Bridgestone zieht sich nach der kommenden MotoGP-Saison zurück

MotoGP 2014

— 08.05.2014

Worauf sich der neue MotoGP-Reifenhersteller einstellen muss

Loris Capirossi macht sich Sorgen um die Reifensituation in der Saison 2016 und hofft, dass die Bridgestone-Nachfolger einen guten Allround-Reifen bauen

Im Rahmen des Jerez-Grand-Prix schockierte Bridgestone die MotoGP-Welt und verkündete, dass man sich nach der kommenden Saison aus der Königsklasse zurückzieht. Wer ab 2016 die Reifen für die MotoGP liefert, ist noch unklar. Michelin gilt als wahrscheinlichster Kandidat, doch Dunlop und Pirelli wären für Loris Capirossi ebenfalls vorstellbar. Der Sicherheitsbeauftragte der Dorna äußert sich zum Bridgestone-Rückzug.

Frage: "Welche Anforderungen gab es an Bridgestone?"
Loris Capirossi: "Wir haben Mitte des vergangenen Jahres mit Bridgestone über die Situation gesprochen, denn alle wussten, dass der Vertrag 2014 ausläuft. Wir haben ein ziemlich gutes Verhältnis zu Bridgestone, wir haben nicht um viel mehr gebeten. Wir wussten, dass die Situation so war, also wollten wir versuchen, ein paar Sachen zu verändern, die Zahl der Reifen zu erhöhen und den Intermediate-Reifen zu entwickeln. Nur Kleinigkeiten."

"Wir haben viel miteinander gesprochen und letztendlich hat sich Bridgestone dazu entschieden, dass sie nicht weitermachen. Wir haben weitere Gespräche geführt, damit sie zumindest noch ein Jahr weitermachen. Bridgestone versteht unsere Situation, deshalb hören sie erst Ende 2015 auf. Am vergangenen Donnerstag haben wir das Rennen um die Nachfolge eröffnet. Offiziell sprechen wir aktuell mit Dunlop und Michelin. Inoffiziell sprechen wir auch mit Pirelli, aber wir haben noch keine offizielle Anfrage erhalten. Dieses Rennen geht noch bis zum 22. Mai weiter, dann ist die Frist vorbei und Dorna und MSMA werden entscheiden, welcher Weg der beste sein wird."

Frage: "Was muss der neue Reifenhersteller leisten?"
Capirossi: "Ich denke, dass das ziemlich schwierig zu erklären ist. Wenn man mit einem Hersteller arbeitet, dann ist es schwierig, denn wir müssen am Anfang wirklich hart arbeiten, damit wir die beste Lösung für alle finden. Denn wenn wir einen Einheitsreifen haben, dann ist das alles nicht so einfach. Der Reifen muss mit vielen verschiedenen Maschinen funktionieren. Es gibt hohe Anforderungen bei der Entwicklung, es müssen viele Tests gemacht werden und das ist der Anspruch, den wir an den Reifenhersteller haben."

Frage: "Kehrt ihr von den Einheitsreifen ab?"
Capirossi: "Wir wollen die Regeln nicht ändern, die Einheitsreifen werden bleiben. Wir werden keine unterschiedlichen Reifen bringen, wir müssen bei der Entwicklung die beste Lösung für einen Reifen finden, der mit allen Motorrädern funktioniert, so wie Bridgestone das in den vergangenen Jahren geschafft hat. Die Reifen funktionieren aktuell mit allen Motorrädern, denn der Unterschied zwischen Honda und Yamaha ist da nicht sehr groß. Dieses Ziel wollen wir erreichen."

Frage: "Wird es mehr Reifen pro Fahrer geben?"
Capirossi: "Da wird sich nicht viel ändern. Wir wollen diese Zahl nicht erhöhen, denn die Fahrer brauchen nicht mehr Reifen als jetzt. Vielleicht einen oder zwei mehr, aber das hängt immer von der Situation ab. Wir wollen den Regenreifen etwas verbessern und einen Intermediate-Reifen bringen, denn momentan haben wir keinen. An einem Wochenende braucht man pro Reifentyp vielleicht drei Vorder- und drei Hinterreifen, aber nicht mehr. Mehr braucht man nicht."

Fotoquelle: Tech 3

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