Honda-Werkspilot Marc Marquez musste zwei Vorsaisontests ausfallen lassen

MotoGP 2014

— 10.03.2014

Marquez möchte in Katar "ruhig an die Sache herangehen"

Der Honda-Pilot hat in der neuen Saison erstmals die Chance, seinen WM-Titel zu verteidigen und hat auch Altmeister Valentino Rossi auf der Rechnung

Die Saisonvorbereitungen von Weltmeister Marc Marquez verliefen nicht nach Plan. Vor dem zweiten Sepang-Test verletzte sich der Honda-Werkspilot beim Dirt-Track-Training und musste die zwei finalen Tests der Vorsaison von der heimischen Couch verfolgen. Auch wenn der Spanier beim ersten Sepang-Test drei Tages-Bestzeiten fuhr, steht hinter seiner momentanen Form ein kleines Fragezeichen. Im Interview spricht Marquez über die Vorsaison, die Kräfteverhältnisse und das Leben als MotoGP-Champion.

Frage: "Die Frage, die sich jedes Team, jeder Gegner und jeder Fan stellt: Wie geht es dem Weltmeister nach der Verletzung? Hast du dich erholt?"
Marc Marquez: "Es wird immer besser. Dem Knochen geht es besser. Das ist sehr wichtig. Doktor Mir sagt mir bei jeder Untersuchung, dass sich mein Zustand verbessert. Ich habe mein Training intensiviert und muss abwarten, wie es in Katar sein wird. Sicher werde ich nicht zu 100 Prozent fit sein, doch ich sollte versuchen, so gut wie möglich vorbereitet zu sein."

Frage: "Wie schätzt du die Situation ein, wenn du bedenkst, dass du zwei Monate nicht auf der Strecke warst?"
Marquez: "Sicher hätte ich es vorgezogen, nach einer normalen Vorsaison vollkommen vorbereitet nach Katar zu kommen, doch ich kann die Situation nicht mehr ändern. Ich muss geduldig sein, vor allem im ersten Training. Ich saß seit eineinhalb Monaten nicht mehr auf dem Motorrad. Da es beim ersten Sepang-Test so gut lief und wir viele Dinge testen konnten, sind wir beruhigt. Dennoch gibt es noch ein paar Dinge aus der Vorsaison, die wir erledigen müssen. Wir müssen bei den ersten Rennen härter arbeiten. In Katar ist es sehr wichtig, ruhig an die Sache heranzugehen."

Frage: "Anfang Februar hast du die Honda getestet. Unterscheidet sich die Maschine von der aus dem Vorjahr?"
Marquez: "Nein, die 2014er-Maschine ist der aus dem Vorjahr ziemlich ähnlich. Wir mussten das Motorrad an die neuen Regeln anpassen, vor allem beim Benzinverbrauch. Das Chassis und die Schwinge sind anders, doch das Motorrad verhält sich ähnlich. Wichtig ist, dass wir uns steigern konnten. Durch diese Änderungen und die Basis aus dem Vorjahr haben wir ein besseres Gefühl, doch wir müssen das noch auf anderen Strecken bestätigen."

Frage: "Gibt es in diesem Jahr erneut einen spanischen Dreikampf? Traust du Valentino Rossi einen zweiten Frühling zu? Was sagst du zur Open-Klasse?"
Marquez: "Die diesjährige Weltmeisterschaft ist hart umkämpft. Es wird umso schwieriger, weil ich die Vorsaison von Zuhause aus beobachten musste. Viele Fahrer sind gute Rundenzeiten gefahren. Zudem wird es interessant sein, wie sich die Motorräder der Open-Kategorie schlagen, weil sie besonders im Qualifying durch die weichen Hinterreifen vor uns liegen könnten. Der Wettbewerb wird eng."

"Es ist offensichtlich, dass Lorenzo und Pedrosa theoretisch unsere härtesten Gegner werden, doch Rossi hatte eine tolle Vorsaison. Er ist sehr schnell. Das fehlte ihm im Vorjahr. Wir müssen abwarten, welche Rolle Ducati spielt, wie das MotoGP-Debüt von Pol Espargaro verläuft und wie sich Aleix Espargaro mit der Open-Maschine in Szene setzen kann. Ich bin überzeugt, dass es für die Fans eine unterhaltsame Saison wird."

Frage: "Nach dem Gewinn des Titels bist du der Favorit in diesem Jahr. Spürst du Druck?"
Marquez: "Der Druck ist da, Weltmeister zu werden und den Titel zu verteidigen. Ich muss vorsichtig sein, weil mit dem Beginn der ersten Session die Welt auf uns schaut. Beim ersten Rennen haben wir die Ausrede, die Vorsaison verpasst zu haben. Wir müssen abwarten, wie es läuft. Wichtig ist, Punkte zu holen und dann in Austin ein normales Wochenende zu haben."

Frage: "Du warst noch nie der Titelverteidiger. Ist die Verteidigung des Titels das große Ziel?"
Marquez: "Es wird interessant, die Erfahrung zu sammeln, einen Titel zu verteidigen. Vorher steig ich immer in die nächste Kategorie auf, wenn ich Meister wurde. Auch wenn ich in diesem Jahr in der gleichen Klasse bleibe, ist es eine neue Herausforderung für mich. Ich konnte diese Erfahrung noch nie zuvor sammeln und denke, dass es schön wird. Ich fahre nicht mit Startnummer eins sondern mit der 93, die mir Glück brachte. Das möchte ich nicht ändern, doch ich weiß, dass ich der amtierende Meister bin und den Titel verteidigen möchte."

Frage: "Welche Erinnerungen verknüpfst du mit dem Katar-Grand-Prix?"
Marquez: "Ich habe gute Erinnerungen, vor allem an mein erstes MotoGP-Rennen im Vorjahr. Während des Wochenendes war ich sehr aufgeregt - sowohl im Training als auch im Rennen. Ich war unruhig - in Valencia noch mehr, als der Titel auf dem Spiel stand. Abgesehen davon habe ich tolle Erinnerungen. Ich holte meinen ersten Podestplatz, hatte ein gutes Rennen, fuhr hinter Dani und kämpfte in den finalen Runden mit Valentino. Es war ein Wochenende, das ich nie vergessen werde."

Frage: "Eine Moto3-Frage: Wie geht es deinem Bruder nach seiner Verletzung und welche Änderungen beobachtest du bei ihm in dieser Saison?"
Marquez: "Alex steht in diesem Jahr vor der Herausforderung, ein neues Motorrad zu entwickeln, nachdem er von KTM zu Honda wechselte. Im Vorjahr überraschte er mich. Ich wusste, dass er Potenzial hat, doch er hat sogar ein Rennen gewonnen, was jeden überraschte. Er hat in diesem Winter hart an der Regeneration seiner Schulter gearbeitet. Es wird langsam besser. Er hatte nicht viel Zeit. Dadurch war er bei den Tests angeschlagen. Doch ich denke, dass er jetzt stärker ist als im Vorjahr."

Frage: "Vom Moto2- zum MotoGP-Weltmeister. Wie hat sich dein Leben seit dem Gewinn des Titals in Valencia verändert?"
Marquez: "Es stimmt, dass sich nach dem Gewinn des MotoGP-Titels etwas verändert hat, nicht nur auf der Strecke. Durch den Wechsel von der Moto2 in die MotoGP gab es natürlich während der kompletten Saison spürbare Änderungen, doch als ich den Titel gewann, überschlugen sich die Ereignisse. Die Leute erkennen dich öfters und man wird von den Fans geschätzt. Das ist sehr wichtig."

"Wenn man ihre Zuneigung spürt, hat man mehr Selbstvertrauen, weil man sich anerkannt fühlt. Das ist für einen Fahrer ein Traum. Natürlich möchte man manchmal ein normales Leben führen und durch die Straßen gehen, ohne erkannt zu werden. Doch wenn die Leute dich ansprechen und nach einem Foto bitten, egal ob während eines Rennwochenendes oder außerhalb, dann macht mich das glücklich."

Frage: "Wie sieht deine Prognose für diese Saison aus?"
Marquez: "Meine Prognose, auch wenn es schlimm klingt: Ich vor Dani und Jorge."

Fotoquelle: FGlaenzel

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