Aleix Espargaro war beim Sepang-Test mit der Open-Yamaha konkurrenzfähig

MotoGP 2014

— 22.02.2014

Vorteile der Open-Regeln sollen Hersteller überzeugen

Das Open-Reglement bietet im Gegensatz zu den Factory-Regeln einige Vorteile - Dadurch sollen die Hersteller zum Wechsel ins Open-Format überzeugt werden

In diesem Jahr wird mit dem Open-Reglement der nächste Schritt in der MotoGP eingeläutet. Die Claiming-Rule-Motorräder, die schlichtweg zu langsam waren, sind Geschichte. Obwohl es in diesem Jahr noch eine Art Zweiklassengesellschaft geben wird, hoffen die Verantwortlichen der Dorna, dass bald alle Motorräder unter dem gleichen Reglement - nämlich dem Open-Reglement - fahren werden. Das neue Regelwerk wurde nicht nur für Privatteams geschaffen, sondern soll auch für die Hersteller attraktiv sein.

Deshalb bietet das Open-Format einige Ansätze, die sich in der Praxis als Vorteile herausstellen sollen. Von der Claiming-Rule wurde der zusätzliche Kraftstoff und der weichere Hinterreifen übernommen. So dürfen die Open-Bikes im Rennen 24 Liter Benzin verbrauchen, die MSMA-Werksmotorräder nur 20 Liter. Außerdem dürfen pro Saison zwölf Motoren verwendet werden. Die Hersteller sind auf fünf Triebwerke limitiert.

Ein besonderer Zusatz der Claiming-Rule wurde aus dem Reglement gestrichen, weshalb die Open-Regeln für Hersteller interessant werden. Unter der Claiming-Rule hätte ein Hersteller den Motor eines Konkurrenten "claimen" und so in seinen Besitz gelangen können. Dadurch hätte jeder Hersteller problemlos an die Technologie eines anderen Herstellers gelangen können. In der Praxis kam dies in den vergangenen beiden Jahren allerdings nicht vor.

Da es diesen Passus im Reglement nicht mehr gibt, muss sich beim Open-Format kein Hersteller Sorgen machen, dass seine Technologie in die Hände der Konkurrenz gerät. Der große Unterschied zwischen Open und Factory besteht bei der Elektronik: Die Factory-Teams verwenden ihre eigene Software, während die Open-Teams die Einheitssoftware der Dorna beziehen. Alle Teams müssen die Hardware-ECU von Magneti Marelli verwenden.

Dorna will alle Motorräder im Open-Format

Die Dorna wünscht sich, dass in Zukunft alle Motorräder nach dem Open-Format fahren. Aleix Espargaro zeigte beim ersten Sepang-Test mit der Forward-Yamaha auf, wie konkurrenzfähig das Open-Format sein kann. Dieses Motorrad ist praktisch die letztjährige Kundenmaschine von Tech 3 mit der Dorna-Software. Dazu kommen die Vorteile des Open-Reglements. "Im Prinzip hat er das Bike von Crutchlow mit einem 24-Liter-Tank und weicheren Reifen", hält Michael Bartholemy, der Manager von Scott Redding, bei 'Crash.net' fest.

"Es ist einfach: Es handelt sich um ein Werksmotorrad mit einer Forward-Verkleidung. Vielleicht fährt Aleix auf Crutchlows-Motorrad vom Vorjahr und Colin (Edwards; Anm. d. Red.) sitzt auf Bradleys (Smith; Anm. d. Red.), oder umgekehrt. Eines ist sicher, sie verwenden die beiden Tech-3-Motorräder aus dem Vorjahr. Man darf dabei nicht vergessen, dass Espargaros Motorrad voll entwickelt ist. Man muss es nur fahren. Im Gegensatz dazu hat Scott (Redding; Anm. d. Red.) ein neues Baby." Redding fährt auf der Production-Honda, die ebenfalls für das Open-Reglement entwickelt wurde, aber einen anderen Ansatz verfolgt.

"Die Forward-Yamaha entspricht den Regeln", stellt Renndirektor Mike Webb bei 'Crash.net' klar. "Genau so war es gedacht und wir hoffen, dass die anderen Hersteller gezwungen werden zu sagen: 'Okay, wir müssen dieses Reglement verwenden, denn so ist man am konkurrenzfähigsten.' Die Vorteile der Open-Klasse wurden ins Reglement geschrieben und sind beabsichtigt. In den ersten CRT-Jahren wurde der weichere Reifen eingeführt, weil sie die harten Mischungen gar nicht verwenden konnten."

Open-Format soll Hersteller überzeugen

"Es ging dabei mehr um die Sicherheit, aber wenn sich die Performance der Nichtwerksmaschinen verbessert, könnte es von einem Sicherheitsaspekt zu einem Vorteil werden. Das ist in Ordnung, ich bin zufrieden damit. Die Fahrer sehen es auch. Die Werksfahrer sehen, dass diese Jungs einige Vorteile haben." Im Open-Reglement gibt es aber noch einen weiteren Aspekt, der für die Hersteller interessant ist: Die Motorenentwicklung ist nicht eingefroren. Dieser Punkt macht das Open-Format für Ducati interessant.

Bis zum 28. Februar muss das italienische Team entschieden, ob es unter dem Open-Reglement in die neue Saison startet. "Genau darauf hoffe ich", so Webb. "Wenn Aleix so weitermacht, dann werden sie darüber nachdenken. Das endgültige Ziel ist, dass alle mit dem gleichen Equipment fahren und das technische Level ausgeglichener ist. Die Werke werden immer die Rennen gewinnen, aber die anderen Jungs wären näher dran."

"Von unserer Seite gibt es kein Lobbying. Wir gestalteten die Regeln aber so, dass die Entscheidung schwierig wird. Es sollte die Möglichkeit geben, dass sich ein Hersteller für die Open-Regeln entscheidet." Aktuell können sich die Hersteller entscheiden, ob sie unter den Open- oder Factory-Regeln fahren. Das aktuelle Reglement für die Elektronik läuft noch bis Ende 2016.

Fotoquelle: ForwardRacingGP

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