Ab der Saison 2016 verwenden alle Hersteller die gleiche Software

MotoGP 2014

— 27.03.2014

2016: Wahre Harmonie oder vorgetäuschter Frieden?

Honda ist mit der angekündigten Einheitselektronik einverstanden - Yamaha macht sich Sorgen um die Sicherheit, Ducati hofft auf bessere Chancengleichheit

Nachdem das Reglement in der MotoGP in den vergangenen Jahren nur behutsam angepasst wurde, verlief das Debüt der neuen Open-Bikes in dieser Saison etwas holprig. Durch Ducatis Last-Minute-Wechsel zum Open-Format mussten die Verantwortlichen die Regeln kurz vor dem Saisonstart modifizieren und legten entsprechende Sanktionen fest, die bei Siegen oder aufeinanderfolgenden Top-3-Platzierungen greifen.

Darüber hinaus sorgten die Zukunftsvisionen von Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta für Unruhe. Der Spanier wünscht sich seit vielen Jahren eine einheitliche Elektronik, um die Kosten zu senken und die Chancengleichheit zu erhöhen. Besonders Honda wehrte sich lange Zeit gegen die Einheits-Elektronik und drohte regelmäßig mit einem Rückzug aus der MotoGP, da die Weiterentwicklung von Technologien ein wichtiger Bestandteil ihres Engagements darstellt.

Doch im Rahmen des Saisonauftakts in Katar wurde nun beschlossen, dass alle Hersteller ab der Saison 2016 neben der einheitlichen Hardware auch eine einheitliche Software verwenden müssen. Von HRC kam kein Veto. HRC-Teamchef Livio Suppo erklärt, warum man plötzlich mit der Einheitselektronik leben kann: "Es gab die Idee, eine einheitliche Software für alle Teams einzusetzen, deren Entwicklung eingefroren ist. Dann hätte niemand irgendetwas machen können. Wir waren gegen diese Option."

"Eine andere Möglichkeit war, eine einheitliche Software für alle anzubieten, die von allen Herstellern weiterentwickelt werden kann. Das hat zur Folge, dass wir keinen Wettbewerbsvorteil mehr haben, sollten wir etwas Besonderes erarbeiten. Doch wir können weiterhin Technologien entwickeln. Das war für Honda immer der Schlüsselfakt", stellt Suppo gegenüber 'MotoGP.com' klar. "HRC geht es darum, neue Technologien zu erarbeiten und junge Ingenieure anzulernen."

"Man muss also die Möglichkeit haben, Dinge weiterzuentwickeln. Das ist durch die neue Regel gegeben, weil jeder Hersteller Vorschläge liefern kann, die er dann mit den anderen Herstellern teilt", begründet Suppo. Auch die anderen Hersteller sträuben sich nicht gegen die einheitliche Elektronik. Ducati verabschiedete sich bereits nach dem zweiten Sepang-Test von der eigenen Werks-Software und Yamaha ist ebenfalls bereit, sich auf die Einheits-Software einzulassen.

Für Koichi Tsuji, den Chef der Yamaha-Motorsportabteilung, spielt die Erhaltung der Sicherheit eine wichtige Rolle. "Es ist denkbar, die Elektronik aus Performance-Sicht einzufrieren. Doch die Sicherheit muss man auch weiterhin zu jeder Zeit verbessern können, um die Fahrer zu schützen", fordert der Japaner energisch. "Manchmal ist eine eingefrorene Software gut. Doch es kann bei der Sicherheit auch zu Schwierigkeiten führen."

Für Ducati-Sportchef Paolo Ciabatti ist die Einheitselektronik eine logische Schlussfolgerung: "Eine Einheitselektronik trägt genau wie die Einheitsreifen zur Chancengleichheit bei. Dann verwenden alle die gleichen Mittel. Die Werksteams haben dann immer noch Techniker mit mehr Erfahrung, doch es gibt bereits einige Open-Fahrer, die sehr schnell sind. Ich denke, es wird die Chancengleichheit in der Meisterschaft fördern und es für alle Teilnehmer offener gestalten."

Fotoquelle: Repsol Media

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