Jorge Lorenzo hatte im Vorjahr klar die Oberhand gegen Valentino Rossi

MotoGP 2014

— 25.04.2014

Spies: Lorenzo ist schneller als Rossi

Für Ben Spies ist sein ehemaliger Yamaha-Teamkollege Jorge Lorenzo der kompletteste Rennfahrer - Er hat auch mehr Grundschnelligkeit als Valentino Rossi

Valentino Rossi und Jorge Lorenzo waren in den Jahren 2008 bis 2010 sowie ab 2013 Teamkollegen bei Yamaha. In diesen gemeinsamen Jahren wurde Rossi zweimal und Lorenzo einmal Weltmeister. Legendär wurde unter anderem das Duell in Barcelona 2009, als Rossi in der letzten Kurve Lorenzo noch den Sieg wegschnappte. Seit Rossi im Vorjahr zu Yamaha zurückgekehrt ist, konnte er nur selten den Speed von Lorenzo fahren. Der Spanier war von Beginn an schnell, so holte er sich 2008 bei seinen ersten drei MotoGP-Rennen die Pole-Position. Allerdings stürzte Lorenzo in seinen Anfangsjahren oft.

Mittlerweile ist Lorenzo gereift und zählt zu den komplettesten Rennfahrern im Fahrerlager, auch wenn sein Saisonstart 2014 mehr als verkorkst war. Während Rossi bei Ducati war, war Ben Spies bei Yamaha der Teamkollege von Lorenzo. Auch der US-Amerikaner biss sich an dem mittlerweile zweifachen MotoGP-Weltmeister die Zähne aus. "Ich möchte Valentino nichts absprechen, denn er hat in der Vergangenheit auf unterschiedlichen Motorrädern viel erreicht, aber seit Jorge in der MotoGP ist, ist sein Grundspeed schneller als jener von Valentino."

"Selbst im ersten Jahr, als Valentino den Titel gewonnen hat, war Jorge schneller. Er wusste nur nicht, wie er es umsetzen musste", wird Spies von 'MotorMania' zitiert. "Er musste viel lernen. Das Motorrad von damals, von 2008 bis 2009, war nur eine Evolution. Es wurde nichts Grundlegendes verändert. Der Fahrstil war also sehr ähnlich, auch von der 800er zur 1.000er", weiß der Superbike-Weltmeister von 2009, der 2010 mit Tech 3 in die MotoGP kam. Vor allem als Rossi im Vorjahr zu Yamaha zurückkehrte, konnte er nicht an die großen Erfolge anschließen.

Reicht Rossis Grundspeed nicht mehr aus?

Lorenzo musste in der Regel alleine gegen das Honda-Werksteam kämpfen. "Valentino hat das gemacht, was ich erwartet habe", meint Spies. "Er hat in Assen gewonnen und eine große Show gezeigt. Es wäre aber schön gewesen, wenn Jorge fit gewesen wäre, wenn wir sehen, was er mit einem gebrochenen Schlüsselbein gemacht hat. Ich glaube, er war damals der Mann des Wochenendes. Valentino war das ganze Jahr etwas hinter der Spitzengruppe."

"So wie bei den Motorrädern, findet auch bei den Fahrern eine Evolution statt. Er war lange der König, aber wenn man sich jetzt Jorge und Marquez ansieht, dann sind sie ihm beim Grundspeed einen Schritt voraus. Ich glaube, es ist ganz normal, dass das passiert. Valentino macht es großartig, aber es ist schwierig, diesen Grundspeed von Jorge und Marc zu erreichen. Das wird nicht einfach." Beim Saisonauftakt in diesem Jahr kämpfte Rossi bis zum Zielstrich mit Marquez um den Sieg.

Anschließend hatte der Italiener in Texas Reifenprobleme und fiel zurück. Seit seinem Rücktritt beobachtet Spies das Geschehen in Ruhe. Auch er kam Lorenzo in den beiden gemeinsamen Jahren nur selten nahe und gewann nur ein Rennen, bei dem der Spanier beim Start von einem Konkurrenten abgeräumt wurde. "Er hatte mehr Stärken als ich. Vom Naturtalent und über eine schnelle Runde waren wir uns ziemlich ähnlich, aber er konnte es konstanter tun als ich", gibt Spies bei 'Crash.net' offen zu.

Spies: Marquez hat mehr Talent als Lorenzo

"Ich glaube, dass mir die Honda mehr als die Yamaha liegen würde. So wie man mit diesem Motorrad bremst und sich das Motorrad bewegt, würde es mir besser passen. Mit der Yamaha muss man auf der Linie bleiben. Ich habe oft so hart gebremst, dass das Hinterrad vom Boden abgehoben hat. Wenn es dann wieder auf den Boden aufkam, verriss es das Bike. Ich glaube nicht, dass viele Leute auf der Bremse stärker waren als ich."

"Das kam von den Superbikes, aber in der MotoGP musste ich darum herum arbeiten. Ich glaube, ich habe bei Brembo die Rekorde für die Bremsdrücke aufgestellt", grinst Spies. "Trotzdem glaube ich, dass Lorenzo wahrscheinlich der kompletteste Fahrer dort draußen ist. Marquez hat mehr Talent, aber wenn es um die Stärke für die Meisterschaft geht - den Speed und ruhigen Kopf zu bewahren - dann ist er meiner Meinung nach der beste Racer. Lorenzo fährt den höchsten Kurvenspeed." Allerdings unterliefen Lorenzo in den ersten beiden Saisonrennen 2014 für ihn ungewöhnliche Fehler. Marquez machte dagegen alles perfekt und holte zwei Pole-Positions und zwei Siege.

Fotoquelle: Yamaha

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