Jorge Lorenzo greift in diesem Jahr nach seinem dritten WM-Titel in der MotoGP

MotoGP 2014

— 12.03.2014

Lorenzo: "Von Valentino kann man immer lernen"

Jorge Lorenzo kann vor dem Saisonauftakt seine Chancen nicht abschätzen - Er rechnet neben Honda mit Valentino Rossi und auch Ducati

Im vergangenen Jahr musste Jorge Lorenzo die MotoGP-Krone an Marc Marquez abgeben. Abgesehen vom sportlichen Erfolg, geht es auch um die spanischen Fans. Beim Saisonfinale in Valencia waren deutlich mehr Fahnen mit der 93 zu sehen und Jubelstürme für den Youngster zu hören, als für den zweifachen Weltmeister. Nun steht die neue Saison in den Startlöchern und es wird wieder ein Duell Marquez gegen Lorenzo erwartet, mit Außenseiterchancen für Dani Pedrosa. Vor zwölf Monaten startete Lorenzo mit einem Sieg in die Saison. Valentino Rossi sorgte nach einer beherzten Aufholjagd für einen Yamaha-Doppelsieg.

Bei den Wintertests hatte es den Anschein, dass Honda etwas stärker als Yamaha ist, obwohl Wintertests eben nur Testfahrten sind und Marquez zwei Sessions auslassen musste. Wie schätzt Lorenzo die Situation für Katar ein? "Viel schwieriger. Wir kennen aber noch nicht von allen das echte Level", sagt der Spanier bei 'GPOne.com'. "Marquez war vor seiner Verletzung sehr stark. Das kann man auch von Pedrosa, Valentino, Bradl und Bautista sagen."

"Ducati hat auch eine gute Pace. Man muss abwarten, wie sich die Open-Klasse entwickelt. Es ist schwierig, Vorhersagen zu treffen." Vor allem Lorenzo selbst ist ein kleines Fragezeichen, denn teilweise war er gewohnt stark, dann gab es wieder Sorgenfalten wegen der neuen Bridgestone-Reifen. "In Malaysia hatten wir Schwierigkeiten mit den neuen Reifen. Sie waren für den rutschigen Sepang-Belag zu steif. Ich war um eine Sekunde langsamer als ich sein sollte. Nur die Hondas konnten schnell fahren. In Australien war es viel besser. Ich glaube, das Problem lag an der Strecke in Malaysia."

Obwohl Lorenzo fünf der letzten sieben Rennen 2013 gewonnen hat, verfügte Honda über das technisch etwas stärkere Paket. Die Zeiten lagen dicht beisammen und Details machten den Unterschied aus. So wünschte sich Lorenzo eine neue Kupplung und mehr Motorleistung. Vor allem, da die Factory-Teams nur noch 20 Liter Kraftstoff für die Renndistanz zur Verfügung haben, stellte die japanischen Ingenieure für eine Herausforderung.

Im Fahrerlager war zu hören, dass Honda das besser hinbekommen hat, während Yamaha viel modifizieren musste und der Motor giftiger zu fahren sei. Erst die ersten Rennen werden die Wahrheit zeigen. "Es ist schwierig zu sagen, denn es liegt an verschiedenen Umständen", meint Lorenzo. "Ich schätze, sie sind uns einen halben Schritt voraus, wenn es um das Gefühl für das Motorrad angeht."

Lorenzo rechnet mit Ducati

"Im Vorjahr waren sie abgesehen von Assen und einigen anderen Strecken viel schneller als wir. Sie sind in der Bremsphase definitiv besser als wir. An diesem Bereich müssen wir arbeiten." Auch die Ducati soll auf der Bremse besser sein als Yamaha, wie Cal Crutchlow nach den ersten Wintertests aufgefallen war. Lorenzo hat das Ducati-Werksteam in diesem Jahr auch auf der Rechnung, denn "die Dorna hat der Open-Klasse große Vorteile eingeräumt."

"Vielleicht sind es zu viele, was wir natürlich nicht hoffen. Honda und Yamaha entwickeln ihre eigene ECU-Software, aber es besteht ein Risiko, dass die Open-Klasse die Messlatte in der MotoGP werden wird", befürchtet Lorenzo. "Andrea (Dovizioso; Anm. d. Red.) ist ein guter Fahrer mit viel Erfahrung. Er war in Malaysia und Australien sehr beeindruckend. Ich glaube, dass er mit Dall'Igna das Motorrad stark verbessern wird."

Je mehr Fahrer an der Spitze mitkämpfen können, desto besser für die Show. Viele Fans hoffen auch, dass Rossi wieder mehr Rennen gewinnen kann. Bei den Tests war der Italiener gut unterwegs und drehte oft die meisten Runden aller Fahrer. Auch Lorenzo schreibt seinen Teamkollegen nicht ab. "Ich sehe, dass er schneller und konstanter ist als im Vorjahr. Sein Gefühl für das Motorrad ist auch besser geworden. Ich glaube, dass Valentino alle Möglichkeiten für Siege hat", ist der Spanier bei 'GPOne.com' überzeugt.

Seit Rossi im Vorjahr zu Yamaha zurückgekehrt ist, hat sich das Verhältnis zwischen ihm und Lorenzo merklich verbessert. Doch Lorenzo betont erneut, dass ihm der Teamkollege nicht wichtig ist. "Das hängt nicht von mir ab. Ich kenne nicht seine oder Yamahas Pläne. Ich komme mit ihm gut aus und die gleiche Garage zu teilen, ist auch gut. Ich glaube, dass Valentino einer der größten Fahrer der Geschichte ist. Man kann von so einem Champion immer etwas lernen."

Offen ist allerdings die Zukunft. Die Verträge von Pedrosa, Marquez, Lorenzo und Rossi laufen am Jahresende aus. Rossi kann praktisch selbst entscheiden, ob er seine Karriere bei Yamaha verlängern wird. Doch ansonsten könnten die Karten neu gemischt werden. Gibt es 2015 ein Honda-Team mit Marquez und Lorenzo? "Ich glaube, dass Honda, Yamaha und Ducati an alle starken Fahrer herantreten werden", meint Lorenzo aus Erfahrung. "So war es schon immer und so wird es auch immer sein." Die MotoGP steht also auf und neben der Strecke vor spannenden Monaten.

Fotoquelle: Yamaha

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