Aleix und Pol Espargaro sind abseits der Strecke unzertrennlich

MotoGP 2014

— 20.04.2014

Brüder im Rennsport auf dem Vormarsch

Pol und Aleix Espargaro sind nicht das erste Brüderpaar in der MotoGP - Es bieten sich Vorteile, wenn man einen Bruder im Rennsport hat

Während im Automobilrennsport immer mehr Rennfahrersöhne von sich reden machen, sind es im Motorradrennsport derzeit die Brüder. Die Familien Laverty und Lowes sind in zwei Fahrerlagern aktiv. Michael Laverty fährt in der MotoGP, während Eugene Laverty in der Superbike-WM um Siege kämpft. Alex Lowes ist in diesem Jahr der Teamkollege von Eugene Laverty, während sein Zwillingsbruder Sam Lowes den Weg in die Moto2 genommen hat.

Dazu kommen die Hayden-Brüder. Nicky ist mit einem WM-Titel der erfolgreichste. Seine Brüder Tommy (jünger) und Roger Lee (älter) sind hauptsächlich in der US-Superbike-Meisterschaft aktiv. Und außerdem gibt es da noch die beiden Espargaro-Brüder, die in diesem Jahr erstmals gegeneinander in der MotoGP kämpfen. Zuletzt in Austin kam Pol erstmals vor Aleix ins Ziel. Ein weiteres vielversprechendes Bruderpaar kommt aus der Marquez-Familie.

Alex wandelt derzeit in der Moto3 auf den Spuren von MotoGP-Weltmeister Marc. Einen Bruder zu haben, ist von Vorteil, vor allem für die jüngeren Geschwister. "In meiner bisherigen Karriere war ich sehr glücklich, dass mein älterer Bruder auch Rennen fährt", meint Pol Espargaro diesbezüglich. "Mein Vater kaufte ihm ein Motorrad und ich nahm es dann. Das machte mein Leben einfacher. Mein Bruder hat mir immer gesagt, wie ich fahren muss."

"Ich war in einer glücklichen Situation. Er hatte in der 250er-Klasse eine schwierige Karriere, aber jetzt hat er endlich ein gutes Motorrad und ein gutes Team. Jetzt kann er zeigen, dass er es schaffen kann." Auch Hayden profitierte in seiner Kindheit und Jugend vom familieninternen Konkurrenzkampf. "Sicher. Das ist großartig", erinnert sich der Weltmeister von 2006 zurück.

"Wenn man aufwächst und gegeneinander fährt, dann gibt es immer Wettbewerb. Ich hatte einen älteren Bruder, den ich versucht habe einzuholen. Dann hatte ich einen jüngeren Bruder, den ich auf keinen Fall vorbeilassen wollte. Es gibt natürlich Zeiten, wenn es Verletzungen oder Probleme gibt. Da ist es gut, wenn man Ratschläge bekommt, denn man spricht zwischen Brüdern die gleiche Sprache."

In den vergangenen Jahren unterstützten sich Pol und Aleix immer gegenseitig. Als Pol im Vorjahr um den WM-Titel in der Moto2-Klasse kämpfte, fieberte Aleix in der Box mit. Für Pol ergaben sich dadurch Vorteile: "Vor allem im Training hat er mir gesagt, wo ich Zeit verliere und mich verbessern kann", sagt Pol. Diese Zeiten sind nun in der MotoGP vorbei. "Jetzt muss ich es alleine lernen. Nach den Trainings sehe ich, wo ich etwas falsch mache. Es war natürlich gut, meinen Bruder zu haben. Jetzt muss ich ihn aber schlagen."

Erinnerungen an die Aoki-Brüder

Im Jahr 2007 standen die beiden Hayden-Brüder Nicky und Roger Lee in den USA gemeinsam in der Startaufstellung. Nicky wäre lieber öfter gegen seinen Bruder gefahren. "Das waren nur einzelne Rennen. Es wäre schön gewesen, wenn wir weitere Rennen gemeinsam hätten fahren können. Wir haben bei den Espargaro-Brüdern gesehen, dass sie bei einem Test Erster und Zweiter waren. Mir gefallen auch die Lowes-Brüder."

"Ich drücke Brüdern eigentlich immer die Daumen", verrät Nicky Hayden. "Ich glaube, dass die Aoki-Brüder immer noch die Besten sind, denn sie standen einmal gemeinsam auf dem Podest. Ich werde nie vergessen, wie ich mir das Rennen damals angesehen habe." Bevor Pol in dieser Saison in die MotoGP aufstieg, waren Nicky und Roger Lee die letzten beiden Brüder, die gemeinsam ein Rennen in der Königsklasse bestritten haben.

Das war in Laguna Seca 2010, als Roger Lee bei LCR-Honda den verletzten Randy de Puniet ersetzte. Nicky kam als Fünfter ins Ziel und auch Roger Lee sammelte als Elfter WM-Punkte. Vor den Espargaro-Brüdern hatten zum letzten Mal im Jahr 2004 zwei Brüder Verträge für die komplette Saison. Damals fuhr Kenny Roberts für Suzuki und Kurtis Roberts die Proton-KR. Das war aber schon mehrmals in der Geschichte der Königsklasse der Fall. Nobuatsu und Takuma Aoki fuhren 1997 gegeneinander. Nobuatsu und Haruchika waren 1999 gemeinsam in der Startaufstellung zu finden.

Dazu kommen noch die Brüderpaare Bernard und Marc Garcia (1994, 1995) sowie Dominique und Christian Sarron (1989). Zum letzten Mal standen in Imola 1997 zwei Brüder in der Königsklasse auf dem Podest: Nobuatsu Aoki wurde Zweiter und Takuma Aoki Dritter. Seit 1949 passierte das in der Grand-Prix-Geschichte erst zweimal: Juan und Eduardo Salatino wurden in Argentinien 1962 Zweiter und Dritter. Ob auch die Espargaro-Brüder in naher Zukunft gemeinsam auf dem Podium feiern werden?

Fotoquelle: FGlaenzel

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