Jorge Lorenzo reist mit null WM-Punkten zum zweiten Rennen der neuen Saison

MotoGP 2014

— 02.04.2014

Spencer: "Yamaha erlebt schwierige Zeiten"

Grand-Prix-Legende Freddie Spencer analysiert die Situation bei Yamaha und kann Jorge Lorenzos Frust nachvollziehen, doch auch Valentino Rossi steht unter Druck

Yamaha steht in der neuen Saison vor keiner einfachen Aufgabe. Bereits im vergangenen Jahr hatte Honda mit der RC213V einen kleinen technischen Vorsprung. Besonders beim Bremsen und Beschleunigen hatten die M1-Piloten das Nachsehen. Durch die Einfhrung des Seamless-Getriebes beim Rennwochenende in Misano wurde der Rckstand der Yamaha-Piloten kleiner. In der neuen Saison mussten Jorge Lorenzo und Valentino Rossi einen erneuten Rckschlag verdauen.

Die neuen Bridgestone-Reifen harmonieren nur bedingt mit der Charakteristik der Yamaha M1. Der groe Vorteil - die hohen Kurvengeschwindigkeiten - wurde durch die neuen Reifenkonstruktionen abgemildert. Weniger Haftung auf der Reifenflanke sorgt fr Frust in der Yamaha-Box. Besonders Vizeweltmeister Lorenzo hat zu knabbern. Der Spanier, der fr seinen weichen Fahrstil bekannt ist, muss sich an die neuen Pneus anpassen und seine Fahrweise ndern.

"Jorge ist ein sehr gefhlsbetonter Fahrer. Sein Stil ist die Przision", besttigt Ex-Racer Freddie Spencer im Gesprch mit 'MotoGP.com'. Spencer kann nachvollziehen, warum Lorenzo schwchelt. "Ich verstehe das, weil ich auch ein wenig so war und auch ein wenig wie Marc (Marquez; Anm. d. Red.) - ich hatte ein wenig von beiden Stilen. Aber in der Lage zu sein, das Limit zu finden und wirklich Druck zu machen, ist sehr wichtig. Es ist schwer, zu akzeptieren, dass du es nicht kannst."

"Wenn sich die Reifen ndern, musst du es versuchen und dein Fahrwerk darauf anpassen. Das bedeutet immer einen Kompromiss einzugehen", analysiert Spencer, der in seiner aktiven Karriere hnliche Rckschlge verkraften musste: "Ich erinnere mich, als wir die ersten Radialreifen testeten und ich es nicht hinbekam. Es ist schwierig, wenn so etwas passiert. Bei Jorge kann es sein, dass er das gewisse Etwas nicht fhlt, wenn er am Limit ist - und wenn du das nicht fhlen kannst, ist es schwer, ber das Limit zu gehen."

"Du musst Druck machen, in der Lage sein, nicht an das Limit zu gehen sonder darber hinaus", betont Spencer. Bridgestone zog sich bereits in der Vergangenheit den Zorn eines Herstellers zu. Beim Einheitsreifen-Format gab es immer Reifen, die mit dem einen Motorrad besser und mit einem anderen Motorrad schlechter harmonieren. In der Saison 2012 hatte Honda groe Probleme, die RC213V an die Reifen anzupassen. "Wenn man ein paar Jahre zurckgeht, wird man erkennen, dass sich die Reifen an einem Punkt nderten und es war Honda, die dann Schwierigkeiten hatten. Jetzt erleben Lorenzo und Yamaha schwierige Zeiten", so der US-Amerikaner.

Der Druck auf Lorenzo wuchs durch den Sturz beim Saisonauftakt weiter an. Und auch Rossi setzte sich vor dem Saisonstart unter Druck. Durch den Crewchief-Wechsel wollte der "Doktor" neue Motivation erlangen. Bis zum Sommer mchte der Italiener entscheiden, ob 2014 seine letzte MotoGP-Saison ist oder ob er nach der laufenden Saison weitermacht.

"Ich wei, dass ihn der Sieg in Assen im Vorjahr motivierte. Es besttigte ihn und es erneuerte sein Vertrauen dahin, dass er wieder Rennen gewinnen kann. Wenn er sagt, dass die ersten sechs Rennen seine Zukunft entscheiden, dann glaube ich ihm das. Er hat seinen Cheftechniker ausgetauscht und steht nun unter Druck, Leistung zu bringen - viel mehr als sonst", erlutert Spencer.

Fotoquelle: FGlaenzel

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