Wird es in der neuen Saison erneut eine spanischen Dreikampf um den Titel geben?

MotoGP 2014

— 06.03.2014

Neuauflage des Duells Honda vs. Yamaha

Die Werksfahrer warten nach den drei Vorsaisontests gespannt auf den Saisonauftakt: Wer hat die besten Karten für das Nachtrennen in Katar?

Nach der langen Winterpause konnten sich die MotoGP-Fans bei den beiden Sepang-Tests und dem Reifentest in Australien bereits einen Vorgeschmack holen, wer in diesem Jahr wie gut in Form ist. Lediglich der Katar-Test, an dem die Werkspiloten von Honda, Yamaha und Ducati aber nicht teilnehmen, steht noch aus. Doch wer sind die Favoriten für die Saison 2014 und wer könnte beim Saisonauftakt in Katar das Tempo vorgeben?

Die Beantwortung dieser Frage ist selbst nach den bisherigen drei Vorsaisontests nicht einfach. Yamaha ist erfahrungsgemäß stark auf dem Kurs in Losail. In den vergangenen vier Jahren konnte Yamaha drei Mal den Sieg holen. 2010 gewann Valentino Rossi den Saisonauftakt, während Jorge Lorenzo in den beiden vergangenen Jahren als WM-Führender zum zweiten Saisonrennen weiterreiste. Honda sicherte sich in der Saison 2011 dank Casey Stoner den Sieg beim ersten Rennen der Saison.

Verglichen mit dem Vorjahr hat sich einiges verändert: Yamaha hatte beim zweiten Test in Sepang große Probleme mit den neuen Reifen von Bridgestone. Besonders Lorenzo tat sich schwer, während Teamkollege Rossi am finalen Tag immerhin die Bestzeit fahren konnte. Zudem wurde der Charakter der M1 durch die Spritsparmaßnahmen in eine Richtung verändert, die nicht besonders gut zu Lorenzos Fahrstil passt.

Yamaha mit Problemen

"Wir müssen nach den beiden Sepang-Tests, bei denen wir die neuen Reifen verwenden mussten, besorgt sein", erklärt Yamaha-Teamdirektor Massimo Meregalli auf der offiziellen Seite der MotoGP. Die 2014er-Pneus von Bridgestone haben auf der Flanke deutlich weniger Haftung als die aus dem Vorjahr. Lorenzo, der extrem hohe Kurvengeschwindigkeiten fährt, leidet darunter mehr als alle anderen Yamaha-Piloten. "Uns war bewusst, dass die Umstände unserem Motorrad nicht entgegen kommen", kommentiert Meregalli gefasst.

Beim Australien-Test meldete sich Lorenzo an der Spitze zurück. Doch wie aussagekräftig sind die Rundenzeiten, die mit 2013er-Reifen oder speziellen Neukonstruktionen für den Grand Prix auf Phillip Island gefahren wurden? Eine Antwort wird es frühestens beim Saisonauftakt geben. Offensichtlich war bisher aber, dass Routinier Rossi für die neue Saison gut aufgestellt ist.

Über den Winter passte der Publikumsliebling seinen Fahrstil an die Gegebenheiten an und war bei allen Tests in Schlagdistanz zur Spitze. Bei den Sepang-Tests konnte sich Rossi teamintern meist deutlich gegen den im Vorjahr übermächtigen Lorenzo durchsetzen. "Er hat etwas gefunden, nachdem er gesucht hat und fühlt sich auf dem Motorrad wohler. Das Fahren fällt ihm leichter", bestätigt Yamaha-Teamdirektor Meregalli. "Das Tempo ist konstanter im Vergleich zum Vorjahr. Er muss sich weniger anstrengen."

Wie stark ist Marquez?

Und wie sieht die Situation bei Honda aus? Durch den Dirt-Track-Sturz musste Weltmeister Marc Marquez zwei von drei Tests auslassen - alles andere als ideale Bedingungen für die Titelverteidigung. Dennoch wäre es naiv, wenn man den Spanier in Katar nicht auf der Rechnung hat. Grundlegend solide war das, was Dani Pedrosa bei den drei Vorsaisontests abgeliefert hat. Der MotoGP-Routinier konnte keine spektakulären Impulse setzen, war aber meist auf den vorderen Positionen wiederzufinden, wenn es darauf ankam.

"Ich denke, Dani hatte gute Wintertests. Er war konstant und mit dem Motorrad zufrieden", bemerkt HRC-Teamchef Livio Suppo. "Bei Marc sieht es anders aus. An den drei einzigen Tagen, an denen er teilnahm, war er sehr schnell. Hinter seiner Konkurrenzfähigkeit in Katar steht noch ein großes Fragezeichen. Ich bin mir sicher, dass er noch nicht bei 100 Prozent sein wird, aber sein Bestes geben wird."

Die neuen Regeln für die Saison 2014 dürften Honda weniger bremsen als Yamaha. Sowohl das Spritlimit, als auch die neuen Reifen stellen die amtierenden Weltmeister vor keine großen Probleme. "Solange man keine Rennen gefahren ist, kann man das Kräfteverhältnis nicht genau beurteilen", warnt Suppo. "Katar ist hinsichtlich des Benzinverbrauchs ein schwieriges Rennen, weil es in der Nacht bei niedrigen Temperaturen stattfindet. Es wird spannend, zu beobachten, wie sich die Fahrer und Teams darauf einstellen. Es ist eine lange Saison. Wir können im Moment zufrieden sein, wie sich das Motorrad verhält."

Fotoquelle: FGlaenzel

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