Valentino Rossis Aussagen über die Arbeitsweise der M1 sind sehr präzise

MotoGP 2014

— 15.04.2014

Galbusera: "Rossis Fähigkeiten haben nur wenige Fahrer"

Valentino Rossis neuer Crewchief spricht über die Zusammenarbeit mit dem "Doktor" und analysiert dessen besondere Fähigkeiten bei der Motorradabstimmung

Nach einer durchwachsenen Yamaha-Comeback-Saison entschied sich Valentino Rossi Ende der vergangenen Saison dazu, die Zusammenarbeit mit Langzeit-Crewchief Jeremy Burgess zu beenden. Rossi wollte die überraschende Trennung nutzen, neue Motivation zu erlangen und die Arbeitsweise anzupassen, um den deutlich jüngeren Piloten an der Spitze Paroli bieten zu können. Offensichtlich traf Rossi die richtige Entscheidung. Sowohl bei den Vorsaisontests als auch bei den Rennen in Katar und Texas war der Italiener konkurrenzfähiger als im Vorjahr.

Silvano Galbusera wurde Burgess' Nachfolger in der Box der Startnummer 46. Der Italiener arbeitete bereits bis zur Saison 2011 für Yamaha und war Crewchief von Troy Corser, Noriyuki Haga, Cal Crutchlow und Ben Spies. In der Saison 2009 gewann Galbusera mit Spies die Superbike-WM. In den beiden vergangenen Jahren kümmerte sich der erfahrene Ingenieur um Marco Melandri und dessen BMW S1000RR.

In die Fußstapfen von Burgess zu treten, war für Galbusera keine einfache Aufgabe. Zudem mangelte es ihm an Grand-Prix-Erfahrung. Und mit Rossi sollte er ausgerechnet den Fahrer betreuen, der besonders stark im Rampenlicht steht. Als Yamaha anfragte, ob er sich eine Zusammenarbeit vorstellen kann, war Galbusera ziemlich überrascht. "Ich teilte Meregalli mit, Valentino soll es sich genau überlegen. Im Ernst, die Möglichkeit, einem Team auf diesem Niveau beizutreten, war für mich eine tolle Gelegenheit", wird der neue Crewchief an Rossis Seite von 'GPOne.com' zitiert.

Kennenlernen vor vier Jahren

In der Saison 2010 trafen Rossi und Galbusera erstmals aufeinander. Nachdem sich Rossi in Mugello das Bein brach und einige Wochen ausfiel, organisierte Yamaha Tests mit der Yamaha R1 aus der Superbike-WM, um Rossis Gesundheitszustand zu testen. Die Zusammenarbeit mit Galbusera blieb Rossi im Gedächtnis: "Wir haben ein paar Stunden in Misano und einen halben Tag in Brünn zusammengearbeitet. Ich weiß nicht, wie er mich zu dieser Zeit wahrgenommen hat. Wir haben damals basierend auf seinen Aussagen einige Änderungen am Motorrad vorgenommen und diese haben funktioniert", erinnert sich Galbusera.

Dennoch fühlte sich der routinierte Crewchief anfangs unwohl. Beim Nachsaisontest in Valencia saß Galbusera erstmals in der Box des "Doktors". "Ich war anfangs besorgt, doch ich wusste, dass ich einer Gruppe professioneller Leute beitrete und nicht alleine arbeiten muss. Ich fühlte mich ziemlich schnell wohl", bemerkt er. "Burgess meinte, ich soll nicht besorgt sein und zeigen, dass Valentino eine erfolgreiche Wahl getroffen hat."

"Ich wollte nicht derjenige sein, der für die Trennung eines Duos verantwortlich ist, das sehr viele Jahre zusammengearbeitet hat. Es ist vermutlich eine kulturelle Sache. Wir Römer wären da sicher etwas enttäuschter", grübelt Rossis neuer Crewchief, der sich schnell an die Arbeit in der MotoGP gewöhnt hat. "Das Niveau ist sehr hoch. Es geht sehr professionell zu. Ich arbeitete zwölf Jahre für Yamaha und bekam mit, was die MotoGP-Arbeitsgruppe so treibt. Beim Motorrad kannte ich bereits einige Dinge."

Galbusera schätzt Rossis Feedbacks

Rossi hatte jahrelang den Ruf, ein sehr einfühlsamer Fahrer zu sein, der bei der Entwicklung viel bewirken kann. Die zwei erfolglosen Ducati-Jahre haben etwas an diesem Image gekratzt. Doch für Galbusera steht außer Frage, dass Rossis Feedbacks von großem Wert sind: "Valentino ist ein intelligenter Fahrer und überlässt nichts dem Zufall. Ich fühlte mich verantwortlich, zu zeigen, dass seine Wahl richtig war."

"Er versteht sehr gut, was das Motorrad macht. Seine Eindrücke werden immer von den Aufzeichnungen bestätigt. Diese Fähigkeit haben nicht alle Fahrer. Er kann sich auch noch auf das Motorrad konzentrieren, wenn er hart pusht", lobt Landsmann Galbusera. "Für mich sind Valentinos Aussagen wichtiger als die Aufzeichnungen. Ich weiß, dass eine Fahrer einfühlsamer sein kann als ein elektronischer Sensor."

Ein weiterer Vorteil der Zusammenarbeit zwischen Rossi und Galbusera ist die Sprache. Feine Details können nun in Italienisch besprochen werden. Das ist wichtig, um den Rückstand zu Honda aufzuholen. Doch was kann die RC213V besser als die M1 und wie groß ist der Rückstand? "Es ist noch zu zeitig, um ein genaues Urteil abzugeben. Es scheint aber, als ob die Honda fahrbarer ist als die Yamaha und mehr verzeiht" analysiert der Yamaha-Ingenieur. "Es ist schwieriger, die Yamaha ans Limit zu bringen. Zu Beginn hatten wir Probleme mit den 2014er-Reifen."

Fotoquelle: Yamaha Motor Racing Srl

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