rennen in Jerez trafen Lorenzo und Marquez zum ersten Mal richtig aufeinander. Beim dritten Grand Prix der Saison berührten sich die beiden Spanier in der finalen Kurve. Lorenzo zog den Kürzeren und beschwerte sich später über das zu aggressive Verhalten des Neulings. Dieser verstand die Aufregung nicht und sprach von einem Rennvorfall. 15 Rennen und einige Zwischenfälle später wurde Marquez zum jüngsten MotoGP-Weltmeister aller Zeiten gekürt.

Im Laufe der Saison veränderte Lorenzo seine Herangehensweise spürbar. Ging der Yamaha-Werkspilot lange Zeit Zweikämpfen mit Berührungen aus dem Weg, strotzte er im letzten Saisondrittel vor Aggressivität. Besonders spektakulär waren die Duelle in Silverstone, Sepang und Valencia. Doch wie kam es zu diesem Umdenken? MotoGP-Renndirektor Mike Webb hat dazu eine klare Meinung und macht die angestaute Frustration über die Entscheidungen der Rennleitung verantwortlich.

"Jorges Meinung weicht etwas vom Durchschnitt ab", bemerkt Webb gegenüber 'Motomatters'. "Er wünscht sich, dass die Abläufe stärker kontrolliert werden und es weniger Berührungen oder andere gefährliche Manöver geben sollte. Er ist also frustriert, dass wir seine Meinung zu den Zwischenfällen nicht immer teilen. Manchmal stehen wir uns direkt gegenüber und er ist enttäuscht, weil wir nicht automatisch so denken, wie er es tut."

"Ich denke, eine gewisse Frustration führte dazu, dass er sich sagte, 'okay, die Renndirektion macht sowieso nicht, dann kann ich mich ja so verhalten wie die anderen Fahrer'. Ich würde mir wünschen, dass er nicht so denkt", schildert Webb, der den Eindruck hat, dass die Zweikämpfe in der Motorrad-WM nicht mehr so aggressiv sind wie in der Vergangenheit: "Ich würde behaupten, dass sich die Schwelle der Akzeptanz langsam verschiebt. Dinge, die vor zehn Jahren noch toleriert wurden, sind jetzt nicht mehr akzeptabel und die Leute handeln dementsprechend."

Fotoquelle: FGlaenzel

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