Open-Starter ohne Chance: Im Rennen waren die Factory-Piloten überlegen

MotoGP 2014

— 28.03.2014

Streitthema Open-Format: Viel Wirbel um nichts?

Beim Saisonauftakt in Katar herrschten ab dem Qualifying wieder die gewohnten Kräfteverhältnisse: Haben die Werkspiloten in den Trainings zu viel gejammert?

Das Reglement für die neue MotoGP-Saison erntete bereits vor dem Saisonstart viel Kritik. Nach der Abschaffung der unbeliebten CRT-Regel erhofften sich die Verantwortlichen von der neuen Open-Klasse einige Fortschritte. Die Privatteams sollten durch diverse Vorteile näher an die Prototypen herangebracht werden. Doch dank weicher Reifen, mehr Sprit und Motoren waren die Open-Bikes konkurrenzfähiger als einigen Werksfahrern lieb war.

Besonders Forward-Pilot Aleix Espargaro, der in der Saison 2014 auf einer Yamaha M1 aus dem vergangenen Jahr sitzt, konnte die Spitzenfahrer bei den Wintertests immer wieder ärgern. Vom abschließenden Katar-Test verabschiedete sich Espargaro mit der Bestzeit und ließ die versammelten Satelliten-Fahrer alt aussehen. Weder LCR-Pilot Stefan Bradl noch Moto2-Weltmeister Pol Espargaro oder Gresini-Pilot Alvaro Bautista konnten mithalten.

Als am vergangenen Wochenende die Rennaction in Katar begann, rieben sich die Motorrad-Fans, die das Geschehen in der Winterpause nicht so intensiv verfolgten, verwundert die Augen. Weltmeister Marc Marquez kam im ersten Freien Training nicht einmal in die Top 10. Herausforderer Jorge Lorenzo schimpfte wie ein Rohrspatz über die Reifen und lag eineinhalb Sekunden zurück. Honda-Pilot Dani Pedrosa war auf Position sechs bester Werkspilot. Die Kräfteverhältnisse wurden komplett durcheinander gemischt und an der Spitze gab Aleix Espargaro den Ton an.

Die Werkspiloten kämpfen sich zurück

In den drei ersten Trainings fuhr der Forward-Pilot in beeindruckender Manier die Bestzeit. Doch am Samstag schlugen die Prototypen zurück. Im vierten Freien Training fuhr Bradley Smith mit seiner Tech-3-Yamaha die Bestzeit. Und auch Marquez fand wieder zu alter Stärke. Im Qualifying sicherte sich der Weltmeister der vergangenen Saison die Pole-Position. In der ersten Reihe standen drei Factory-Fahrer. Espargaro kam nach zwei Stürzen nicht über Startplatz neun hinaus. Die alten Kräfteverhältnisse waren wiederhergestellt.

"Ich erwartete, dass die Werksfahrer langsamer sind", bemerkt Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso, der die Vorzüge der Open-Fahrer genießen darf, nach dem Qualifying. "Doch wenn sie richtig hart pushen, können sie mit unserem harten Reifen gute Rundenzeiten fahren. Es entspricht eher der Realität als das, was wir an diesem Wochenende bisher beobachten konnten."

Und auch im Rennen gaben die Factory-Fahrer den Ton an. An der Spitze bekämpften sich Marquez und Altmeister Valentino Rossi. Durch die Ausfälle von Jorge Lorenzo, Stefan Bradl, Alvaro Bautista und Bradley Smith fuhr Aleix Espargaro als Vierter ins Ziel. Mehr als Platz acht wäre ohne die Ausfälle also nicht möglich gewesen. Nach den starken Tests und Trainings enttäuschte die Renn-Performance der Open-Yamaha. Und auch Ducati verpasste eine Überraschung.

Regeländerungen werden selten positiv bewertet

Wurde also vor dem Saisonstart zu viel über die Vorteile der Open-Fahrer diskutiert? Waren die Regeländerungen doch richtig dosiert? MotoGP-Kommentator-Legende Nick Harris bringt es auf den Punkt: "Regeländerungen sind unumgänglich. Sie sorgen nicht bei allen Beteiligten für Zustimmung - das wird immer so sein und war nie anders", betont er im Gespräch mit 'MotoGP.com'.

"Ich denke, es ist sehr wichtig, dass die Meisterschaft die Technologien der Straßenmotorräder verwendet und mit der Zeit geht. Das ist der Fall", analysiert Harris, der seit vielen Jahren die MotoGP-Rennen kommentiert und Stammgast im Fahrerlager ist. Der Brite hat bereits einige Regeländerungen miterlebt: "In der Vergangenheit konnten wir Änderungen des Hubraums beobachten - der Wechsel zu den 800ern war vermutlich kein Erfolg. Doch der Wechsel zu den Viertaktern war ein enormer Erfolg."

Harris betont, dass man die Fans nicht mit schwer nachvollziehbaren Änderungen abschrecken darf: "Man muss sehr vorsichtig dabei sein, es nicht zu kompliziert zu gestalten. Das ist sehr wichtig, aber nicht einfach zu realisieren. In diesem Jahr ist es für alle Beteiligten sehr schwierig", grübelt er. "Die Leute an den TV-Geräten und an der Strecke wünschen sich, dass es nicht zu kompliziert ist."

Dass sich Ducati durch den Open-Wechsel bei den anderen Herstellern unbeliebt machte und Yamahas Open-Bike laut Honda nicht der Philosophie entspricht, bewertet Harris nicht über: "Das Ausreizen der Regeln war immer eine Herausforderung für die Teams und Techniker", weiß der langjährige MotoGP-Kommentator. "Das ist auch im Moment der Fall und absolut nichts Neues."

Fotoquelle: FGlaenzel

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