MotoGP in Doha: Donnerstag

MotoGP 2014

— 23.03.2014

Thriller in Katar: Marquez hält Rossi in Schach

Marc Marquez gewinnt einen unterhaltsamen MotoGP-Saisonauftakt in Doha vor Valentino Rossi - Jorge Lorenzo und Stefan Bradl stürzen in Führung liegend

Der erste Sieger der MotoGP-Saison 2014 heißt Marc Marquez (Honda). Die MotoGP-Asse zeigten im Flutlicht des Losail-Kurses in Katar beste Werbung für den Motorradrennsport. Marquez und Valentino Rossi (Yamaha) lieferten sich bis zur Zielflagge ein spannendes Duell um den Sieg. Es war ein Generationen-Duell zwischen zwei der besten Rennfahrer aller Zeiten. Auf der einen Seite der 21-jährige Marquez, auf der anderen der 35-jährige Rossi. Marquez der zukünftige Star der MotoGP und mit Rossi der Altmeister des Sports.

Die Jugend setzte sich schließlich hauchdünn durch. Marquez feierte seinen siebten Sieg in der Königsklasse. Dass sich der Spanier vor sechs Wochen das rechte Bein gebrochen hatte, ließ er sich nicht anmerken. "Ich freue mich sehr über diesen Sieg, denn damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte ein paar Sorgen bezüglich der Reifen", sagt der Honda-Werksfahrer im Anschluss an den Sieg. "Doch dann habe ich das Rennen einfach genossen."

"Das Duell mit Valentino hat Spaß gemacht und ich habe es gewonnen. Ich hoffe, dass wir in Zukunft noch einige dieser Duelle haben werden." Rossi zeigte mit seiner Leistung, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. "Es war einfach ein tolles, tolles Duell. Ich habe es allerdings ein klein bisschen weniger genossen als Marc (lacht; Anm. d. Red.). Als ich einmal in Führung lag, fühlte ich mich gut. Ich hatte das Gefühl, das Rennen gewinnen zu können. Doch er war einen Tick stärker", muss Rossi seine knappe Niederlage anerkennen.

Das Podium komplettierte Dani Pedrosa (Honda) als Dritter. Wie so oft war der Spanier vorne mit dabei, konnte aber nicht um den Sieg mitkämpfen. "Zu Beginn lag ich mitten im Feld. Einige Fahrer sind gestürzt. Die Bedingungen waren wirklich schwierig. Ich bin froh, ins Ziel gekommen zu sein. Platz drei bedeutet wichtige Punkte", lautet sein Fazit.

Pech hatten zwei Mitfavoriten: Jorge Lorenzo (Yamaha) schnappte sich beim Start die Führung, stürzte aber schon in Runde eins. Anschließend führte Stefan Bradl (LCR-Honda) mehrere Runden lang das Rennen an, bis schließlich auch er an der gleichen Stelle wie Lorenzo zu Boden ging. Die MotoGP ist mit einem Thriller in die neue Saison gestartet und machte Lust auf die nächsten Rennen.

Vor dem Start war die Reifenwahl die große Frage. Pole-Setter Marquez hatte sich für den harten Hinterreifen (rote Markierung) entschieden. Die übrigen Topfahrer wählten die Mischung medium (keine Markierung). So gut wie alle Fahrer hatten sich für den harten Vorderreifen entschieden. Die vier Open-Hondas setzten auf den weichen Hinterreifen (weiße Markierung). 22 Runden standen für den ersten Showdown unter Flutlicht auf dem Programm.

Lorenzo stürzt in Runde eins

Den besten Start legte Lorenzo aus der zweiten Reihe hin und ging sofort in Führung. Dahinter sortierten sich Bradley Smith (Tech-3-Yamaha) und Bradl ein. Marquez war von der Pole-Position auf Platz vier zurückgefallen. Schon in der ersten Runde ereignete sich eine entscheidende Situation: Lorenzo stürzte in Kurve 15 und war draußen.

"Ich habe die gleiche Strategie wie im Vorjahr versucht und wollte sofort pushen", berichtet Lorenzo. "Die Reifen sind in diesem Jahr anders. Die Streckentemperatur war auch niedriger als im Training. Mir ist ein Fehler unterlaufen. Positiv ist, dass Vale ein starkes Rennen fährt." Nach Lorenzos Sturz übernahm Bradl die Führung. Der Stand nach Runde eins: Bradl, Marquez, Smith, Andrea Iannone (Pramac-Ducati), Rossi und Andrea Dovizioso (Ducati).

Die Stürze setzten sich fort. Am Ende der zweiten Runde ging Iannone in der Zielkurve zu Boden. Bradl behauptete in der Anfangsphase die Führung, doch Marquez klebte an seinem Hinterrad. Smith hielt als Dritter die Verfolger in Schach. Alvaro Bautista (Gresini-Honda) und Rossi kämpften wie so oft im Vorjahr um Platz vier. In Runde vier schnappte sich Bautista in Kurve eins den dritten Platz von Smith. Der Spanier drehte zu diesem Zeitpunkt die schnellsten Rundenzeiten.

Eine Runde später arbeitete sich auch Rossi an Smith vorbei und war Vierter. Wenige Kurven darauf machte Marquez einen kleinen Fehler und Bautista schlüpfte durch. Zwei Satelliten-Honda führten vor dem Weltmeister. In Runde sechs versuchte Marquez Bautista auf der Zielgeraden zu überholen, doch Bautista behauptete Rang zwei. Dann verbremste sich der Gresini-Pilot allerdings im kurvigen Teil und Marquez war wieder Zweiter. Die MotoGP-Asse zeigten Rad-an-Rad-Duelle.

Auch Bradl stürzt in Führung liegend

Auch Rossi mischte mit und schnappte sich in Runde sieben den dritten Platz von Bautista. Bradl wehrte währenddessen die Angriffe von Marquez ab. Rossi war auf dem Vormarsch und überholte Marquez. Damit war der Superstar nach acht Runden schon Zweiter, doch Marquez kämpfte sich zurück. Das Duell aus dem Vorjahr fand seine Fortsetzung. Daraus wurde ein Zweikampf um die Führung, denn die vorzügliche Vorstellung von Bradl endete schlagartig.

Der Deutsche stürzte an der gleichen Stelle wie Lorenzo. Die beiden Crashes glichen sich fast aufs Haar. Somit führte Rossi in Runde acht den Grand Prix an. Der Superstar hatte die beiden Honda-Werksfahrer hinter sich, denn auch Pedrosa hatte sich nach der verhaltenen Anfangsphase nach vorne gearbeitet. Bautista und Smith versuchten den Anschluss an das Spitzentrio zu halten. Rossi behauptete die Spitze gegen Marquez, der hart pushte.

Neun Runden vor dem Ende schnappte sich der Weltmeister in Kurve eins schließlich die Führung, Marquez konnte sich aber nicht entscheidend absetzen. Rossi, Pedrosa und Bautista blieben in Schlagdistanz. Smith fuhr wenige Motorradlängen dahinter als Fünfter, allerdings schied der Brite vier Runden vor Rennende durch einen Sturz in Kurve zwei aus. Sein Teamkollege Pol Espargaro steuerte gleichzeitig die Tech-3-Box an und gab auf.

Marquez besiegt Rossi

Drei Runden vor dem Ende versuchte Rossi Marquez zu attackieren und erhöhte den Druck. Der Sieg wurde nur noch zwischen den beiden talentiertesten Motorradfahrern der Gegenwart entschieden. Zwei Runden vor dem Ende attackierte Rossi wieder auf der Zielgeraden, doch er kam nicht vorbei. Dann machte Rossi im kurvigen Teil sein Manöver und ging an Marquez vorbei. Der Youngster drückte sich aber sofort wieder vorbei. Beide gaben alles und wollten unbedingt gewinnen!

Marquez startete die letzte Runde in Führung. Rossi versuchte alles, doch er konnte kein Manöver setzen. Marquez überquerte die Ziellinie schließlich 0,259 Sekunden vor Rossi und startete die Mission Titelverteidigung mit einem Sieg. "Ich sagte schon gestern: Einfach unglaublich", jubelt Honda-Teammanager Livio Suppo. "Es ist noch keine sechs Wochen her, dass er seinen Unfall hatte. Einen solchen Kampf wie heute haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Einfach großartig!"

Pedrosa blieb nur die Zuschauerrolle und kam als Dritter ins Ziel. Bautista stürzte im Duell mit Pedrosa zwei Runden vor dem Ende und war ebenfalls ausgeschieden. Aleix Espargaro brachte die Forward-Yamaha als Vierter ins Ziel. Nach seinen starken Trainingsleistungen spielte der Spanier im Rennen keine Rolle an der Spitze. Allerdings hielt Aleix Espargaro beide Ducati-Werksfahrer in Schach. Dovizioso und Cal Crutchlow belegten die Plätze fünf und sechs.

Einen beachtliches MotoGP-Debüt gab Scott Redding (Gresini), der sich im Open-Honda-Duell gegen Nicky Hayden (Aspar) durchsetzte und die Zielflagge als Siebter sah. Hinter Hayden kam sein US-Landsmann Colin Edwards (Forward-Yamaha) als Neunter ins Ziel.

Iannone arbeitete sich nach seinem Sturz noch auf Rang zehn nach vor. Dahinter folgten Hiroshi Aoyama (Aspar), Yonny Hernandez (Pramac-Ducati), Karel Abraham (Cardion), Danilo Petrucci (Ioda) und Broc Parkes (PBM). Keine WM-Punkte sammelten Michael Laverty (PBM) und Mike di Meglio (Avintia). Der nächste Grand Prix findet am 13. April in Austin (USA) statt. Dort gewann Marquez im Vorjahr sein erstes MotoGP-Rennen.

Fotoquelle: Repsol Media

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