Claudio Domenicali sieht in der Open-Nennung für Ducati entscheidende Vorteile

MotoGP 2014

— 08.03.2014

Domenicali: Technische Freiheiten sprechen für Open-Klasse

Laut General Manager Claudio Domenicali waren die technische Freiheiten des Open-Formats der entscheidende Grund für Ducatis Entscheidung

Ducati hat den Schritt gewagt und wird in diesem Jahr in der Open-Klasse antreten. Technisch gesehen bieten sich den Italienern einige Freiheiten im Vergleich zur Factory-Nennung. Kritiker sehen ungleiche Voraussetzungen im Vergleich zu den Werksteams von Honda und Yamaha. Allerdings muss Ducati einen Rückstand auf die Japaner aufholen und sieht im Open-Format die nötigen Voraussetzungen dafür: "In der Open-Klasse gibt es mehr Freiheiten für die Entwicklung", stellt Claudio Domenicali, der General Manager von Ducati, im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' klar.

"Am Ende der vergangenen Saison hatten wir einen klaren technischen Rückstand. Wir haben einige Veränderungen vorgenommen und die Fabrik in Bologna umstrukturiert. Wir haben auch viele Ideen für die Entwicklung des Motorrades. In der Factory-Klasse muss man zu Saisonbeginn fünf Motoren versiegeln. Das macht es für uns unmöglich, diese Ideen umzusetzen." Im Open-Format stehen zwölf Motoren pro Fahrer und Saison zur Verfügung. Zudem ist die Motorentwicklung nicht eingefroren.

Das führt zu der paradoxen Situation, dass zum Beispiel Yamaha im Werksteam keine Motorentwicklung betreiben darf, im Forward-Team theoretisch allerdings schon. Ducati setzt voll auf die Open-Karte und rüstete alle vier Motorräder um. "Der Hauptgrund für die Entscheidung war, dass wir mehr Möglichkeiten für die Entwicklung haben", streicht Domenicali hervor. "Wir müssen zwar auf unsere eigene Software verzichten, aber wir versuchen eine Balance zu schaffen. Da wir einen technischen Rückstand haben, glauben wird, dass es die bessere Entscheidung war. Trotzdem ist es ein Poker."

"Honda und Yamaha sind sehr stark. Sie sind große Firmen und haben viel entwickelt. Wir sind im Vergleich viel kleiner und müssen aufholen. 2014 sehen wir nicht als Jahr, in dem wir gegen Honda und Yamaha kämpfen können. Wir wollen unser technisches Level erhöhen und den Rückstand reduzieren. Das sind unsere Ziele. Basierend darauf planen wir dann die Zukunft." Außerdem stehen für die Renndistanz vier Liter mehr Kraftstoff und ein weicherer Hinterreifen zur Verfügung.

Die Wintertests in Malaysia und Australien haben gezeigt, dass Ducati auf einen Schlag deutlich konkurrenzfähiger ist. Können die Italiener auf die Siegerstraße zurückkehren? "Ich weiß nicht, ob wir chancenlos sind", meint Domenicali. " Wenn wir uns die vergangenen drei Jahre ansehen, dann hatten wir Rückstand. Die Wintertestfahrten haben gezeigt, dass wir Veränderungen beim Motorrad gemacht und Fortschritte erzielt haben."

"Wir haben den Rückstand reduziert. Trotzdem ist es schwierig, Vorhersagen zu treffen. Wie gesagt, unsere Konkurrenz ist sehr stark. Natürlich wollen wir um Siege kämpfen, aber das ist nicht unser Ziel für 2014." Die beiden Fahrer Andrea Dovizioso und Cal Crutchlow stehen voll hinter dieser Entscheidung. "Die Stimmung im Team ist im Moment sehr gut", findet Domenicali. "Gigi Dall'Igna (Technikchef; Anm. d. Red.) hat ein gutes Verhältnis zu den Fahrern und spricht viel mit ihnen."

"Für die Fahrer ist es wichtig, dass sie das Motorrad verstehen und entwickeln. Das ist einer der Kernpunkte, warum wir Motorsport betreiben. Andrea und Cal sind sehr motiviert." Während 2014 eine Übergangssaison für Ducati sein wird, ist für 2015 noch alles offen. Die Regeldiskussionen werden noch viele Monate lang ein Thema im MotoGP-Fahrerlager sein. "Schwierig zu sagen, denn die anderen Hersteller könnten auch in die Open-Klasse wechseln. Wir haben unsere Entscheidung getroffen und versuchen nun das Motorrad zu entwickeln."

Fotoquelle: Ducati

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