Erfolg macht sexy: Marc Marquez dominiert die MotoGP derzeit fast nach Belieben

MotoGP 2014

— 30.04.2014

Marquez: "Niemand ist unschlagbar"

Marc Marquez feiert in Jerez seinen 100. Start in der Weltmeisterschaft - Für die großen Erfolge musste er viele Entbehrungen auf sich nehmen

Mit drei Siegen im Gepäck reist Marc Marquez zu seinem Heimrennen nach Jerez. Der Grand Prix wird ein großes Festspiel für den Weltmeister werden, denn die spanischen Fans werden ihrem Superstar einen prächtigen Empfang bereiten. Jerez ist gleichzeitig sein 100. Start in der WM. Die Zahlen lesen sich beeindruckend. Nur die ganz großen Legenden des Motorradsports können vergleichbare Erfolgsbilanzen aufweisen.

Am 13. April 2008 gab der damals 15-Jährige in Portugal sein Debüt in der 125er-Klasse. Es folgten 14 Pole-Positions, 14 Siege und der WM-Titel im Jahr 2010. In der Moto2 feierte Marquez 16 Siege und wurde 2012 Weltmeister. In der MotoGP hat der Spanier bisher neun von 21 Rennen gewonnen. Das entspricht einer Siegrate von 43 Prozent. Noch beeindruckender seine Konstanz: In 90 Prozent all seiner MotoGP-Rennen stand Marquez auf dem Podest.

Dass Marquez in diesem Jahr der Mann ist, den es zu schlagen gilt, erwarteten die meisten Beobachter. Dass er der Konkurrenz aber so gut wie keine Chance lässt und klar dominiert, kam doch etwas unerwartet - vor allem wegen seines Beinbruchs im Winter. "Es war sehr schwierig, die Wintertests zu verpassen und sehen zu müssen, wie die anderen Fahrer Runden gedreht und an ihren Motorrädern gearbeitet haben, während ich daheim auf dem Sofa gesessen bin", blickt Marquez bei 'MotoGP.com' zurück.

"Ich habe so hart wie möglich gearbeitet, damit ich mich so schnell wie möglich erhole. Ich wollte in Katar mein Optimum aus der Situation machen. Als ich die Pole-Position eroberte, wurde ich zuversichtlicher. Trotzdem hatte ich Zweifel, ob ich fit genug für die komplette Renndistanz sein würde. Ich schaffte es aber, was sehr wichtig war." In einem spannenden Duell setzte sich der 21-Jährige knapp gegen Superstar Valentino Rossi durch.

"Es ging nicht nur um die 25 WM-Punkte, sondern weil wir ohne Wintertests gewonnen haben", betont Marquez die Bedeutung für das Selbstvertrauen. Honda regiert derzeit die MotoGP, denn es gab zuletzt zwei Doppelerfolge hintereinander. Yamaha war mit Ausnahme von Katar bisher chancenlos. "Während der Wintertests haben wir daran gearbeitet, dass das Motorrad auf der Bremse und am Kurvenausgang stabiler ist", erläutert Marquez die Hauptaugenmerke. "Wir versuchten, das Motorrad generell stabiler zu machen."

Detailverbesserungen am Motorrad

"Wir schafften auch Verbesserungen. Das Motorrad ist aber immer noch etwas aggressiv. Deshalb arbeiten wir weiter daran, es sanfter zu machen. Wir versuchen auch den Benzinverbrauch zu senken." Wichtig ist auch das Zusammenspiel der Motorräder mit den Bridgestone-Reifen. Vor allem Yamaha hatte bei den letzten Wintertests und zu Saisonbeginn große Mühen. Marquez hat mit den härteren Karkassen keine Probleme und sieht die Entwicklungsrichtung von Bridgestone richtig.

"Ich glaube, dass die meisten Fahrer mit den aktuellen Reifen zufrieden sind. Wir waren in Malaysia und in Katar schneller als im Vorjahr. Auch die Haltbarkeit ist gut. Das ist für das Rennen wichtig. Ein guter Punkt ist, dass wir in diesem Jahr auch den harten Reifen verwenden können. Ich glaube, die meisten Fahrer haben ihre Motorräder für die neuen Reifen abgestimmt. Es stimmt aber, dass ich mich schneller als die anderen darauf eingestellt habe. Die meisten Fahrer mögen die aktuellen Reifen."

"Meiner Meinung nach muss Bridgestone die Reifen laut der Meinungen aller Fahrer entwickeln, nicht nur nach dem Feedback weniger Fahrer. Gemeinsam können wir den richtigen Weg für die Reifen finden. Die aktuellen Reifen sind aber schon sehr gut, mir gefallen sie", gibt Marquez seine Meinung ab. "Warten wir ab, was sie nach Le Mans bringen, denn dort wollen sie etwas Neues ausprobieren."

Die Gegner verzweifeln

Marquez regiert derzeit die MotoGP. Die Gegner verzweifeln. Jorge Lorenzo war in Argentinien sogar mit einem dritten Platz zufrieden. Marquez ist sich aber bewusst, dass sich das Blatt schnell drehen kann. "Ich bin mir sicher, dass ich in Zukunft auch in die Lage komme, in der derzeit einige meiner Gegner sind, wenn ein neuer Fahrer kommt und gewinnt. Ich glaube aber, dass meine Gegner erfahren genug sind und weiterarbeiten. Niemand ist in der MotoGP unschlagbar."

Der Honda-Werksfahrer genoss von Beginn seiner Karriere an die Unterstützung von namhaften Sponsoren. Marquez hatte immer Topmaterial und die besten Voraussetzungen. Er machte auch immer das Beste daraus und ist mit 21 Jahren im Olymp angekommen. "Natürlich musste ich viele Entbehrungen verkraften. Ich war als Kind immer mit dem Motorrad beschäftigt. Ich sage aber immer, je mehr Entbehrungen man auf sich nimmt, desto mehr bekommt man später zurück."

"Als Schuljunge sind meine Freunde Campen gegangen, aber ich bin immer mit meinem Motorrad gefahren", vergleicht sich Marquez mit seinen Altersgenossen. "Am Wochenende sind meine Freunde auf einen Drink gegangen, aber ich blieb daheim und habe trainiert. Es gibt also Vor- und Nachteile." Nicht viele Menschen werden mit 20 Jahren Weltmeister. Die weltweite Popularität von Marquez steigt und steigt.

"Als ich den WM-Titel gewonnen habe, war mein Bild überall", erinnert er an den vergangenen November. "Alle Schlagzeilen drehten sich um mich. Ich hatte schon Angst, dass die Leute von so viel Marquez müde werden. Ich spüre aber große Unterstützung von meinen Fans. Das ist sehr wichtig." Mit dem WM-Titel ist auch die Erwartungshaltung großer geworden. Mit drei Siegen in Folge untermauerte Marquez seine Favoritenstellung.

Jeder erwartet am kommenden Wochenende in Jerez seinen nächsten Triumph. "Den WM-Titel im ersten Jahr zu gewinnen, war nicht einfach. Es ist aber auch schwierig, mit dem Druck anschließend umzugehen", ist sich Marquez bewusst. "Wenn es gut läuft, dann kann man mit dem Druck einfach umgehen. Sollte es aber Probleme geben, und ich hoffe, dass es noch lange bis dahin ist, dann muss ich psychologisch darauf vorbereitet sein und die Kritiken wegstecken können. Soweit läuft es aber recht gut."

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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