Scott Redding hatte beim ersten Sepang-Test über drei Sekunden Rückstand

MotoGP 2014

— 23.02.2014

Redding: War der Wechsel zu Gresini ein Fehler?

MotoGP-Aufsteiger Scott Redding hat mit der Honda RCV1000R ein schweres Los gezogen - Pol Espargaro hat mit der Yamaha M1 besseres Material zur Verfügung

Im vergangenen Jahr lieferten sich Scott Redding und Pol Espargaro einen spannenden Titelkampf in der Moto2-Klasse. Nach Verletzungspech holte sich schließlich der Spanier den WM-Titel. In diesem Jahr steigen beide in die MotoGP auf. Espargaro wird im Tech-3-Team eine Yamaha M1 fahren. Außerdem hat der jüngere Bruder von Aleix direkt einen Vertrag mit Yamaha und könnte eines Tages ins Werksteam wechseln. Redding hat eine andere Route eingeschlagen.

Der Brite hat einen Zweijahresvertrag im Gresini-Team unterschrieben. In diesem Jahr wird er den neuen Production-Racer von Honda fahren. 2015 bekommt er die Prototypen-Honda. Das ist vertraglich geregelt. Allerdings stellte sich beim ersten Sepang-Test heraus, dass die neue RCV1000R nicht konkurrenzfähig und der Rückstand beträchtlich ist. "Er war nicht schockiert, aber am zweiten der drei Tage war er etwas deprimiert", spricht Reddings-Manager Michael Bartholemy bei 'Crash.net' die Situation an.

"Wenn ich ihn in der Box sehe, dann weiß ich ohne etwas zu sagen was er denkt, denn ich kenne ihn sehr gut. Ich kann sehen, ob er einen guten oder schlechten Tag hatte. Ich kann deshalb sagen, dass der zweite Tag schlecht war." Die RCV1000R ist ein neues Motorrad und es bleibt abzuwarten, wie sich das Paket in den kommenden Wochen entwickeln wird. Klar ist, dass auf alle Fahrer des Production-Racers ein steiniger Weg wartet.

Hat Redding für den MotoGP-Einstieg auf das falsche Pferd gesetzt? "Wir hatten alle drei Möglichkeiten", meint Bartholemy rückblickend. "Bei Yamaha bestand die Möglichkeit das gleiche Motorrad wie Espargaro (die Forward-Yamaha; Anm. d. Red.) für zwei Jahre zu bekommen. Bei Honda bestand die Möglichkeit, dass wir im zweiten Jahr eine Werksmaschine erhalten. Wir mussten die Entscheidung im Juni treffen. Ich wusste damals nicht, dass die Yamaha so gut sein würde. Jetzt, da ich es weiß, müsste ich sagen, dass ich einen Fehler gemacht habe."

Honda hat das neue Open-Reglement anders interpretiert als Yamaha und einen neuen, kostengünstigen Ableger der RC213V gebaut. Die Rundenzeiten waren bisher wenig überzeugend. Man hatte sich mehr von der RCV1000R versprochen. Bartholemy glaubt, dass sich das bald ändern könnte. "Hinter dem Motorrad steht Honda und ich glaube nicht, dass sie sich von Yamaha an jedem Wochenende besiegen lassen wollen. Honda, das Team und Scott werden dazu beitragen, dass das Motorrad besser wird."

In der kommenden Woche findet der zweite Wintertest in Sepang statt. Auf die Gresini-Mechaniker wartet viel Arbeit. "Die größten Baustellen sind im Moment das Bremssystem und die Elektronik von Magneti Marelli", erläutert Bartholemy bei 'Crash.net'. "Sie haben bei der Elektronik im Moment noch wenig Erfahrung und kaum Daten. Die Elektronik in der MotoGP ist wie ein dickes Buch. Im Moment schreiben wir es."

Bei den Bremsen muss Redding Material von Nissin verwenden. Nur das Gresini-Team setzt auf Nissin-Bremsen. Das sorgt bei der Suche nach der optimalen Abstimmung für zusätzliche Schwierigkeiten. Im Aspar-Team werden für Nicky Hayden und Hiroshi Aoyama Bremsen von Brembo verwendet. Ex-Weltmeister Hayden gilt im Lager der Honda-Production-Racer als Referenzpunkt.

Daran soll sich auch Redding in seinem ersten Jahr orientieren. "Für mich ist Nicky das Ziel", so Bartholemy. "Er verfügt über viel Erfahrung und ist unser Referenzpunkt." Pol Espargaro und Redding sind in diesem Jahr die heißen Anwärter auf den Titel Rookie des Jahres. Die Leser von 'Motorsport-Total.com' sehen einen Fahrer deutlich im Vorteil: In einer Umfrage, bei der insgesamt 1.120 Stimmen abgegeben wurden, trauen 83,57 Prozent Espargaro in diesem Jahr mehr zu. An Redding glauben dagegen nur 16,43 Prozent.

Fotoquelle: Gresini

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