Michelin zeigt grundsätzliches Interesse an der MotoGP

MotoGP 2014

— 03.05.2014

Michelin hat "grundsätzlich großes Interesse" an der MotoGP

Michelin wird sich die Möglichkeiten einer MotoGP-Rückkehr ab 2016 genau ansehen - Die Franzosen wollen in Serien aktiv sein, in denen Entwicklung betrieben wird

Bridgestone wird sich Ende 2015 aus der MotoGP zurückziehen. Somit muss die Dorna für die Zeit ab 2016 einen neuen Reifenpartner suchen. Bis 22. Mai können sich interessierte Reifenfirmen melden. Offen ist, welche Reifenfirmen Interesse, Know-how und auch finanzielle Mittel haben, um die Königsklasse auf zwei Rädern ab 2016 zu beliefern. Dunlop ist derzeit Ausrüster der Klassen Moto2 und Moto3. Ob auch ein deutlich aufwendigeres MotoGP-Programm gemacht werden kann, ist auch aus finanzieller Sicht fraglich.

Pirelli konzentriert sich in erster Linie auf die Formel 1 und rüstet im Motorradrennsport die Superbike-WM aus. Da die Dorna seit einigen Jahren auch in der seriennäheren WM als Promoter fungiert, ist unwahrscheinlich, dass Pirelli beide großen Serien ausrüsten wird. Bleibt Michelin. Die Franzosen zogen sich Ende 2008 aus der MotoGP zurück. Derzeit sind die Franzosen in der Langstrecken-WM (WEC) involviert sowie in der Rallye-WM (WRC).

Bei Michelin hat man die Ausstiegsankündigung von Bridgestone mit Interesse aufgenommen. "Wir haben von der Entscheidung von Bridgestone gehört", sagt Nicolas Goubert, der Technikchef Motorsport von Michelin, gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Die MotoGP ist natürlich als Spitze des Motorradsports eine sehr interessante Serie. Generell haben wir großes Interesse auch am Zweiradsport, weil sich dort die Erkenntnisse aus der Entwicklung im Sport noch viel direkter auf die Produkte für die Straße umsetzen lassen."

"Darum geht es uns bei Michelin ganz besonders", betont Goubert am Rande des WEC-Rennens in Spa-Francorchamps. "Ein Engagement in einer Serie macht für uns ab dem Moment wirklich Sinn, sobald es gewisse Möglichkeiten für Entwicklungen gibt."

"Ob das in der MotoGP der Fall ist, müssen wir mal schauen. Wir haben noch keine Unterlagen für die neue Ausschreibung. Sobald wir diese haben, schauen wir uns das ganz genau an. Grundsätzlich besteht von unserer Seite ein großes Interesse. Ich bin sicher, dass auch andere Firmen wie beispielsweise Pirelli oder Dunlop ein Auge darauf haben werden."

Michelin ist sehr bedacht darauf, im Rennsport tatsächliche Entwicklung und Forschung betreiben zu können. Die Reifen in der Langstrecken-WM wurden in den vergangenen Jahren immer haltbarer, obwohl die Belastungen auf die Pneus stiegen. In der Rallye-WM müssen die Reifen auf Schotter, Schnee und auf Asphalt funktionieren. Wenn in einer Serie tatsächliche Entwicklung betrieben werden kann, bekommt die Motorsportabteilung in der Regel freie Bahn für ein Engagement.

In der MotoGP wäre das definitiv der Fall, denn zum letzten Mal fuhr ein Prototyp im Jahr 2008 auf den französischen Reifen. Die Motorräder haben sich stark weiterentwickelt und Michelin müsste erst Reifen für dieses Niveau entwickeln. Finanziell wäre es kein Problem: Engagements wie beispielsweise die WEC werden aus dem Etat für Forschung und Entwicklung bezahlt. Dieser Etat beträgt 650 Millionen Euro pro Jahr - bei kolportierten Kosten für die MotoGP von rund 20 Millionen Euro pro Saison.

Michelin war zwischen 1972 und 2008 in der MotoGP involviert. 1984 führten sie Radial-Reifen in der Motorrad-WM ein. 1994 folgten Reifen mit verschiedenen Mischungen. In diesen 36 Jahren feierte Michelin 360 Siege. Zwischen 2003 und 2006 wurden alle WM-Titel der Königsklasse auf Michelin-Reifen gewonnen. Bridgestone stieg 2002 ein und gewann in der Phase des Reifenkrieges zwei WM-Titel (2007 & 2008).

Fotoquelle: xpb.cc

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