Im Open-Format genießt Ducati einige Vorteile gegenüber Honda und Yamaha

MotoGP 2014

— 07.03.2014

Wegen Ducati: Dorna schlägt Factory2-Reglement vor

Der Ducati-Wechsel ins Open-Format ist der Dorna ein Dorn im Auge: Ein Vorschlag für ein Factory2-Reglement liegt auf dem Tisch

Knapp zwei Wochen vor dem Saisonauftakt in Katar herrscht weiter Unklarheit über das technische Reglement. Der Wechsel von Ducati vom Factory-Reglement in die neue Open-Klasse hat für viele Diskussionen gesorgt. Nun gibt es den Vorschlag, dass eine Factory2-Klasse eingeführt wird. Im Factory-Reglement dürfen die Hersteller ihre eigene Software verwenden, sind aber auf fünf versiegelte Motoren pro Saison und 20 Liter Kraftstoff für die Renndistanz beschränkt.

Im Open-Format muss die Einheitssoftware von Magneti Marelli verwendet werden. Dazu dürfen zwölf unversiegelte Motoren pro Saison eingesetzt werden, über die Renndistanz stehen 24 Liter Benzin zur Verfügung und außerdem gibt es einen weicheren Hinterreifen. Diese Vorteile will Ducati für sich nutzen, was den japanischen Herstellern Honda und Yamaha sauer aufstößt. Wie soll nun eine Factory2-Klasse aussehen?

"Der Vorschlag betrifft Open-Nennungen von Herstellern, die drei Podestplätze, zwei zweite Plätze oder einen Sieg bei trockenen Bedingungen erzielen", erläutert Dorna-Manager Javier Alonso, der auch Mitglied der Rennleitung ist, bei 'MotoGP.com'. "Sie würden dann einige Einschränkungen bekommen." Statt 24 Litern ständen dann nur noch 22,5 Liter zur Verfügung. Außerdem soll das Motorkontingent auf neun verringert werden.

"Wir haben uns die Ergebnisse der Sepang-Tests angesehen, vor allem der zweiten Testfahrten. Es ist klar, dass von den beiden Software-Versionen, die Magneti Marelli entwickelt hat, die zweite eine bessere Performance bietet." Beim zweiten Sepang-Test gab es ein signifikantes Update. Die neueste Software-Version ist deutlich fortschrittlicher und komplizierter als die erste. Unter der Hand wird spekuliert, dass Ducati die treibende Kraft hinter diesem Update war.

Diese Software "gibt ihnen einige Vorteile, wenn sie in Kombination mit den Open-Regeln stehen", so Alonso weiter. "Deswegen haben wir diesen Plan der Grand-Prix-Kommission vorgelegt, damit es eine Balance gibt und ein Hersteller keinen zu großen Vorteil hat." Die Grand-Prix-Kommission muss diesen Vorschlag am 11. März absegnen.

"Als Weltmeisterschaft wollen wir allen erlauben, dass sie die bestmögliche Technologie haben, inklusive der Software. Nach Gesprächen mit Privatteams, sind sie noch nicht so weit, um die volle Software auszunutzen." Die Dorna wollte mit der Einheitssoftware auch erreichen, dass die Elektronik keine eine so große Bedeutung hat, dass sie für Privatteams zu kompliziert und unleistbar wird.

Laut aktuellem Stand würde Ducati alle Vorteile des Open-Reglements für sich ausnutzen. Andrea Dovizioso und Cal Crutchlow waren bei den bisherigen Tests mit der Open-Version auch konkurrenzfähig. Die Dorna hat diese Tatsache erkannt: "Ducati war im Vorjahr nicht auf dem Level von Honda und Yamaha. Sie haben innerhalb der Regeln einen Weg gesucht, um ihre Qualifying- und Rennresultate zu verbessern", so Alonso.

"Wir verstehen, dass sie mit einigen Änderungen näher an den anderen Konstrukteuren sein können, aber wir wollen nicht, dass sie einen zu großen Vorteil haben. Denn das wäre unfair, wenn sie die restlichen Hersteller mit mehr Munition schlagen würden. Deshalb denken wir, dass dieser Vorschlag eine gute Lösung wäre. Langfristig möchte die MotoGP alle Teams im Open-Format sehen. Honda und Yamaha müssten für 2016 umrüsten.

Speziell Honda verteidigte bisher vehement die eigene Software. Die Einheitssoftware soll für die japanischen Hersteller dennoch ein Anreiz darstellen: "Unsere Pflicht ist es, dass die beste Software entwickelt wird", sagt Alonso klar, "damit die Hersteller das Beste mit ihren Motorrädern machen können. Wir fragen sogar die Hersteller, ob sie uns bei der Entwicklung der Software helfen können."

Fotoquelle: Ducati

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