Ex-MotoGP-Pilot Ben Spies wurde vom Glück nur selten heimgesucht

MotoGP 2014

— 15.04.2014

Spies: "War nicht gut genug für den Titel"

Der ehemalige Yamaha-Werkspilot geht hart mit sich selbst ins Gericht und erklärt, warum er sich in der MotoGP zeitweise so schwer tat

Seit dem vorzeitigen Karriereende von Ben Spies ist es um den US-Amerikaner ruhig geworden. Beim Grand Prix in Austin war der ehemalige Ducati-Pilot vor Ort, um seine ehemaligen Kollegen zu besuchen. Der Grand-Prix-Sieger entschied sich auf Grund seiner langwierigen Schulterverletzung Ende der vergangenen Saison dazu, seine aktive Karriere zu beenden und den Vertrag mit Ducati aufzulösen.

Dabei galt Spies lange Zeit als Rohdiamant. Mit dem Gewinn der Superbike-WM und dem fulminanten MotoGP-Debüt bei Tech-3-Yamaha empfahl sich der mehrfache AMA-Champion für die Nachfolge von Valentino Rossi im Yamaha-Werksteam. In der Saison 2011 war Spies aber schon 27 Jahre alt. "Ich kam etwas zu spät nach Europa, um mehr zu erreichen. Doch ich kann zurückschauen, ohne dabei enttäuscht zu sein", bemerkt er im Gespräch mit 'Crash.net'.

"Ich ging nach der Zeit in der AMA nach Europa, wollte das aber eigentlich gar nicht. Nachdem ich die AMA aber drei Mal gewann, sagte jeder, dass ich nach Europa gehen muss", blickt Spies zurück. "Ich habe in der MotoGP nie richtig mit dem Motorrad harmoniert und nie das Maximum aus mir herausholen können", gesteht der Sieger der 2011er-Dutch-TT. Gegen Jorge Lorenzo, Casey Stoner und Dani Pedrosa hatte Spies nur selten eine Chance.

"Doch ich weiß, dass ich Jorge Casey und Marc - die schnellsten Fahrer - an einem guten Tag schlagen konnte. Das war in Assen der Fall. Einige Male kämpfte ich um den Sieg, doch mir ist bewusst, dass ich nicht gut genug war, um die Meisterschaft zu gewinnen", hält Spies fest. "Wenn ich viele Jahre dabei gewesen wäre, hätte ich vielleicht so eine Chance wie Gibernau oder Nicky (Hayden; Anm. d. Red.) erhalten. Doch ich bin nicht so ein Fahrer, der Jahr für Jahr wieder hofft, die Meisterschaft zu gewinnen."

"Ich dominierte nie in einer Serie mit Ausnahme der Saison 2009 in der Superbike-WM. Ich musste Jahr für Jahr kämpfen, um Rennen zu gewinnen. Ich war nie derjenige, der das Tempo vorgab. Ich verfüge nicht über so viel Talent wie Casey oder Marc. Ich musste mir den Arsch aufreißen", bemerkt Spies. "Ich hätte vielleicht einen Titel geholt, wenn ich zwei Jahre eher dabei gewesen wäre und alles gepasst hätte. Vom Tempo war ich aber nicht schnell genug, um zwei oder drei Mal Weltmeister zu werden."

Dass der Motorsport Spies fehlt, ist kein Geheimnis. "Mir fehlt der Rennsport sehr, doch ich weiß, dass ich nichts ausrichten kann, um zurückzukommen. Ich sollte lieber nicht so enttäuscht sein. Ich genieße es, den Sport im Fernseher zu verfolgen und ich bin nach wie vor involviert. Nicht dabei sein zu können und das nicht selbst in der Hand zu haben, macht es mir einfacher", so der ehemalige Yamaha-Werkspilot.

Fotoquelle: Yamaha

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